659 Geiser
Geist 660
mit dem Leibe(Herder Cid Nr. 17), mhd. giselschafl f.
Geiser, m.(-s, Pl. wie Sg.): heiße Quelle, Sprudel, bes. auf Island. In neurer Zeit aus dem islünd. geysir, eig.«Wüterich» von anord. geisa«wüten»(s. Geisk) entlehnt.
Geiß, f.(Pl.-en): Ziege. Oberdeutsch. Mhd. und ahd. geiz f.(der Pl. ahd. geizi, mhd. geige, schon im 16. Jh. bei Fischart Garg. 414 Geisen); dazu mndl. geit, ags. gdt f., engl. goat, anord. geit, got. gaits f. mit dem Dim. gaitein, ahd. geizzin, ags. geẽεten n. Zicklein), übereinstimmend mit lat. haedus m.«junger Ziegenbocky. Abg. kozd f.«Ziege, koziluü m. Bock» dagegen ist urverwandt mit mnd. hõöken, QGeen, mndl. hoelcijn, ags. hécen n. XZickleiny. Vgl. Kitzlein, Habergeiß. ZIUS. Geißbart, m.: Pflanze mit langen, einem weißen Bart ähnlichen Blumenzasern(Spiraea aruncus und ulmaria), 1546 bei Bock 107 5, bei Dasypodius 1537. Geißblatt, n.: wohl- riechende Pflanze(Caprifolium), deren deutsche Art(Waldrebe) die Ziegen fressen, im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 98 b gaißblat. Geißbock, m.: Ziegenbock, mhd. geigboc m. Geißfuß, m.: Pflanze mit ziegenfußartigem Blatte(Aego- podium podagraria), 1588 bei Tabernämon- tanus. Mhd. geigwuoz m.«Ziegenfuß», Mitte des 15. Jh. geißfaß m.«vorn gespaltenes Brecheisen). Geiß-, Geißenmilch, f.: Ziegenmilch, mhd. geizmilch, aber Geißen- milch ist zusammenges. mit dem mhd. Adj. geizin, älternhd. geyssen, schon frühmbd. geizinin milch.
Geißel, f.(Pl.-n): Schlag-, Züchtigungs- werkzeug mit Riemen zum Schwingen;(west- md.) Deichsel. In der 1. Bed. mhd. geisel, ahd. gaisala, geisila f., im 15. Jh. vereinzelt geißiel(Diefenbach. gl. 237°), elsäss. im 14. Jh. geischel, im 17. Jh. bei Duez und Krämer Geissel, im 18. Jh. bei Rädlein und Gottsched Geißel zur Unterscheidung von Geisel(s. d.). Dazu mud. geisel, mndl. gesele, ndl. geesel f. Peitsche», anord. geis! m.«Stab beim Schnee- schuhlaufen zum Beschleunigen des Laufes». Demnach urspr. wohl der Geißelstock mit Schnur, seit dem 15. Jh. allmählich durch die zum Teil aus Leder hergestellte Peitsche (s. d.) zurückgedrängt, aber noch in Ober- deutschland, Hessen, Luxemburg, Westthü- ringen u. im Erzgebirge. In der Bed.«Deichseb 1540 bei Alberus dict. Bb 22 geissel, noch wetterauisch Gaisiln f., in Hessen Geischel, Gischel f., mrhein. im 15. Jh. gysel(Diefenb.
gl. 576 b). Da man von der Bedeutung«Stab, Rutey ausgehen muß, so ist Ger(s. d.) ver- wandt. Vgl. auch noch E. Schröder ZfdA. 42, 64. 48L. geißeln, v., mbd. geiseln. Geißler, m., mhd. geiscler, elsäß. im 14. Jh. geischeler m.
Geist, m.(-es, Pl.-er): bewegender be- lebender Hauch; der Gotteshauch; die in einem Wesen wirkende Grundkraft, daß es denkt; unkörperliches überirdisches Wesen; (nhd.) bildlich von Stimmungen und Rich- tungen des Menschengeistes(1525 bei Zwingli vom Touf r 32 Geist der Einträchtigheit, bei Luther 3, 26 b der zornige Geist); der geistige Inhalt oder Sinn im Gegensatz zum Buch- staben(2. Kor. 3, 6); aus Körpern entwickelte Kraftflüssigkeit, Quintessenz(1582 bei Fischart Garg. 294 Geist m. als Alchemistenwort, vor- her pei Paracelsus Opera 1, 2² die Geist der Kreuter und Wurzen, vom schäumenden Wein 1685 bei Grimmelshausen Simpl. 2, 53, 18 Kllr. daß er im EBinschenchen rauschet und seine Geisterlein uũber das Glas hinausspringen). In Bed. 1—4 mhd. geist m.(Pl. geiste und im 14. Jh. auch geister), ahd. geist m.(Pl. geista); dazu asächs. gést, geist, mnd. geist, nnd. geest, mndl. gheest, afries. gãst, ags. gãst, gdst m.(engl. noch ghost Gespenst» und vom heiligen Geist, s. u.), dafür im Got. ahma m.(s. Atem) und im Anord. andi m., önd f.«Geisty. Verwandt mit got. usgaisjan cerschrecken, von Sinnen bringen?, usgeisnan caußer sich gerateny, anord. geisa«wüten)?, engl. aghast«aufgeregt, zornig», aind. hédati «er ärgert, kränkt, hädas n.«zZorny. Vgl. v. Bradke KZ. 28, 295. Insbesondere der bösé Geist, mhd. der bœse geist«der Teufely; guter Geist«Schutzgeisty, 1540 bei Alberus dict. BB 2 b guter Geyst, guter Engel nach Ps. 143, 10(ahd. pei Notker don guote geist); der heilige Geist, ahd. zuerst wihér älun, dann heulagéèr geist, mhd. der heilige geist, verkürzt heiliggeist, heili-, heile-, heilgeist, asächs. hélag göst, ags. hãlig gäst, engl. the holy; ghost, dafür anord. heilagr andi, got. ahma weins. 4BL.-geistern, s. be-, entgeistern. geistig, adj., mhd. geistic, mnd. geistich. geistlich, adi.: im Gegensatze von zweltlich, und fleischlich, in der ältern Sprache auch für geistig, mhd. geistlich, ahd. geistlich, bei Notker auch geislich, asächs. géstlikc, afries. gästlikc, jéstlir, ags. gästlec, engl. ghostl;; subst. Geist- licher, m.: Priester. Seit dem 15. Jh.; dazu Geistlichkeit, f., mhd.(md.) geistlichlceit,


