Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
663-664
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663 gelahrt

gelb 664

Geldes, ähnlich wie got. gabaur m.«Schmaus» und gabaur n.«Steuery zu got. gabairan«zu- sammentragen)y.

gelahrt, statt gelehrt. Nur noch alter- tümlich. Md. im 14. Jh. gelärt(für mhd. geléret), im 15. und. 16. Jh. auch oberdeutsch. S. lehren. Gelahrtheit, f., im 17. Jh. bei Rachel 8, 422.

Gelände, n.(-s, Pl. wie Sg.): Landschaft. Mhd. gelende, ahd. gilenti n.«Land, Gefilden. Kollektiv zu Land(s. d.).

Geländer, n.(-s, Pl. wie Sg.): Stangen-, Latten-, Eisenstabgerüste zum Einfriedigen oder Daranlehnen. Mhd. im 14. Jh. gelanter, im 15. Jh. gelenter, gelender n. Kollektiv zu mhd. lander n. Stangenzaun, Zaunstange, Lattey(noch oberd. Lander f.), wohl urver- wandt mit lit. lentä f.«Bretty. Der Neben- form Geldnde n.(schon 1580 bei Sebiz Feld- bau 50 Gelänt, zu bayr. alemann. Lande f. Lattey, das bereits im 16. Jh. bei Fron- sperger bezeugt ist) entspricht 1477 clevisch gelymt, mnd. glint, nnd. glind n.«Umfriedung mit Brettern oder Latten». Davon gelän- dert, adj.: mit Geländer versehen(Schiller Spaziergang 39), 1616 bei Henisch ein ge- lenderter Steg.

gelangen, v.: sich bis wohin erstrecken; bis wohin kommen. Mhd. gelangen, ahd. gi- langon. Verstärkung von langen(s. d.).

Gelärr, n.(-es, Pl.-e): schlechtes, der Ausbesserung bedürftiges Gebäude; unfest ge- wordnes Gerät. Noch wetterauisch Gelirr; dazu östr. Glär n. Platz, Geliegery». Ahd. gilãri n.«Wohnungy(z. B. bei Otfrid 1, 11, 11 alt giläri calter Wohnsitz»), abgeleitet von dem in Ortsnamen(Goslar, PFritzlar) vor- kommenden ahd. lär«Niederlassung, Wohn- sitzy, als dessen Kollektiv. Unbekannter Herkunft.

Gelaß, n., auch m.(Gen. Gelasses, Pl. Gelasse): Raum zum Aufbewahren, Bequem- lichkeit im Hause(bei Frisch 1741). Mhd. gelcze n.«Niederlassung, Niederlassungsort», auch das aus dem Nachlasse des verstorbnen Eigenmannes dem Herrn Gebührende»(auch läz m.) und«Benehmen, Gebaren», geläz m. n.«Verleihung, Benehmen»; dazu mnd. lät, mndl. ghelaet«Gebärde, Benehmen». Sub- stantiv zu lassen(s. d.). gelassen, Part. als Adj.: mäßig bei Gemütsbewegung, schon mhd. geldzen, urspr.«gottergeben», Part. Pass. von mhd. gelãzen, ahd. giläzan cer-, unter-, niederlassen», im Ahd. auch«zugesteheny.

Davon Gelassenheit, f., mhd. geläzenheit f. Gottergebenheit, Ergebenheit».

Gelatine(spr. zelaténe), f.: Gallertstoff. Aus gleichbed. franz. gélatine f., gelehrte Ab- leitung von lat. geläãtus«gefroren», Part. Pass. von geldre«gefrieren macheny. 1727 bei Hübner Gelatina.

geläufig, adj.: sich leicht und schnell bewegend(Opitz Ps. 45); wohlerfahren, wohl- bekannt(1734 bei Steinbach, geläuftig bei Leibniz). Eine Verstärkung von läufig(s. d.). 4BL. Geläufigkeit, f., 1745 bei Weber.

Geläute, n.(-s, Pl. wie Sg.): das Läuten der Glocken, mhd. geliute n., auch allgemein «Schall, Getösey(ahd. gilti n., ags. gehlgd, gehlyde n.). Substantiv zu lauten, lüuten(s. d.).

gelb, adj., bei Luther und noch in md. Mundarten gel, wie fahl neben falb, mhd. gel(Gen. gelzwes), ahd. gelo(mit o aus o, Gen. gelawes), mit b aus o bereits im 14. Jh. gelb; dazu asächs. gelo, in schwacher Form gelowo, mud. gel, geel, mndl. ghela, gheluao, ndl. geluro neben geel, ags. geolo(Gen. geolabes), engl. ſellouo; dazu ablautend anord. gulr, schwed.-dän. gul. Mit i aus mit J gebildeten Formen mbd. gilioez neben gelwez, gilꝛven «gelb fürbeny», gilweht, gilweleht«gelblich», gilioe f., ahd. giliwvꝭ f.«gelbe Farbes, noch nhd. gilblich, vergilbt. Der Lautverschiebung gemäß stimmend mit lat. helvus(entlehnt aus dem Keltischen(?) gilvus) chonig-, hell- gelby, gr. xxôoc m.«grüngelbe Farben, xkön f.«erster grüngelber Pflanzentrieby, xXuw chellgrün, gelblich», lit. 2alias«grün», abg. zelenui«gelb, grün, awest. zuiri-«gelb, gold- farbenꝰ, aind. häri-«gelb, blond». Lit. gelsvas «gelblich, fahl, geltas«fahlgelb» bieten Schwierigkeiten im Guttural. 43L. gelben, v.: gelb werden, spätmhd. im 14. Jh. gelben (Megenberg 39, 14). gelblich, adj., 1616 bei Henisch, gelblicht 1562 bei Mathesius Sar. 41², mhd. gelbloht(s. gilblich). Z0S. Gelbgießer, m.: der Geräte aus Messing gießende Handwerker, 1741 bei Frisch aus älterm nd. geelgeter(1594 bei Chyträus), ndl. 1598 gheelghieter. Gelbschnabel, m.: zu- nächst der noch nicht oder doch kaum flügge Vogel, weil er zu beiden Seiten des Schnabels gelb ist, dann bildlich ein junger unerfahrner, noch unselbständiger junger Mensch(1586 Mathesius Syrach 1, 33² der Pl. Geelschnebel, ebenso franz. bec-jaune, béjaune m., vgl. geel umb den Schnabel Luther 7, 223 b J., ich welt

dirs gelb vom snabel wiüschen Sachsenheim