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Gelage 662
mnd. geistlicheit f.«geistliches Leben, Fröm- migkeity, dann«geistlicher Stand, Gesamt- heit der Geistlichen». ZUS. 1) mit dem Pl. Geister: geisterbleich, adj., bei Schiller Fieseo 5, 12 u. Wallenst. Tod 4, 11. geister- haft, adj., bei Goethe 20, 310. Geister- stunde, f., bei Gotter Ged. 1, 155. Geister- welt, f., bei Haller Ged. 172, Hagedorn 1, 59. 2) mit dem Gen. Geistes: Geistesabwesen- heit, f., bei Campe 1808, daraus gebildet im 19. Jh. geistesabwesend. Geistesgegen- wart, f., bei Herder Ideen 4, 320. geistes- krank, adj., bei Campe 1808. 3) mit Geist: geistlos, adj., md. im 14. Jh. geistelös. geist- reich, adj., bei Luther sowohl«voll religiösen Geistes» 3, 282 a, als auch in weltlichem Sinne 3, 72 b geiskreicher Kopff und in Bindseils Bibelausg. 7, 417 geistreicher Poet. geist- voll, adj., 1741 bei Bodmer.
1Geiz, m.(-es, Pl.-e): zu entfernende wuchernde Nebentriebe an Pflanzen, bes. zwischen Blattstielen am Weinstock, am Tabak. 1721 bei Jablonsky. Im Rheingau auch Fem. Eins mit dem folg. Wort, eig.«der den Saft gierig saugende und den fruchttragenden Zweigen entziehende Schoßy.
2Geiz, m.(+es): allzu große Begierde, Geld und Gut zu haben und zu behalten. Alter- nhd. Geit, mhd. und ahd. gft m.«Heißhunger, ungezügelte Gier, Habgier», woneben mhd. gite f., Ende des 13. Jh. giee(j. Titurel 3338), im 14. Jh. geitz, gei m.«Habsuchty; dazu afries. gãäd etwas Erwünschtes», ags. 9ãd, gãν⁴ n.«Mangel, Armut, Verlangen, Begierdey, got. gaicaw n.«Mangelꝰ, asächs. meti-gédea f. &Nahrungsmangels, urverwandt mit lit. geice d cich begehre»(Inf. geisti), abg. Zidch«ich er- warte»(Inf. 2dalti). Da mhd. t nicht zu nhd. z wird, so ist G. erst wieder eine Rück- bildung von geizen, v.: Geiz üben, bei Luther geiteen, mhd. von git abgeleitet gitesen, gitsen cgierig, habgierig sein» neben gleichbed. giten, ags. giĩtsian«begehren» nebst gitsung f.«Hab- gier). 4L. geizig, adj.: allzusehr mit Geld und Gut zurückhaltend, im 15. Jh. gilzig, gentzæig, geicæig, im heutigen Sinne, mhd. gêtec, gitic, ahd. gitag«gierig, habgierigy. Z0S. Geizhals, m.: der Geizige, bei Luther, urspr. älternhd. gieriger Hals oder Schlund. Geiz- kragen, m.: Geiczhals, 1808 bei Campe, zusammenges. mit Kragen im Sinne von &Halsy.
Gejaid, n.(es): Jagd. Bei Uhland 410 aus älternhd. Gejaid, mhd. gejeide, gejegede n.
neben gejaget, gejeit und gejege n., Substantiv zu jagen(s. d.).
Geklüft, n.(-es), wie es scheint, von Klopstock gebildet.
Geköse, n.(s): wiederholtes Kosen. Mhd. gekõse, ahd. Lichösi und chösi n.«Gespräch, Geschwätz», abgeleitet von kosen(s. d.).
Gekreisch, n.(es, Pl.-e): starkes, wie- derholtes Kreischen. Md. im 15. Jh. gekrische, gelcriesch, ndrhein. im 15. Jh. gelerisch. Un- gewöhnlich Gekreusche n.(Lessing Em. Gal.
4, 3), 1691 bei Stieler.
Gekritzel, n.(-s): Kritzelei. 1678 bei Krämer.
Gekröse, n.(-s, Pl. wie Sg.): das kleine Gedärme; vielgefältelte Krause(1562 bei Ma- thesius Sar. 69 b Gekröse, 1590 bei Fischart Garg. 3 Gekröß neben älternhd. Krõß n.). In der 1. Bed. mhd. gekrœse n. neben Krœse n. (ahd. chröse«Krapfengebäck»); dazu mnd. gansehroese, goselros, mndl. Kroos, kroost, Kroes, Kroest«Gänse- und Entenklein». Eines Stammes mit kraass(s. d.).
Gelache, n.(-es, Pl.-e) und Gelächter, n.(-S, Pl. wie Sg.): starkes, wiederholtes Lachen. Närhein. im 14. Jh. gelach, spätmhd. 1412 gelech(Diocletians Leben 2172), Sub- stantiv zu lachen. Gelächter, mhd. gelehter n., ist Kollektiv zu mhd. lahter n., im 15. u. 16. Jh. lechter, ahd. hlahtar, lahter n. ædas Lachen»(dazu ags. Rleahtor, hlehter m., engl. laughter, anord. hlätr m., dän. latter), einer Ableitung von lachen(s. d.). In übertragener Bed. östr. hölzernes Gelächter«die Strob- oder Holzfiedel», schon im 16. Jh. bei Schade Sat. 2, 238, stäühlern Gelächter in Mozarts Zauberflöte, wofür später Glockenspiel.
Gelage, n.(-s, Pl. wie Sg.), verkürzt Gelag: Zusammensein zu lustigem Trinken oder Speisen. Im 18. Jh. durchgedrungen für ältres Gelach(1501 im Leipz. Voc. opt. Bb 42, allgemein im 16. und 17. Jh., noch bei Wieland und Lichtwer) neben Geloch, Gloch und Gelack, vereinzelt bereits im 16. Jh. Gelag(Froschmeus. 1, 2, 6), Glag(Waldis Es. 4, 68, 18), aber schon im 14. Jh. ndrhein. gelõch, gelogg, 1435 in einer Düsseldorfer Schützenurkunde gelaich, mnd. gelach neben lach(auch md. 1517 bei Trochus 0 3² contu- bernium, societas, ein laech), mndl. gelach und gelage, undl. gelag n. Die ältre Bed. ist«Zeche, Zusammengelegtes zu Trunk oder Schmaus, Gesellschaft, Gildey. Abgeleitet von legen(s. d.), vom Zusammenlegen des
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