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Gimpe 728
Gier, f.(ohne Pl.): starkes, heftiges, sinn- liches Streben wonach. Mhd. gir und ger f., auch frühmhd. kiôr, ahd. gir', kird f.; dazu asächs. girt f.(in fehogiri«Gier nach Reiech- tum), mnd. gir m. Abstraktbildung aus dem Adj. ahd. ger und giri, mhd. ger und gire«verlangend, begehrend, gierig», noch ostmd. geier(s. Geier), mnd. ger und gir, verwandt mit gern(s. d.) und dem Zeitwort mhd. gern, ahd. gerön cbegehreny. Ebenfalls aus diesem Adj. gebildet ist Gierde, f., mhd. girde, auch schon gierde, md. gerde, ahd. girida f.(woneben selten girid f.) hef- tiges Verlangen, im Ahd. auch Habsucht», and. giritha f. Begierde, Verlangen». 4 BL. von Gier: gieren, v., spätmhd. girn, im 15. Jh. gieren, mnd. giren. gierig, adj., mhd. giric, ahd. girig, afries. gyrig, mnd. das Adv. girichlixen; davon Gierigkeit, f., mhd. und mnd. giricheit, md. girexeit, afries. girichédl f.
gießen, v.(Prät. 3o, Plur. gossen, Konj. gusse, Part. gegossen): als Flüssigkeit laufen; Flüssigkeit oder flüssiges Metall laufen machen. Mhd. giezen, ahd. giozan; dazu asächs. giotan, mnd. geten, ndl. gieten, afries. giata, ags. qéotan, got. guwtan«gießeny, anord. gjõta«Junge werfen. Urverwandt mit gr. Xéeiv«gießenꝰ, XDhd n. Guß, Flüssigkeit», lat. fundére(Perf. fudi)«gießenꝰ, aind. hu«gießen, opferny, aw. 2aoοera- n.«flüssige Opferspende, Opferguß?, arm. Jjaunem«weihe, bringe dar». Alternhd. und noch altertümlich lautet der Sg. Präs. du geußest, er geußet, geußt, der Imp. geuß, mhd. giuzest, giuget, giuz. 4 BL. Gießer, m., 1537 bei Dasypodius. Gießerei, f., 1678 bei Krämer. ZUS. Gießbach, m.: Bach durch Regen-, Schneewasser, 1616 bei Henisch. Gießkanne, f., 1640 bei Comenius Gieß- Kann f.
¹Gift, f.(Pl. Sen): Gabe, Schenkung. Bei Bürger 50, ferner in Braut-, Mitgift, Giftbude (in den Nordseebädern). Mhd. und ahd. gift f.; dazu mnd. gifte, gift f., mndrhein. gichl f., afries. jeft m. f. n.«Gabes, ags. gift f.«Mit- gift», im Pl.(f. und n.)«Hochzeity, engl. gift «Mitgifty, anord. gipt f.«Gabe», got. gifts f.(in framgifts, fragifts Verleihung, Verlobung»). Abgeleitet von geben(s. d.).
*Gift, n.(-es, Pl.-e): verderbliches, töd- liches Mittel. Mhd. und ahd. gift f., daher noch bei Opitz, Gryphius, Lohenstein, Weise und Günther 106 Fem., dagegen das Neutr. erst nhd.(1595 bei Rollenhagen Froschm. 1, 1, 5 lv. 73% Opitz usw., schon mhd. vergiſt
f. und n. m. Gift»); daneben auch Mask., bei Luther, P. Fleming 388, Günther 6 und 381, Haller 155, j. Goethe 2, 29 und 3, 334, Schiller Kab. 5, 7, bes. in der Bed. Bos- heit, tötlicher Haß, Zorn»(bei Luther Gifft and Galle). Es ist dasselbe Wort wie 1(Fift. wie auch vergeben(s. d.) schon mhd. und ahd. in der Bed.«vergiften» gebraucht wird. Die ältern Ausdrücke für Gift waren ahd. eitar n.(S. Eiter) und luppi n.(s. Lab). 4 BL. giftig, adj., mhd. giftic, bei Luther in der Bed.«boshaft. ZUS. Giftmischer, m., 1741 bei Frisch.
Gigänt, m.(-en, Pl.-en): ungeheurer Riese. Mhd.-ahd. gigant m.; dazu ags. gigan? m. Aus gr. Jat. Gigäs(Gen. Gigantis), gr. Tifac m.«himmelanstürmender Riese», woher auch afranz. und aengl. geant, nfranz. géant, engl. giant, ital. gigante m. Davon gigan- tisch, adj., bei Wieland, Schiller.
Gigerl, m.(-s, Pl. s): Stutzer. In den 90 er Jahren des 19. Jh. von Wien aus ver- breitet, von mhd. giege, giegel m. Narr. Vgl. Ladendorf.
Gilbe, f.(ohne Pl.): gelbe Farbe. Mhd. gilioe, im 14. Jh. gilbe, ahd. gelaavl, giliuwi f. Von gelh(s. d.). gilben, v.: gelb fürben, gelb werden, mhd. gileben, frühnhd. gilben. gilbig, gilbicht, adj.: gelblich, spütmhd. 1420 gilevecht, abgeleitet von Gilbe. gilb- lich, adj.: gelblich, sputmhd. 1470 gilblicht.
Gilbert, Mannsname. Ahd. Gilabert, Gil- bert, Gilperht.
Gilde, f.(Pl.-/): zu gleichem Geschäft und Zweck verbundene Körperschaft, Innung der Kaufleute und Handwerker. Erst nhd., bei Luther, Fischart Bienk. 28 b, aufgenommen aus mnd. gilde f. n.«Innung, Gildeschmaus', clevisch 1477 ghylde, mndl. ghilde(auch«ge- meinsame Mahlzeit»), nndl. gild n.; dazu afries. ieldle, iold anord. gildi n.«Bezahlung, Ab- gabe, Steuer, Gelage, Schmaus, Gilde(1 1. Jh.), schwed. gille, dun. gilde,(aus dem Nord.) engl. guild«Gildey. Von gelten(s. d.) im ältern Sinne von«opfern», daher eig.«Opfer, Opfer- schmaus, Festversammlung, geschloßne Ge- sellschafty. Vgl. Geld. Z07S. Gildebrief, m.: Aufnahmezeugnis in eine Gilde, bei Ade- lung 1775 aus Niedersachsen.
Gilte, s. Gelte.
Gimpe, f.(Pl.-n), nd., dagegen hd. Gimpf in.(-es, Pl.-e): vom Knopfmacher gearbeitete Rundschnur zum Besatze. 1767 im Brem. Wb. der Pl. Gimpen, bei Adelung 1775 Gimf


