Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
695-696
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695 geschehen

Geschichte 696

wie cletztwillige Verfügung, Testament, ge- richtlicher Vertrag», geschaft f. n.«zeugungs- glied'(noch md. und schweiz. Geschüft n.), aber ahd. gascaft f. u. gescaffeda, gescephededa f. &Schöpfung, Geschöpf»(gascaft auch«Schick- salsbestimmung»), wozu and. giskaft f.«Her- vorbringungy, ags. gesceaft f. n., got. gaskafts f. Substantivbildungen zu schaffen(s. d.). Die un- verkürzte Form Geschäfte n. noch bei Wie- land Idris 260, Goethe Faust 10451 und Tasso 672 usw. 4 B L. geschäftig, adj.: eifrig tätig, md. im 14. Jh. gescheftig neben mhd. gescheffic; davon Geschäftigkeit, f., 1541 bei Frisius 236 b. geschäftlich, adj., ebd. 576»b, aber ahd. gascaftlih«vom Verhängnis herbeigeführt, verhängnisvoll). ZUS. Ge- schäftsfreund, m., 1808 bei Campe. Ge- schäftsführer, m., ebd. Geschäftsmann, m.(Pl. Geschäftsleute), bei Goethe, aber 1478 in den Monumenta Habsburgica 1, 2, 617 gescheftman Testamentsvollstreckery. Ge- schäftsträger, m., 1775 bei Adelung Ge- schüftträger, gebildet nach franz. chargé d'affaires.

geschehen, v. imp.(Präs. es geschieht, Konj. geschehe, Prät. geschah, Konj. geschähe. Part. geschehen): wirklich werden, insbes. durch höhre Schickung; zuteil werden. Mhd. geschehen, md. geschén, geschin, ahd. gascehan: mnd. geschén, clevisch 1477 geschyen, mnäl. geschien, ndl. mit eingeschobnem d geschieden, ags. gescõon. Daneben das einfache Verb ahd. scehan«durch höhre Schickung sich ereignen), mhd. schehen, afries. skia, ags. scéon,(entlehnt) isländ., dän.-schwed. sxe. Die Grund- bedeutung ist«springen, sich plötzlich wen- deny, und das Wort ist daher verwandt mit abg. skoki m.«Sprungo, abg. skaati«springe, lit. gökti«springen, tanzen», air. scén(aus Iskwano)«Schreck», derscaigim(aus*de-pro- skalb)«trenne mich». Aus dem Germ. ge- hören noch hinzu als Intensivum schicken (vgl. zucken zu ziehen), ags. sceacan ceilen), anord. saga«hervorrageny. Das Präs. lautet ahd. giskihit, bei Notker gesciehet, geschiehet und vereinzelt keschiet, mhd. geschiht, ge- schieht und geschiet, im 14. Jh. geschicht, md. auch geschäht, geschét, älternhd. bei Luther und noch bei Lessing 4, 138, Goethe Jery 7, 28 und Rückert 1, 200 geschicht. Das Prät. starkflektiert ahd. giscah, vereinzelt gescahe, Pl. gescãhen, mhd. geschach und ebenso älter- nhd. bis ins 17. Jh., woneben im 15. Jh. ge-

geschahe); das Part. Prät. ahd. gescehan, ge- scehen, mhd. geschehen, älternhd. geschechen. Im Niederländ., Altfries., Ags. und im Nor- dischen jedoch ist bei diesem Worte nur die schwache Flexion üblich, die auch im Mnd. (Prät. geschude, geschede neben geschach) und im Md. auftritt(Prät. geschide, Part. geschit, geschiet und geschicht). Mhd. auch ich ge- schihe«gelangey. 45 L. Geschehnis, n.; Ereignis, im 19. Jh. neu auftretend, aber schon im 15. Jh. geschanufß Schickung- (Diefenbach gl. 186 b); dazu nndl. geschieddenis n. Geschichtey(s. d.).

Gescheid, n.(-es, Pl.-e): Trockenmaß von%, Malter oder Metze. Am Mittel- rhein, in Oberhessen, Schwaben. 1494 in Weist. 6, 44 geschaide n., wohl eins mit ahd. geskeite n.«Teilung, Scheidelinie, punkt», mhd. gescheide n.«Grenze» neben ahd. gascait, gisceid m.«Unterscheidung, Ab-, Einteilung» und sceit m.«Scheidung, Trennungy. Von scheiden(s. d.).

Gescheide, n.(-es, Pl.-e): Gedärm des Wildes. Weidmännisch, 1721 bei Jablonsky, 1727 bei Hübner. Von scheiden(s. d.), eig. cdas aus dem erlegten Wild Auszuscheidende oder Auszuwerfendey.

Geschein, n.(-s, Pl.-e): am Weinstock, erscheinende Traubenknospe. Rheinisch(1838 bei Weber öc. Lex.) wie gleichbed. Schein m. In der Bed.«Geschlechtsteily 1585 in Ari- stoteles Probl. 111b.

gescheit, adj.: gesunden Menschenver- stand habend, sowie diesem entsprechend, geistig scharf, schnell und gewandt. Bei Luther gescheid und geschiede, 1488 gescheit (Städtechron. 3, 142, 7), mhd. geschide. Von scheiden(s. d.), also urspr.«geistig sondernd, geistig durchdringendy. Aus falscher Ab- leitung seit dem 17. Jh. gescheut, 1663 bei Schuppius 1, 550, noch bei Lessing 1, 319 und Schiller Räuber 5, 1. Davon Gescheit- heit, f., 1716 bei Ludwig.

Geschenk, n.(-es, Pl.-e): freiwillige Gabe. Unverkürzt Geschenke n. bei Gellert 3, 83, Rückert 1, 147. Md. im 14. Jh. ge- schenke n. in heutiger Bed., im 12. Jh. aber neben geschinkte n.«Lingeschenktesy. Sub- stantiv von schenken(s. d.).

Geschichte, f.(Pl.-n): was(von selbst- tätigen Wesen) geschieht; Folge und Inbe- griff geschehner Dinge; Erzühlung von Ge- schehnem(im 15. Jh. geschicht f. Städtechron.

schahe, geschache(noch bei Lessing 10, 5 5, 175, 30, abstrakt 1644 bei Moscherosch