Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
655-656
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655 1 Gehenk

Gehülfe 656

und der Wz. ei- gehen» zusammengesetzt 3, 696); gebührend(1711 bei Rädlein). Nur

sein, vgl. dagegen Streitberg Idg. Forsch. 6, 148. Am ehesten ist es mit aind.«gehen, schreiten» zu verbinden, vgl. Walde s. v. eo, anders Karsten Btr. 16, 565.

Gehenk, s. Gehänge.

geheuer, adj.: sich sicher fühlend, pe- sonders vor Unheimlichem. Mhd. gehiure csanft, anmutigy, auch ohne Zauberei zu- gehend, mit Unheimlichem nicht behaftet», zusammengesetzt mit dem ahd. und asächs. Adj. hiuri in unbiuri«grausig, schrecklich», ags. héore, hyfre«freundlich, sanft, mild, will- fährigy, unhifre, unhéore«grausig, entsetzlich, anord. hfrr«froh, muntery», Ahyrligr«wild aussehend»; dazu mnd. gehdre, mndl. ghehuer cheiter, frohy. Stammverwandt mit ahd. 'on, hon Pl.«Hausgenosseny, hüuvisi n. «Familie, Hauswesen, Haushaltung», anord. Wjon, Mjdn n. pl. Hausleute?, Hyfski n.«Haus- genossenschaft), genau wie unheimlich und heimlich«einheimisch, vertraut» zu Heim ge- hören. Vgl. auch aind. gévas, giväs ver- traut, lieb?.

Gehilfe, s. Gehüülfe.

Gehirn, n.(6es, Pl.-e): Hirn, eig. Gesamt- heit des Hirnes. Unverkürzt Gehirne bei Klop- stock Mess. 93, Wieland 18, 165, Rückert 1, 10. Mhd. gehirne n., Kollektiv von Hirn(s. d.).

Gehöft, in Osterreich auch Gehöfte, n. (-es, Pl.-e): Gesamtheit der Hofgebäude. 1410 md. gehofte, 1400 gehoffte, 1309 gehuäfte n. (Höfer Urk. 79). Kollektiv zu Hof(s. d.).

Gehölz, n.(es, Pl.-e): kleiner Wald, Waldung. Mhd. gehllze, gehölze n. Kollektiv von Holz(s. d.).

Gehör, n.(-s): das Hören, der Hörsinn. Mhd. selten gehœre n., häufiger gehœrde f. n., bei Luther Gehöre und Gehör, bei Logau, Lohenstein und vereinzelt noch im 18. Jh. Gehöre n. Substantivbildung zu hören(s. d.).

gehorchen, v.: worauf hörend, folgsam sein. Md. im 13. u. 14. Jh. gehorchen, auch zuhören». Von horchen(s. d.).

gehören, v.: nach dem Verhältnisse der Abhängigkeit oder mit Grund zukommen. Mhd. gehœren, md. gehõren c«hören, worauf hören, bes. mit Nachfolgey, dann«zukommen, ahd. gahõrran, gihöran chören, gehorchens; dazu in gleicher Bed. asächs. gihõrian, ags. gehéran, gehßran, got. gahausjan hören». 4B. gehörig, adj.: zugehörig(1486 in Fraukf. Reichskorr. 2, 432); erforderlich(1507 bei Wilwolt v. Schaumb. 119); angemessen,

zweckentsprechend(Adelung 1798, d. j. Goethe

in der Bed. folgsam, gehorsam, mhd. gehœrec, md. gehõrec, ahd. gahdrig, asächs. gihörig. Gehörn, n.(‧I, Pl.-e): Geweih, die Hörner. Mhd. gehürne n., 1534 bei Franck Weltb. 492 Gehörn. Kollektiv von Horn(s. d.). ge- hörnt, part. Adj. Hornhaut habend, Hörner habend. Mhd. gehurnt, Part. Prät. von mhd. hürnen«mit Hörnern versehen, auf dem Horne blaseny, got. haurnjan das Horn blasen?, asächs. Nurnid«mit Hörnern versehen». gehorsam, adj.: auf den Willen des an- dern hörend und zugleich folgend. Mhd. gehörsam, ahd. ga-, gihörsam; dazu asächs. gihorsam(in ungihörsam), mnd. gehörsam, ags. gehyjrsum, neben ahd.-mhd.-mnd. horsan, ags. hyrsum. Jetzt oberd. und westmd. mit kurzem, aber norddeutsch und ostmd. mit erhaltenem 5. Davon Gehorsam, m.(-s), ahd. gihõrsamꝰ f. neben hôrsam f., mhd. und älternhd. gehörsame, gehörsam f., aber md. im 13. Jh. gehörsan m., auch bei Luther meist Mask. gehorsamen, v.: gehorsam sein, mhd. und mnd. gehörsamen, ahd. gihör- samon und hörsamön, ags.(ge)hyrsumian. Gehre, f.(Pl.-n): Zwerchfuge der Tischler. Niederdeutsch(1767 im Brem. Wb., 1727 bei Hübner Gehrung, Gehr-Hohel, Gehrmaß). Eins mit Gehren, m.(-s, Pl. wie Sg.): keil- förmiges Stück, Zwickel im Kleid oder im Hemd; der damit besetzte Kleiderteil unter den Hüften, Schoß; keilförmig zwischenliegen- des Ackerbeet. In diesen Bed.(die sich nach der Form des Wurfspeereisens entwickelt haben) mhd. gére m., urspr. Wurfspießo, ahd. géro m.«Spieß, Meerzunge, Seebucht»; dazu afries. gãre f.«Rockschoß, Gewand», ags. gãra m.«Landzunge», anord. geiri m.« dreieckiges Zeugstück», abgeleitet von dem starkflekt. Ger(s. d.), ahd. ger m.«Wurfspieß, Wurfspieß- eisen, Pfeil). Aus dem Ahd. entlehnt franz. giron, ital. gherone m.«Schoß, Schleppes. Gehrung, f.: Fläche oder Richtung schräg im rechten Winkel verlaufend, bei Tischlern und Zimmerleuten, 1757 in Eggers Kriegslex. Gehülfe, m.(-n, Pl.-n): dienender Mit- helfer; Helfer. Mhd. gehilfe, gewöhnlich ge- helfe, ahd.(bei Notker) gehelfo m., gebildet zu ahd. helfa f.«Hilfey. Der md. Form hulfé f. Hülfey aber entspricht md. im 14. Jh. ge- lulfe m., bei Luther Gehülffe. Davon Ge- hülfin, f., bei Fischart Garg. 100 Ehgehülffin, dafür bei Luther Gehülffe f., mhd. gehelfe,