Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
707-708
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707 Gespiele

Gestein 708

Gespiele, m.(-9n, Pl.-n): Spielgenosse, insbes. in der Jugend. Mhd. gespile, gespil m., mndl. ghespele. Von Spiel(s. d.). Dazu Gespielin, f., 1587 bei Mathesius Diluvium 420 b Gespilin, für mhd. gespile, gespil f.

Gespilde, n.(-s) und Gespilderecht, n.: das Vorkaufsrecht des Nachbars an früher zu- sammengehörigen, später abgespaltnen Grund- stücken. Thüring.-westfälisch. Bei Musäus Volksm.(1826) 4, 54 Gespilde n., ebenso 1491 in den Rastenberger Statuten§ 46. Zu spalten (s. d.), vgl. gespält Gut«pars praedii divisi? bei Frisch 2, 289 ² und das mhd. Adj. u. Adv. zuwispilde«in zwei Teile geteilt, zwiefach).

Gespinst, n.(-es, Pl.-e): Gesponnenes. Mhd. gespunst n. und f. neben spätmhd. gespinn, mnd. gespin n., im 15. Jh. auch gespinß n.

Gespons, m. n.(-en, Pl.-en): der Bräuti- gam, die Braut. Veraltet. Spätmhd. gespzuntze, gespunse, gesponse m. und f., aus lat. sponsas m. und sponsa f. der, die Verlobte».

Gespött, n.(Jes, Pl. wie Sg.): vieler, wieder- holter Spott. Mhd. gespötte, gespõt, md. ge- Spofe n., Kollektiv von Spott(s. d.).

Gespräch, n.(-és, Pl.-e): Unterredung. Unverkürzt Gespräche n. bei Lessing 1, 212. Mhd. gesprœche n.«Sprachvermögen, das Sprechen, Besprechung, Unterredung, Bera- tungy, md. gespréche, ahd. gisprächi n. Bered- samkeit, Redey, dazu mnd. gesprake, gesprelce, mndl. ghespraechen. Abgeleitet aus Sprache (s. d.). Davon gesprächig, adj., mhd. im 12. Jh. gespréchig(Sumerl. 8, 40), aber meist mhd. gesprœche, md. gespréche, ahd. gisprãchi cberedt», wie noch oberd. und md.

Gest, f.: Hefe. Aus dem Nd., s. Gäscht.

Gestade, n.(-s, Pl. wie Sg.): Landrand eines größren Gewässers. Im 17. Jh. Gestade (Fleming 76), mhd. gestat n., zusammenges. mit mhd. stat m. n.«Ufery(s. Staden).

gestalt, adj.: beschaffen, im Außern vor Augen stehend. Bei Lichtwer Fabeln 1, 9, ferner in der Wendung bei so gestalten Sachen (Wieland, Schiller usw.) und in Zusammens. wie zwohle, ungestalt, feingestalt(Goethe 2, 143), schöngestalt(Schiller eleus. Fest 36). Mhd. gestalt(auch wolgestalt, ungestalt), ahd. gistalt cbeschaffen, eingerichtet»(auch ungistalt«häß- lich»), mnd. gestalt, eig. Part. von stellen(s. d.). Aus dem Adj. bildete sich das Subst. Gestalt, f.(Pl.-en): das Aufere, wie ein Ding sich vor Augen stellt und eingerichtet ist. Mhd. gestalt f.«äußres eigentümliches Aussehen, Beschaffenheit⸗, im 14. Jh. auch der Träger

der Gestalt, Person»(Megenberg 470, 18); dazu mnd. gestalt n. f. Beschaffenheit, Ver- hältnisy. Vgl. dergestalt. Von Gestalt abge- leitet gestalten, v.: bilden, formen, 1537 bei Dasypodius, refl. 1525 bei Zwingli Touf f 2 b; Gestaltung, f., bei Dasypodius. geständig, adj.: zugestehend, einräumend. Bei Luther 1, 344 b gestendig. Mhd. gestendec cbeständig, unveränderlich, beistehendy, dann «zustimmend, einwilligend»(Haltaus 690 vom J. 1326). Abgeleitet von mnd. gestant n., altjülisch gestant m.«Geständnis, Bekenntnis» zu gestehen(s. d.). Dazu Gestündnis, n., 1663 bei Schottel 376² aus Carpzov 1638.

Gestünge, n.(-s, Pl. wie Sg.): im Bergbau Stanzenwerk zum Auspumpen des Wassers usw. (1562 bei Mathesius Sar. 145 b), sowie das Schienengleis für die Förderkarren im Schacht (1408 im Schladminger Bergbrief). Kollektiv von Stange(s. d.).

Gestank, m.(-es, Pl. Gestänkxe): übler Geruch. Mhd. gestanc m.(Pl. md. gestenkke), zusammenges. mit Stank(s. d.), als dessen Kollektiv mhd. gestank n.(Megenberg 163, 23), im 16. Jh. Gestänck, Gestenck n.

gestatten, v. stattgeben, geschehen lassen. Mhd. gestaten, ahd. gistatön, zusammenges. mit ahd. statön einen Standpunkt, festen Stand gebeny, dann«zulassen», abgeleitet von ahd. stata f.«Standpunkt, bequemer Ort oder Zeitpunkt, gute Gelegenheity. S. Statt.

Geste, f.(Pl.-/): ausdrucksvolle Hand- oder Körperbewegung. Um 1500 bei Diefen- bach gl. 261 gesten machen, von einem Gaukler oder öffentlichen Spaßmacher, ebenso 1495 in der Kölner Gemma J 8e, dazu ndl. 1598 geste. Aus lat. gestus m. Gebärdenspiel der Redner und Schauspieler», eig. die Art, wie man den Leib trägt, von lat. gerére«an sich tragen, verrichten».

gestehen, v.: sich stellen, insbes. zu- sammenrinnend fest oder dicklich werden (im 14. Jh. bei Megenberg 81, 17 u. 477, 28); ein Bekenntnis ablegen, eig. aussagend hin- stehen. Mhd. gestän, gestén, ahd. gistantan, gistän stehen bleiben, sich stellen, stand- halten, beistehen, zugestehen, bekennen, zu stehen kommen, kosten»; dazu asächs. gistan- dan, gistãn æfeststehen, zukommen, wider- fahren, gereicheny, ags. gestandan æstehen, standhalten, sich wogegen erheben.

Gestein, n.(-s, Pl.-e): Steinmasse, Ge- birgsart(1562 bei Mathesius Sar. 63 b Ge- steine n.). Mhd. gesteine n.«die Edelsteine