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ginuht, ags. genyYht, anord. gnôtt f. Genüge, Menge, Überflußs). genügsam, adj. zu genügen: æleicht zu befriedigen», im 15. Jh. bei Nicl. v. Wyle 315, 18; dazu Genügsam- keit, f., 1741 bei Frisch, in der Bed.«Genüge⸗ 1691 bei Stieler. ZUS. Genugtuung, f., 1482 im Voc. theut. 13 b genugtuung, 1429 bei Diefenbach nov. gl. 327 b genugtunteng. Genus, n.(Pl. Genera): Sprachgeschlecht. Das lat. genus n. Geschlecht», insbes. auch (nach gr. Tévoc n.)«das grammatische. Genuß, m.(Gen. Genusses, Pl. Genüsse): das Genießen, bes. mit Lust(1716 bei Ludwig). Seit dem 17. Jh. allmählich eingebürgert für das ältere Genieß(s. d.). 1664 bei Duez, aber vereinzelt vielleicht schon im 13. Jh. im Berliner Heldenbuch 5, 40 b näch genugze. Mnd. bereits im 15. Jh. genzt m. häufig neben genét m., mndl. genot n. ZUS. Genuß-
mittel, n., 1663 bei Schottel 532 Genos- mittel(wie 1678 bei Krämer Genoß m.«Ge-
nußy und bei Lohenstein Armin. 1, 554 u. 1081 genoſbar«genießbar»). Genußsucht, f. und genußsüchtig, adj., 1808 bei Campe als neu.
Genüssel, n.(-S, Pl. wie Sg.): Gewürm. Bei Goethe 3, 251 Schlaungen-Gendsseln. Ab- geleitet von mhd. genisse n. Gewürm», Kol- lektiv von ahd. Nesso m.«Wurm).
Geogräph, m.(-en, Pl.-en): Erdbe- schreiber. 1595 bei Welser-Werlichius Chron. 4, 81. Nach gr. Teurpäãcoc«erdbeschreibend», dann als Subst., von gr. Téa, VI f. Erde? (mit der in der Zusammensetzung auftretenden Form Teur aus Tno-) und einer Ableitung von Tpdceiv«schreiben». Dazu Geographie, f.: Erdpeschreibung, Erdkunde, 1534 bei 8. Franck Weltb. 62 b Geographe f., aus gr. lat. geõ- graphia, gr. Teurpapia f., geographisch, adj., nach dem gr. Adj. Teurfpoouc. Geo- logie, f.: Lehre von der Beschaffenheit der Erde. 1727 bei Hübner. Geométer, m. (es, Pl. wie Sg.): Landmesser, 1540 bei Al- berus dict. Vu 2, als Eigenname eines Bau- meisters mhd. Géometras, aus gr.-mlat. geo- meter statt des ülteren gr. Jat. geömetres, gr. fecuérpnc m., von gr. Téa, ü f.«Erdey und einer Ableitung von uerpov n.«Maß, uerpedv «messeny. Dazu Geometrie, f.: Feldmeß- kunst, mhd. géometrie, jéometrà f., aus gr. lat. gesmetria, gr. Teuerpio f.; geométrisch, adj., 1558 bei Rivius geometrische Büxen- meisterey, nach dem gr.-lat. Adj. geõmetricus, gr. Teuwuerpic.
Georg, Mannsname. Ahd. Georgjo, Gorjo. Aus gr. Jat. Georgius, gr. Techpfroc, zu gr. Jewpföc m. Landbauer, Ackermanny, nebst gr. Teupfedv Land bauen» zusammenges. aus gr. Té, Fff f.«Erdey und einer Bildung von Epfov n.«Werk, Arbeity. Dazu als Frauen- name Georgine, nach franz. Georgine; die gleichnamige, aus Mexiko stammende Pflanze (Dahlia, bez. Georgina) dagegen ist zu An- fang des 19. Jh. nach dem Petersburger Professor Joh. Gottlieb Georgi benannt.
Gepäck, n.(-es, Pl.-e): die zusammen- gepackten Sachen, Kollektiv von Pack. Im 18. Jh. auch unverkürzt Gepäcke n.(Lessing 10, 79), 1540 bei Alberus dict. R4 Gepeck, ndrhein. im 14. Jh. und mnd. gepack n. Vom Gepäckh des Heeres seit dem siebenjährigen Kriege(Jahn deutsches Volkstum 375), für das im 17. und 18. Jh. übliche Bagage f., aber schon 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 213 Gepäche, in den Landsknechtsheeren Plander.
Gepflogenheit, f.(Pl.-en): Art und Weise, wie man seither zu tun gepflogen hat, Brauch. Im 19. Jh. aus der österreichischen Geschäftssprache übernommen.
Geplärr, n.(-es, Pl.-e): Gelärm, Ge- schwätz. Mhd. geblerre, geplerre, geblär n. Substantiv zu plärren(s. d.). Anders älternhd. Geplärr n. Blendwerk», 1482 bei Melber B 5 b gepler(Var. geplerr), zu älternhd. Plärr, Plerr n. f.«Nebel vor den Augen, falsches oder doppeltes Sehen.
Gepolter, n.(-s): wiederholtes Poltern (s. d.). Bei Luther 3, 532 ⁰b, im 15. Jh. md. gebulder bei Diefenbach gl. 601 c.
Gepräge, n.(*I, Pl. wie Sg.): aufgepreßtes Zeichen oder Bild. Bei Luther 8, 2502 Ge- prege, bei S. Franck Chron. 193 b Gebräge, im 15. Jh. geprege, gepreche(Voc. 1482), ge- prech, mhd. gebrcæche, geprœche, geprüche, md. gebréche, gebréch n. in der heutigen Bed., ahd. gibrãchi n. cerhabenes Bildwerk». Sub- stantiv zu prägen(s. d.).
Gepränge, n.(-5): feierliche Pracht, Prunk. Spätmhd. im 15. Jh. gepräng(Wolken-
stein Nr. 59, 49 Schatz), geprench n. Sub- stantiv zu prangen(s. d.). Ger, m.(-es, Pl.-e): Wurfspieß. Nur
noch altertümlich. Mhd. gér und gére, ahd. gér und géro m. Spieß, vorn mit breitem Eisen, zu Wurf und Stoßy, im 12. Jh. durch die Ritterwaffe, den Speer(s. d.) verdrüngt; dazu asächs. gér, ags. gãr, anord. geirr m. Mit ursprünglichem s lat. gaesum n. und gr.


