Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
665-666
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665 Geld

Gelenk 666

Mörin 548). Gelbsucht, f., mhd. gelsuht f. Gelbwurz, f.: Pflanze mit inwendig safran- gelber Wurzel zum Färben(curcuma longa) oder gelbem Safte(chelidonium majus). In der 1. Bed. 1721 bei Jablonski, Gilbzwertzel 1588 bei Tabernämontanus.

Geld, n.(es, Pl.-er): als allgemeines Zahlungsmittel anerkannter Gegenstand. Bei Luther und im 17. Jh. noch Gelt, mhd. gelt n. und m.(Gen. geltes und geldes, Pl. gelt wie noch im 16. Jh.), ahd. gelt n., seinem Stammworte gelten(s. d.) gemäß zunächst «Zahlung, die geleistet wird, Ersatz, Ein- kommen, Rente, Schuldforderungy, dann«ge- prägtes Geld und dessen Ersatz in Papier»; dazu asächs. geld n.«Vergeltung, Zahlung, Opfer», mndl. geld und afries. geld, jeld n. cgeprägte Münze?, ags. gild n.«Vergeltung, Ersatz, Opfery, anord. gjald n. Erstattung, Steuer», schwed.-dän. gjcld«Bezahlung', got. gild n.«Steuer, Zins». ZUS. Geldbeutel, m., 1663 bei Schottel 5072. Geldbrief, m.: Brief mit Geld, in dieser Bed. noch nicht bei Campe. Im 15. Jh. Schuldverschreibung. geldgierig, adj., bei Fischart Ehez. B 6. Geldkatze, f.: hohler Gürtel als Geldbeutel, 1741 bei Frisch(s. 2 Katze). Geldsack, m., bei Luther, ndl. 1598 geldsak bildlich«der Reiche». Geldschneiderei, f.: Betrügerei mit Geld, Prellerei, 1787 bei Kramer, im eig. Sinne Geldschneider«Münzbeschneider? 1616 bei Henisch. Geldstrafe, f., 1541 bei Frisius 565 2 Gältstraaff.

Gelée, n.(spr. Zelé,-s, Pl.-S): Sülze, Dicksaft, eig. Gefrornes, kalte geronnene Brühe. 1715 bei Amaranthes. Das franz. gelée f., aus lat. gelãta, dem Fem. des Part. Prät. von lat. geläre gefrieren macheny.

gelegen, Part. als Adj.: der räumlichen Ausdehnung nach befindlich; nach Paflich- keit erwünscht, passend(bei Luther). Mhd. gelegen, ahd. gilegan«in Beziehung worauf Lage habend, nah angrenzend, nah verwandt, benachbart), Part. Prät. von liegen und ge- liegen(s. d.). Dazu Gelegenheit, f., mhd. gelegenheit f.«Art und Weise des Liegens, Lage, Beschaffenheit, Angrenzungy, älternhd. im 16. Jh. Gegend, bequeme Nähe, bequeme Sachlage». gelegentlich, adj., mhd. gelegen- lich«gelegen, sich darbietendo, im Adv. ahd. gelegenlicho«wie mein Nächstery, mhd. ge- legenliche angrenzend», 1734 bei Steinbach gelegentlich«bei Gelegenheit, bei angemeßner Verbindung von Umständen).

gelehm, adj.: leicht sich fügend und biegend. Im westl. Mitteldeutschland(wetter- auisch gellm). Md. im 14. Jh. geleme als Adv. bildlich«zutunlich, sich schmiegend traulichy.

gelehrig, adj.: leicht und gern sich lehren lassend. 1420 gelerig, aber schon im 13. Jh. md. ungelérich. Eine Verstärkung des gleich- ped. ahd. lérig, noch im 16. u. 17. Jh. lehrig, mnd. lérich.

Gelehrsamkeit, f., im 17. Jh. bei Leibniz, von gelehrsam(1578 bei Fischart Ehz. E), gebraucht als Substantiv zu gelehrt, Part. als Adj., mhd. geléret, gelért, ahd. galérit, gilert, Part. Prät. von lehren(s. d.), wovon das mhd. Verbum geléren, ahd. ga-, giléran.

Geleise, s. Gleis.

Geleit, n.(es, Pl.-e), unverkürzt Ge- leite(Schiller 11, 35), mhd. geleite, geleit n. Leitung, ehrende Begleitung, Begleitung mit Schutz, insbes. zu landesherrlichem Schutzy, mnd. und ndl. geleide n. Von geleiten, v.: mit jem. auf dem Wege sein, bes. zu seiner Sicherheit, mhd. geleiten, ahd. gileitan«mit-, wohin leiten?(s. d.), ags. gelẽdan. ZUS. Geleitsmann, m.: Führer, Begleiter, mhd. geleitesman und geleitman, md. leitesman, leit- man. Geleitswoche, f.: die Vorwoche der Messe(in Frankfurt a. M.), zu mhd. geleite n. «die Begleitung, die der Herr des Landes dem reisenden Kaufmann zum Schutze gibto, dann auch der Zoll für diese Begleitungy.

Gelenk, n.(-es, Pl.-e): Zusammenfügung zweier Körper, mittelst welcher diese bewegt werden können(im 16. Jh.). Mhd. gelenke n. ader biegsam schmale Leib zwischen Hüfte und Brust, die Taille, Biegung oder Falte (des Kleides), Beugung, Verbeugung». Kol- lektiv zu mhd. und noch bayr. lanke, ahd. hlancha, lancha f.«Weiche, Lendey, d. i. die Stelle über der Hüfte wo der Körper sich biegt (s. Flanke), ags. Menca m., hlence f., anord. Nlekkr m. cRingy, im Plur.«Kette?, schwed. länke m., dän. Iänkce«ineinander greifendes Glied, engl. link Kette, Kettenglied»(auch nhd. 1517 bei Trochus Q52 gelenck«Kettenringy, ebenso bei Sturz 2, 108). Dann aber auch als Substantiv zum Adj. gelenk md. im 14. Jh. gelenkte«Gewandtheity, und als Verbalsub- stantiv zu lenlcen, Lenkung(bei Luther 1, 491² Jen.) cdie richtige Lenkung bei einer Wegebiegung»(in Sachsen und Thüringen). Daneben mhd. gelanc m.«Gelenky. Weiter gehört das Wort zu lat. clingo bei Festus cumgürte», aind. grwkhald f.«Kette, Fessel».