709 Gestell
Gesuch 710
und Schmuck davon», noch dichterisch bei Rückert. Kollektiv von Stein(s. d.).
Gestell, n.(-s, Pl.-e): aufgestellte Vor- richtung. Unverkürzt Gestelle n. bei Goethe 1, 178. Mhäd. gestelle n. Mühlengestell, Rahmenwerk», auch äußre Gestalt», ahd. gistelli n.«zZusammenstellung, Stellung, Stand- orty, Kollektiv von ahd.mhd. stal m. Stelle, Gestell, Stütze, zu stellen(s. d.).
gestern, adv.: vorhergehenden Tages. Mhd. gester und gestern, md. gesteren, ahd. gesteron, gesteren und gestre(auch zusammen- ges. égestra, égestere«übermorgen»); dazu mnd. u. ndl. gisteren, clevisch 1477 gisteren, ags. giestran-dœg, gurstan-dœ, engl. yesterdays cgestern», got. gistradagis«morgen»(anord. ⁊ ger«gestern, morgen», schwed. igär, daän. igaar«gestern geht auf eine Form mit Länge zurück), also urspr.«den andern Tag von heute aus». Dazu lat. heri«gestern), hesternus ægestrig», gr. xeεc, albg. dhe, aind. Ejäs«gestern». 41. gestrig, adj., mhd. gest(e)ric, ahd. gesterig, dazu ndl. 1598 ghisterigh.
Gestikulatiön, n.(Pl.-en): Gebärdenspiel, im 18. Jh. aus lat. gesticulãtio f. gesti- kulieren, v.: Gebärden, Handbewegungen machen, 1694 bei Nehring gesticuliren, aus gleichbed. lat. gesticalãri, von lat. gesticulas m., dem Dim. von gestus m.(s. Geste).
Gestirn, n.(-es, Pl.-e): Sternbild, heller Stern. Mhd. gestirne, gestirn, auch gestirre, ahd. gistirni und gistirri n.«die Gesamtheit der Sterne, Konstellation(Zusammenstand) von Sternen», im Mhd. auch«großer Stern. Kollektiv von Stern(s. d.).
igestirnt, partizip. Adj. zu Stern(s. d.): mit Sternen besetzt, sternvoll. Mhd. gestirnet, ahd. gestirnõt.
zꝛgestirnt, partizip. Adj. zu Stirne(s. d.): mit einer Stirne versehen. Mhd. gestirnet.
Gestöber, n.(-s, Pl. wie Sg.): wieder- holtes Stöbern(s. d.); Durcheinanderstieben. Md. im 13. u. 14. Jh. gestobere, gestubere n. «staubaufwirbelndes Getümmel, Auflauf», im 15. Jh. bei Osw. v. Wolkenstein Nr. 78, 5(Schatz), gestõber n.«aufwirbelnde Staubmassey.
Gesträuch, n.(-es, Pl.-e): beieinander- stehende Sträuche. Unverkürzt Gesträuche n. bei Bürger 23, Goethe Faust 3892. Md. im 14. Jh. gesträche n., im 15. Jh. gestrüch, 1420 bei Diefenbach gl. 501 gestreuge. Kol- lektiv von Strauch(s. d.).
gestreng, adj.: streng(s. d.). Mhd. ge- strenge«stark, gewaltig, tapfer», als Ehren-
prädikat des Ritterstandes schon um 1300 (bis ins 18. Jh., Schiller Räuber 5, 1, Tell 3, 3), dann auch in der Bed.«keine Nach- sicht übend).
Gestrick, n.(-es, Pl.-e): Geschling oder Gewinde von Stricken; Netzgeffecht; Strick- arbeit. In der 1. Bed. 1590 bei Fischart Garg. 241, in der 2. Bed. bei Brucker Straßb. Verordn. 183 von 1425, in der 3. Bed. Ger- mania 18, 377(15. Jh.). Kollektiv von Strick.
Geströhde, n.(-S): Strohmenge, Stroh- gewirre(Goethe 31, 99 u. 145). Bei Luther Gestrõde, Gestrod, 1487 in den Tannrodaer Statuten geströde n. Kollektivbildung zu Stroh(s. d.), wie gleichbed. mhd. gestrorve, gestroe, ahd. gistraui, gistrowi n.
Gestrüpp, n.(-es, Pl.-e): durcheinander gewachsenes, rauh hervorstarrendes niedriges Gebüsch. Im 16. Jh. bei H. Bullinger Refor- mationsgesch. 3, 87 Gestrüpp, unverkürzt bei P. Fleming 118 Gestriüpe, bei Goethe 36, 53 Gestrippe. Kollektiv von mhd. struppe«strup- piges Gewächs». Mit verdünntem Vokal bei Henisch 1616 und Adelung 1775 Gestrippe, bei Goethe 34, 1, 22 Gestripp. Andrerseits mit langem Stammvokal(wie mhd. sträp«strup- pig») und umgelautet Gestreuppig 1616 bei Henisch, gestreupich neben gestrüppich 1508 in Weist. 6, 43, 10 fl. Vgl. struppig.
Gestühl, n.(-s, Pl.-e): Stuhlwerk; Ge- stell, worauf etwas ruht(bei Luther 1. Kön. 7, 27 ff.). Mhd. gestäele, gestuole, md. gestäle, gestöle n.«Stuhlmenge, Stuhl, Thron», ahd. gastuoli n., Kollektiv von Stuhl(s. d.).
gestunden, v.: Aufschub gestatten, Frist geben. 1691 bei Stieler. Zusammenges. mit gleichbed. stunden, von Stunde(s. d.).
Gestüppe, n.(-s, Pl. wie Sg.): fliegender Staub; Staubähnliches. Mhd. gestüppe, md. gestuppe n.; dazu mnd. gestubbe n.«Staub. Kollektiv von mhd. stuppe, stüuppe, ahd. stuppi n.«Staub, Staubähnliches» wie Sand, Asche, got. stuhjus m.«Staub», zu stieben(s. d.).
Gestüt, Gestüte, n.(-s, Pl. wie Sg.): Pflegeort für Zuchtpferde. 1582 bei Fischart Garg. 280 Gestud, bei Pugger Gestüterey 1584 Gestit n., Kollektiv von mhd.- ahd. Stuot f. «Herde von Zuchtpferden»(s. Stute).
Gesuch, n.(-es, Pl.-e): angelegentliche Bitte, insbes. an eine Behörde. 1616 bei Henisch. Dagegen mhd. gesuoch m., md. ge- süch m. ͥdas angelegentliche Suchen, Auf- suchen, Spüren auf Wild, Recht des Auf- und Besuchens eines Weideplatzes, dann
45*


