Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
667-668
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667 gelfen

geloben 668

Weitre Verwandtschaft unsicher. Vgl. Walde s. v. gelenk, adj.: biegsam und gewandt. Mhd. gelene wie Gelenk(s. d.), abgeleitet von mhd. lanke f.«Lendey. Davon das gleich- bed. Adj. gelenkig, 1664 bei Duez. Da- von Gelenkigkeit, f. im 18. Jh.

gelfen gelfern, v.: zu laut und daher widerlich laut werden. In Franken gelfen, gilfen, bei Adelung 1775 gälfern, nd. galfern, gaßpern, 1595 im Froschmeus. 1, 2, 2 gilfern, im 16. und 17. Jh. gelfen, gilfen(Wunder- horn 4, 182), gilpfen(Weller Dicht. 84), mhd. gelfen, gelpfen(Prät. galph)«laut werden, schreien, bellen, übermütig sein, prahlen), refl.«worüber fröhlich seiny, nebst dem Subst. mhd.-ahd. gelf, gelph, asächs. gelp m.«Hohn», gelpquidi Hohnredes, spütmhd. gilfm.«Schrei; dazu ahd. gelbön einem etwas weis machen», asächs. galpon«laut rufen, sich rühmen», ags. gilpan, gelpan«sich rühmen», anord. gjalfr n. «Brausen, Brandung», mnd. gelbe«Wasser- wogey. Wohl Ableitung von gellen. Man vergleicht noch aind. pra-gälbhati«ist mutig, entschlossen, pragalbhäs«mutig, entschlossen⸗ (mit g aus gh wegen desh).

Gelichter, n.(-*s): Gleichheit des Wesens; Inbegriff von Personen gleichen Wesens. Im 15. Jh. bei Beheim Ged. 9, 936 glihter, 1562 bei Mathesius Sar. 97 2 Gelichter, in Wörter- büchern erst bei Steinbach 1734, mit ver- ächtlichem Nebensinn seit dem 17. Jh.(Simpl. 3, 12 Kurz); Nebenformen Gelächter(1648 bei Harnisch aus Fleckenland 74), Glifter (bei Abr. a. S. Clara Judas 1, 298, noch bayr.- tirol.), siebenbürg. Geläfter«eins von einem Paary. Davon mhd. im 14. Jh. gelichtergit m. «Angehöriger derselben Familien, im 13. Jh. Rihtride f.«Geschwisterschaft»(Berthold v. Regensburg 1, 93, 7), im 12. Jh. gliherte f. «Geschwisterlichkeit»(2). Man faßt jetzt Ge- lichter als Kollektivbildung zu ahd. lehtar, lehter und gilehter«Gebärmuttery. Dies ist abgeleitet von liegen, eig.«Ort des Liegens», vgl. and. lãtr n. Liegestätte? und entspricht gr. XExrpov n. Bett, Ehebetty. Dabei bleiben die Formen mit f unaufgeklärt.

gelieben, v.: lieb sein, belieben. Nur noch altertümlich. Mhd. geliehen cangenehm sein oder werden», mnd. geléven; trans. mhd. gelieben, ahd. giliuhan lieb, angenehm machem, ags. gelufian«lieben». Geliebte, m. und f., das Part. Prät. von lieben(s. d.) als Sub- stantiv, in allgemeiner Bed. bei Luther(im Predigtstil Geliebte in dem Herrn 1678 bei

Krämer), im engern Sinne 1541 bei Frisius 63 b die Geliebte«amica?.

geliefern, v.: aus dem flüssigen Zustand in einen festern übergehen. 1562 bei Mathesius Sar. 80 à geliefern, mhd. gelibern, liberen; dazu das Part. Prät. ahd. im 11. Jh. giliberbt«geronnen?, mhd. gelibert, md. im 14. Jh. gelibbrit und im 15. Jh. geleffert, 1595 im Froschmeus. 1, 2, 11 gelebert(spätere Var. gelievert, geliewert); dazu mnd. leveren«gerinnen machen». Gleichen Stammes wie Lab und Lebermeer(s. d.).

geliegen, v.: niederliegen, zu liegen kommen, niedersinken, fallen; niederkommen, ins Kindbett kommen(1. Sam. 4, 19). Mhd. geligen, ahd. giligan«daniederliegen, sich niederlegeny, im Mhd. auch vom Kindbett.

gelind, adj.: unverkürzt gelinde, mhd. selten gelinde, verstärktes lind(s. d.). Ge- lindigkeit, f., bei Luther.

gelingen, v.(Prät. gelang, Konj. gelänge, Part. gelungen): gut vonstatten gehen, ge- wünschten Erfolg haben. Verbunden mit sein, bei Luther(1. Makk. 2, 47) mit haben. Mhd. gelingen, ahd. gilingan; auch das ein- fache mhd. und mnd. lingen bed.«vorwärts gehen, glücken». Gleichen Stammes wie ahd.-asächs. Taungar, mhd. langer, ags. lungre crasch, schnelly; dazu gr. eX†οœ0᷑ñꝗο˙t«schnell, aind. laghäs, raghüs«rasch, schnell, leicht» u. a. Weiter aind. πνο‿nati, lawoghäjati«springt auf, verletzt, beleidigty, auch rqhaté«rinnt, eilty, awest. ronjaiti«macht Glück», ir. léi «Sprungy. Auch gr. eérxeiv«schmähen, ver- achteny könnte verwandt sein. Grundbedeu- tung aufspringen), auf der andern Seite könnte auch lit. linkti«sich biegen?, leflcki «biegen herangezogen werden.

gell, adj.: gellend. 1482 im Voc. theut. K 6 b gell, mnd. ghel. Zu gellen, v.: hell, scharf durchdringend schallen. Jetzt schwach-, ehedem starkbiegend, mhd. gellen(Präs. gille, Prät. gal, Plur. gullen)«die Stimme laut hören lassen, klingenꝰ, ahd. gellan; dazu mnd. gellen, gillen, ndl. gillen, ags. gellan, gillan«klingen, die Stimme ertönen lassen», anord. gjalla, gella«ertönen». Die Wurzel gel«töneny auch vielleicht in gr. xe²idy f.«Schwalbe».

geloben, v.: sich mit Worten feierlich wozu verbindlich machen. Mhd. geloben, ahd. gilobön æbeifällig erhebeny», dann Beifall gebend sich wozu verbindlich machen, ver- sprechen, verlobeny». Zusammenges mit loben (s. d.). Davon Gelöbnis, n., im 15. Jh. gelobe- nisse, gelobniß, 1616 bei Henisch Gelöbnuß.