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Getrümmer 712
«Erwerb, Gewinn, Geldzins, welche letzteren Bedeutungen schon ahd. gisuoch m. hat, bei Luther Gesuch n. das Streben nach Gewinn). Das heutige Neutr. ist Substantiv zu suchen (s. d.), das Mask. der ältern Sprache aber eine Zusammensetzung mit mhd.-ahd. Suν m. das Suchen, Erwerb, Zinsertrag?.
gesund, adj.(Komp. gesunder und ge- sinder, Superl. gesundest und gesündest): un- verletzt oder ungestört am Ganzen der natür- lichen Lebenstätigkeit und Lebenskraft; der natürlichen Lebenstätigkeit zuträglich oder förderlich. Mhd. gesunt in beiden Bed., nur in der ersten unverletzt, heil» ahd. gisunt und gisunti, asächs. gisund, mnd. sund, ndl. gezond, afries. sund, ags. gesund, engl. sound. Verwandt entweder mit lat. sänus«gesund» oder mit got. suinps«stark, gesund»(s. ge- schwind). 48L. gesunden, v., mhd. ge- sunden, gesunten, tr.«gesund machen, am Leben erhalten», intr.«gesund werden, am Leben bleiben», ahd. gesunten«gesund machenꝰ. Gesundheit, f., mhd. gesuntheit f. In der Bed.«Trinkspruch auf die Gesundheit Jmds.). 1646 bei Philander 4, 206. ZUS. mit dem mhd.-ahd. Subst. gesunt m. Gesundheity: Gesundbrunnen, m.: Heilquelle, 1595 bei Welser-Werlichius Augsb. Chron. 13, 81 vom J. 1551.
Getäfel, n.(-S, Pl. wie Sg.): Bretterbe- kleidung. Mhd. getevel, n., Kollektiv von Tafel(s. d.).
Getier, n.(—s, Pl.-e): Tierwelt, Tiere. Mhd. getier n., Kollektiv von Tier(s. d.).
Getöse, n.(-s, Pl. wie Sg.): wiederholtes Tosen(s. o.) 1537 bei Dasypodius Getöß, ndrhein. im 14. Jh. gedlois, gedoys n., mhd. gedoze n.«starkes Geräusch, Wasserfally, Kollektiv von mhd.-ahd. döz m. Geräusch.
Getränk, n.(-es, Pl.-e): Trank. Unver- kürzt Getränke n. bei Goethe Tasso 2890, Faust 223. Md. im 14. Jh. getrenke n., auch Trinkgelagey. Dafür mhd. getranc n., auch bei Luther 4. Mos. 6, 3. Zusammensetzungen mit Trank(s. d.).
Getratschſe], Geträtschſe], n.(-s): ausplauderndes Gerede. Beim j. Goethe 2, 385 und Kindleben 1781. Von kratschen, trätschen«plaudern, klatschen»(s. d.). Ver- wandt mit geträsch n.«Geräusch»(15. Jh. in Städtechron. 5, 106, 15), schles.-schweiz. Trasch m. Lärm, Geschwätzy, Drasch 1531 bei Hedio Josephus Vorr.
getrauen, v. refl.(ich getraue mir oder
mich): sich seiner Kraft und des Erfolges ihrer Anwendung bewußt sein. Mhd. ge- trüwen, getrouaven, ahd. gatrhén, gitrien «worauf trauen, sich worauf stützen?, pes. «mit Hoffnung des Erfolges, glauben, anver- trauen, zutrauen», dazu asächs. gitrlõn, gi- krüoian, ags. getréoan, got. gatrauan ver- trauen». Zusammenges. mit trauen(s. d.).
Getreibe, n.(*s): wiederholtes Treiben. 1641 bei Schottel 499. Entsprechend mhd. getrip n.«Getreibey. Von treiben(s. d.).
Getreide, n.(-s, Pl.-e): Mehl gebende Körnerfrucht. Mhd. getregede, getréägedle, ge- kreide n. calles, was getragen wird, Kleidung, Gepäck, Lasty, auch Gestell zum Tragen, Tragbahre, was der Erdboden als auf ihm gewachsen trägt?, z. B. Gras, Blumen usw., überhaupt Nahrung, Lebensmittel», spätahd. getragide n.«Einkünfte, Besitzy. Von tragen (s. d.). In der Bed.«Prucht, die der Baum trägty 1546 bei Bock Kräuterb. 2, 66 b das getreid, das sind die runde zepflin am Bircken- baum... das Erlen getreid. Die Bed. «Körnerfrucht» zuerst md. im 14. Jh. gekreigede, getreide n.(Freiberg. Stadtr. Kap. 42, 12 und 49, 15) und von da im 14. und 15. Jh. nach Oberdeutschland vorgedrungen, auch als Mask. bayr. östr. fraid und getreid bereits im 15. Jh.
getreu, adj.: treu. Mhd. Hetriuaoe, getrinwe, getriu, ahd. gitriuwi, gitriäowi; dazu asächs. gitriuavi, ags. getréoe. Zusammenges. mit treu(s. d.). Davon getreulich, adj., mhd. getrinwelich, ahd. getriuavelih, im Adv. gitriu- licho, mhd. getriuwe-, getrinee-, getrheliche, bei Luther getrenclich.
Getriebe, n.(*, Pl. wie Sg.): das Be- treiben, Antreiben wozu; Triebwerk. In der 1. Bed. bei Luther, vgl. ahd. nagatrip m. Antrieb»; in der 2. Bed. spätmhd. im 15. Jh. getribe n.«Triebwerk der Mühley, im Berg- bau 1562 bei Mathesius Sar. 139 b Getribe «stützendes Holzgerüst» und 1557 bei Agri- cola Bergw. S 2² Getriebe«Riderwerky». Zu Trieb und treiben(s. d.), vgl. Getreibe.
getrost, adj.: ruhig und zuversichtlich vertrauend. Mhd. getröst, ahd. gitrõst, gidlrõst; dazu mnd. getrost. getrösten, v. refl.(mit Gen. der Sache): verzichten in ruhiger Zu- versicht eines Ersatzes. Mhd. getrœsten tr. «zuversichtlich machen», refl. in heutiger Bed., ahd. gitröstan«trösten.
Getrümmer, n.(-s): Masse von Trüm- mern. 1776 bei Bürger 206. Kollektiv zu Trümmer(S. d.).


