Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
717-718
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717 Gewäsch

gewieft 718

sich hüten». Davon gewärtig, adj.: etwas erwartend(mit Gen., selten Akk.); zu Befehl stehend, zum Dienst bereit(mit Dat.). Mhd. gewertic in beiden Bed. gewärtigen, v., pei Lessing Nath. 2, 1.

Gewäsch, jetzt überwiegend gegenüber Gewäsche, n.(-s, Pl. wie Sg.): geist- und gehaltloses Gerede. Bei Luther Gewesch, Gewesche n. Von spätmhd.(15. Jh.) waschen, weschen aschwätzen»(s. waschen).

Gewüsser, n.(J, Pl. wie Sg.): Wasser- masse, Wasserlauf. Spätmhd. gerwezzere n. Kollektiv von Wasser(s. d.).

Gewebe, n.(‧H, Pl. wie Sg.): fortgesetztes Weben; Gewobenes. In letzter Bed. mhd. gewehe n., ahd. gauwep, giwwehe n. Von weben.

Gewehr, n.(-s, Pl.-e): Kampfwaffe; Feuerwaffe; die untern Eckzühne des männ- lichen Wildschweins, die Hauer(1719 bei Fleming Jäger 2, 107, dafür 1582 bei Feyer- abend Weidwerkb. 1, 59 das Gewäff, 3, 88² das Gewerf). Mhd. gewer n., geuere f.«Wehr, Verteidigung, Waffe, Verteidigungs-, Befesti- gungswerk», ahd. giwer n.«Kampfwaffe, (Treib-)Stachel». Von Wehr(s. d.).

Geweih, n.(es, Pl.-e): die Hörner des Hirsches. 1562 bei Spangenberg Jagteuffel 04 Geweihe n., mhd. gerwige, gewwihe(Kolm. Meisterl. 190, 57), auch hirzgerwige, hirzgeuwic, md. hirsgeute n. Ursprünglich«Kampfwaffe des Hirsches», Kollektiv von mhd. wic m. n., ahd. wig, awic m., asächs. 3g m., ags. z¹9 n., anord. vig n.«Kampf, Schlacht, Krieg», zu ahd. wlgan, mhd. wigen, ags. W¹gan, got. weihan«kämpfen, streiten». S. 1Gewwicht.

Gewende, n.(-s, Pl. wie Sg.): Stelle der Pflugwende oder Pflugkehr, Ackergrenze;

Acker seiner Länge nach bis zur Pflugkehr.(

Mhd. gewende f.«Wendung, Abgang» und gewende n.«Ackermaß einer Landgebreite, bis der Pflug gewendet werden muß?, 1482 im Voc. theut. bb 2 b und m 62 gervende, ge- wendt«Maß der Weite, soweit ein Roß läuft» (roßlauff, stadium). In Ostpreußen ehemals ein Flächenmaß von ½10 Morgen oder 30 Quadratfuß(Baczko Preußen 2, 134) und ein Lngenmaß von 60 Ruten oder, Meile (Frischbier preuß. Wb.). Von wenden(s. d. und vgl. Gewann).

Gewerbe, n.(-s, Pl. wie Sg.): Dreh-, Bewegungspunkt wovon; Betrieb und Be- schäftigung als Nahrungszweig(Erwerb). Mhd. gewerbe n.«Wirbel, Gelenk, Geschäft, Tatigkeits, dann 1403 Truppenwerbung,

neben mhd. gezerp m.(auch gerwerf, gezwerft) «aufgetragnes Geschäft, Tätigkeit um des Erwerbes willen, Bewerbung, Truppenwer- bung, Verhandlung vor Gericht, Vertrag, 1451 gewerbe Pl. die Drehachsen der Tore». Von werben(s. d.). 43. gewerblich, adj., bei Campe 1808 als neu.

Gewere, f., s. Gezwähr 2.

Gewerk, n.(-es, Pl.-e): Gesamtheit der einerlei Werkgeschäft Betreibenden; Gesamt- heit der Meister eines Gewerbes oder Hand- werks. Unverkürzt Gewerke n., hervorge- gangen durch Anlehnung an das Mask. Ge- werke(s. d.) aus md. gewerke n.«vollendete Arbeit, Gewebe, Bau?, 1616 bei Henisch «Gewerck, Tagarbeit⸗, ahd. giwirchi«Bau- arbeit», asächs. girwirki n.«Tätigkeit, Arbeit, Werk», einer Ableitung von ewirken(s. d.), verschieden von ahd. girverch n.«Werko, asächs. giwerk n. cun, Handlung, Werk, Bauwerk), ags. geweorc, gewerc n.«Werk, Bauwerk, Burg, einer Zusammensetzung mit Werk. Gewerke, m.(-n, Pl.-n): Bauhandwerker; Inhaber von Kuxen eines Bergwerks. Ein mitteldeutsches Wort, schon im 13. und 14. Jh. md. gewerke m.«Handwerks-, Zunftgenosse, Teilhaber an einem Bergwerk». Von Werk (s. d.). 4B L. Gewerkschaft, f.: die sämt- lichen Gewerken einer Bergzeche, 1562 bei Mathesius Sar. 98 b u. 1392 Gewerckschafft; Arbeiterverband, 1868 aufgekommenals Gegen- bildung gegen die von M. Hirsch ins Leben gerufenen Gewerkvereine.

Gewicht, n.(-es, Pl.-e): Geweih des Hirsches. Weidmännisch. 1587 im Faust- buch 76, bei Gilhusius Grammatica 1597 S. 64 u. 83. Mit ableitendem t von ahd. wWigan s. Geweih).

²Gewicht, n.(es, Pl.-e): Schwere; Maß der Schwere; festbestimmtes Metallstück als Norm beim Abwiegen oder als Anhängsel zum Beschweren. Unverkürzt Gewichte n. bei Haller 38. Mhd. gezwihte, gewwiht n.(auch bildlich); dazu mndl. gewichte, ndl. gervigt, ags. gewiht n., engl. weight, mnd. wicht f., anord. vtt f.,(entlehnt) schwed. wigt, dän. vegt. Von Wwiegen(s. d.). In der Bildung ent- spricht lat. vectis m.«Hebel, Hebebaumy. 43L. gewichtig, adj., 1561 bei Maaler, elevisch 1477 gerwichkich.

gewieft, adj.: gewiegt; gewandt, schlau. In den Wörterbüchern nicht verzeichnet. Wohl von wiebeln(s. d.)«sich hin- und herbewegen». Mundartlich götting.-waldeck. gezwipt.