729 Gimpel
Gitarre 73⁰
m., entlehnt aus engl. gimp, guimp«Art Seiden- spitzen oder Seidentressen, von franz. guimpe f., afranz. guimple«Schleier, flatternder Stoffy, das auf ahd. wimpal(s. Wimpel) zurückgeht.
Gimpel, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Blut- fink;(bildlich) einfältiger Mensch. In urspr. Bed. spätmhd. gümpel m., 1616 bei Henisch und 1664 bei Duez Gimpel, aber bei Logau 1, 221 und Weise Erzn. 26 Gümpel. Nebst mhd. qumpel m. ustiges mutwilliges Springen, Possen» abgeleitet von mhd. älternhd. gumpen chüpfen, springen», engl. to jump«springen», das man mit gr. dgeußobca(Hesych)«aus- gelassen» vergleicht. Gimpel bedeutet also eig.«-mutwilliger Hüpfer, Springer,, wie mhd. gumpelman(Pl. gumpelliute) und gumpelkneht m.«Springer, Possenreißer, Narry. Andre Namen des Vogels sind Dompfaff(s. d.), schwüb. Goll m., thüring. Liebig m.
Gingang, m.(-s, Pl.-s): ein feines Baum- wollenzeug, urspr. ostindisches, angeblich aus javanisch ginggang«verbleichendy. 1775 bei Adelung.
Ginst, m.(-es, Pl.-e) und Ginster, m. (N, Pl. wie Sg.): das Pfriemenkraut(s. d.). 1485 bei Diefenbach gl. 259 ginst, 1489 bei Brack i 5 b ginster, clevisch 1477 gynster, 1694 pei Tabernämontanus Genst, Genster m., schon ahd. im 10. Jh. geneste. 1678 bei Krämer Ginstern f. Aus gleichbed. lat. genista, genesta f., woher ital. ginestra f., franz. genét m.
Gipfel, m.(-s, Pl. wie Sg.): höchste Spitze des Baumes, Berges u. dgl. Spät- mhd. im Anfang des 15. Jh. gipfel und güpfel m., auch älternhd. Güipffel(S. Franck mor. encom. 61², Calepinus 1579 S. 808 a), Gippel (1630 bei Lehmann Flor. 159). Nach Wad- stein Btr. 22, 241 entlehnt aus afranz. cepel
«Schoß, Schößlingy, das von lat. cippas m.
«Spitzsäule» stammt. Doch kann es auch von mhd. gupf, gupfe m. chöchste Spitze» abgeleitet sein, das, von Kopf, Koppe, Kuppe (s. d.) nicht zu trennen, ebenfalls romanischen Ursprungs ist. Davon gipfeln, v., 1808 bei Campe. gipfelig, adj., 1691 bei Stieler gipfelicht. ZUS. Gipfelpunkt, m., im 19. Jh., eig.«der Kulminationspunkt, der Gestirne», bei Campe 1801 Gipfelschzwung m.
Gips, m.(-es, Pl.-e): eine kalkige Erd- art. Mhd. und spätahd. gipe m., bayr-schwäb. und im Odenwald Ips m.(bei Hebel). Vgl. über Ips Horn Btr. 22, 218. Entlehnt aus gleichbed. gr.-lat. gupsum n., gr. Twoc f. Davon gipsen, v.: mit Gips überziehen, spät-
mhd. 1463 gipsen, nach lat. gypsäãre. gipsen, gipsern, adj., bei Goethe 20, 248 ghpsen, bei J. Paul 31, 34 gipsern.
Giräffe, f.(Pl.-n): der Kamelparder in Afrika. Ende des 15. Jh. bei Harff Pilg. 102, 11 der Pl. geraffen, 1534 bei S. Franck Weltb. 216 b der Pl. Zirafen, 1562 in Reis- buch des heil Lands 1, 366 Gieraffa, 1606 bei Gesner Icones animalium quadruped. 125 Girafpa, im Index Giraff. Aus ital. girafa, franz. girafe f., von der arab. Benennung zarãfa(vulgäürarab. dschräfa).
Girant, Girat, s. Giro.
Girlände, f., in Bayern und ésterreich auch Guirlande(Pl.-n): Blumengewinde, gehänge. Im 18. Jh.(Schiller 3, 476) aus franz. guirlande, altfranz. garlande, aspan. guarlanda, ital. ghirlanda f.«Geflecht, Ranke, Kranz», unsichrer Herkunft, nur vermutungs- weise abgeleitet von mhd. wieren«mit Gold umflechten oder einfassen.
Giro(Spr. Ftro), n.(s, Pl.'s und Giri): das Umschreiben, Ubertragen des Wechsels oder eines Bankguthabens auf einen andern. 1712 bei Hübner, aus gleichbed. ital. giro m., von gr. Jat. gyrus m., gr. Tôpoc m. Runde, Kreis). Dazu girieren, v., Ende des 17. Jh. bei Nehring, nach ital. girare. Von dem Ver- bum abgeleitet als Part. Präs. Girãnt, m. (-en, Pl.-en): der Ubertragende, als Part. perf. Pass. Girät, m.(en, Pl.-en): der, auf dessen Namen die Ubertragung lautet. Beide 1813 bei Campe.
girren, v.: den Liebeston girr von sich geben. Bei Luther von den Tauben, bei Schupp 2, 10 von Menschen, aber bei Dasy- podius 1537 und Hulsius 1596 in der Bed. «seufzen»(statt Kirren, s. d.), bei Schubart 1, 25 stöhnen, 1512 bei Murner Schelmenzunft 25, 5 von der Tür. Mhd. girren und gurren von lautem wie girr, gurr tönendem Tier- geschrei, z. B. des Esels(Freidank 140, 7 gurren mit den Var. gürren, girren), im Ab- laut zu mhd. garren witschern, pfeifen?.
gischen, v.: aufbrausen, schäumen, üb- licher als gäschen(s. d.). Bei Goethe 3, 276. Md. 1470 gischen, frühmhd. ergischen auf- schäumen?, zu mhd. jesen, ahd. jesan«gären? (s. d.). Davon Gischt, m.(-es, Pl.-e): brausender Schaum. Bei Adelung 1775, Goethe 34, 1, 357 f., Schiller Taucher 35, statt des ältern Gäscht(s. d.), mhd. jest m. neben gis f., mundartlich Gisch m.
Gitärre, in Bayern und ésterreich auch


