Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
669-670
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669 Gelos

Gelze 670

Gelos, n.(-es): Exkremente des Wildes. Weidmännisch, 1582 in Feyerabends Weid- werkbuch 37 b Gelo66, 1580 bei Sebiz Feldbau 573 Gloß, im 15. Jh. gose n.(Schmeller 1, 977). Kollektivbildung zu 1Los(s. d. und Losang).

Gelse, f.(Pl.-n): Schnake, Mücke. Bayr.- österreichisch. 1687 bei Hohberg 1, 453 b Gelsse, bei Abr. a S. Clara Etwas f. Alle 2, 626 Gölsen f., 1678 bei Krämer Golse, um 1480 im Voc. inc. teut. k 1 b golsen f. Von gelsen«summen, schreien», noch bayr.-elsäss., einer Ableitung von gellen.

igelt, das zur Interjektion gewordene Präs. des Konj. von gelten(es gelte):«nicht wahrꝰ als Aufforderung zur Bejahung, wohl auch zur Mitverwunderung. Im 14. Jh. mhd. gelte(Königshofen 261, 16, zu lat. mem in der Vulgata 2. Mos. 2, 14). Aus der Rede der Wettenden entnommen, wie gleichbed. zas gelt's im 16. Jh. und wie der Plur. geltet als Interj., 1558 im Katziporus L 7 b, bei Fi- schart Garg. 143, noch schles. und oberdeutsch.

zgelt, adj.: keine Milch gebend, nicht trächtig, unfruchtbar. Mhd.-ahd. und noch obd. galt, md. im 14. Jh. gelde; dazu ags. gelde, nordengl. geld, schott.eld), anord. geldr, norweg. gjeld, altschwed. galder, dann gaalt, jetzt gall. Die einmalige ahd. Glosse gialta, «sterilem»(Steinmeyer-Sievers 2, 656, 45) knüpft das Wort an alt(s. d.) und ahd. gial- tinön neben alten, elten«aufschieben, ver- zögernꝰ, gialtinõti f.«Hindernis»; Hildebrand im D. Wb. aber vermutet Zusammenhang mit anord. galdr ZLaubersang, Zauberei» und als urspr. Bed.«verhextn.

Gelte, f.(Pl.-/): kleineres eimerartiges hölzernes Schöpf-, Aufbewahrungsgefäß zu Flüssigkeiten. Mhd. gelte, älter gellete, gellite, ahd. gelta früher gellita, gellida f., mnd. gelte, ndd. auch gilte, wie ags. gellet n.? großes Trinkgefäß⸗ entnommen aus mlat. galleta, gallida f.«Gefäß, Kübel».

gelten, v.(Präs. gelte, giltst, gilt, Prät. galt, Konj. gälte und gölte, Part. gegolten): Dargeliehenes oder dessen Wert zurückgeben, vergelten(nur noch dichterisch); einen ge- wissen Preis haben; wofür gehalten werden; abzielend richten nach.. abzielend betreffen (mit Dat., früher auch mit Gen. oder Akk.). Mhd. gelten(Präs. gilte, Prät. galt, Plur. gulten, Konj. gulte, gülte, Part. gegolten, da- her ülternhd. Prät. golt, Konj. gülte, gölte), md. auch gelden, ahd. geltan«zurückerstatten, bezahlen, opfern, vergelten», im Mhd. auch

ceintragen, kosten, wert sein⸗; dazu asächs. geldan,«zahlen, vergelten», ndl. gelden«kosten, wert seiny, afries. gelda, jelda vergelten», ags. gieldan, gildan, geldan«bezahlen, zurück- erstatten», engl. vield ceintragen, zugestehen?, anord. gjalda, altschwed. gjalla, dän. gjälde cpbezahleny, got. in fra-, usgildan«vergelten». Ursprünglich hängt das Wort mit dem heid- nischen Opferdienst zusammen und bed.dem verleihenden Gott in Dank oder Sühnung darbringen, gleichsam als Gegenwert geben, daher ags. gieldan«opfern, weihenꝰ, gielcl, gild n. und asächs. geld n. Opfery(s. Geld, Gilde, Gülte). Aus dem Germanischen ent- lehnt abg. Zled;«ich zahle, büßey. Die Ver- wandtschaft mit altir. geil n.«Pfandꝰ, gellaim cich verspreche?, gr. rãAéoc n. schuldige Gebühry ist sehr unsicher. Vgl. Osthoff Idg. Forsch. 4, 268. Sichere Anknüpfung fehlt. 4BL. Geltung, f.: Wert, 1616 bei Henisch, aber 1470 geldungk«censusy.

Gelübde, n.(-S, Pl. wie Sg.): feierliches Versprechen. Mhd. gelähede, gelubde f. n., md. gelubde n. und gelobede, gelobde, gelõbde n., ahd. gilubeda f., von geloben(s. d.).

Gelüng, n.(-s, Pl.-e): das Geschlinge 1540 bei Alberus dict. Ee Geläng, md. im 15. Jh. gelunge n., Kollektiv von Lunge(s. d.).

Gelüst, Gelüste, n.(es, Pl.-e), älter auch Gelust m.: mit angenehmer Empfindung verbundene Begierde. Mhd. gelust m. f. und geluste m., ahd. gilast f., Nebenform von Last (§. d.), als dessen Kollektiv aber mhd. ge- lüste n. Als Verbum zu Gelast gelüsten, v. impers. mit Akk.(seltner Dat.) der Person und Gen. der Sache oder mit Präp.(nach, wider) oder Inf. mit au. Mhd. gelästen, ge- lasten, ahd. gilusten, ags. gelystan.

Gelze, f.(Pl.-n): verschnittenes weib- liches Schwein. Mhd. galze, gelze f.«ver- schnittene Sau», ahd. galza, gelza f.«junge Sauy; dazu mnd. gelte und 1477 clevisch gylte f.«verschnittenes Mutterschweiny, ags. gilte f. und engl. gilt«junge Sauy, anord. galti, göltr m., gyltr, gylta f. und schwed.- dän. galt«verschnittener Ebery, desselben Stammes wie anord. gelda«kastrieren», geldr «entmannty. Doch stimmt die Lautverschie- bung nicht, und man müßfte für gelze eine Grundform geldnö-«voraussetzen». Dann könnte auch gelt verwandt sein. Man ver- gleicht aind. Iᷣs m.«Widdery, falls dies für hydus steht. 4BL. gelzen, v.: ein Tier durch Verschneiden unfruchtbar machen, md.