Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
653-654
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653 gehässig

gehen 654

Anlehnung an den biblischen Namen 2. Kön. 4 fg.(Schuppius 1663 1, 530). Vgl. Haselant.

gehässig, adj.: Haß hegend; dem Hasse ausgesetzt, hassenswert. Mhd. gehezzic, ge- hazzic in der 1. Bed., abgeleitet von mhd. gehaz cfeindselig, voll Haßy(s. d.). In der 2. Bed. 1691 bei Stieler, wie hässig(im 15. Jh.) und häßlich(mhd.). Gehässigkeit, f., 1741 bei Frisch.

Gehäuse, n.(‧s, Pl. wie Sg.): Behälter. Im 15. Jh. gehuse, geheus n., auch in der urspr. Bed.«Häusermenge, Haus, Hüttes. Kollektiv zu Haus(s. d.).

Gehege, n.(-s, Pl. wie Sg.): umschließen- der Zaun u. dgl.; das durch den umschließen- den Zaun Geschützte, abschließende Einfrie- digung(2. Mos. 19, 12 u. 23). Mhd. gehege n. Einfriedigung, Schutzwehr, Verhau, dichtes Gebüschy, das Kollektiv von Hag(s. d.). In der 2. Bed. als Jagdrevier im 14. u. 15. Jh. gehege, geheige, schon in den langobard. leges Rotharii 324 fg. de gahago oder gahagio«Wald des Königs», in den leges Baicar. 21, 6 de kaheio. RA. einem ins Gehege gehen, Kommen «in sein wirkliches oder vermeintliches Recht eingreifen(1672 Köhler Kunst über alle K. 43, 19); gemeint ist der Hofzaun und Hof- raum um das Wohnhaus, wie 1562 bei Ma- thesius Sar. 13 b dem andern in sein Gehege fallen im eigentl. Sinne und 1656 bei Prätorius Storchs Winterquartier 314 ins Gehege fallen bildlich.

geheim, adj.: vertraulich; verborgen vor andern(1664 bei Duez). Spätmhd. im 15. Jh. geheim«vertraulich, vertraut», d. h. zum Hause gehörig. Gebildet zu heim(s. d.), wie mhd. geheime f.«Vertraulichkeit, Heimlichkeity und geheimde f.«Heimlichkeit, Geheimnis». 4L. Geheimnis, n., 1528 bei Luther Postill 43 2 und 310 b; dazu Geheimniskrämer, m., bei Schiller Parasit 2, 1, und geheimnisvoll, adj., 1711 bei Rädlein. ZUS. Geheimrat, m.(‧LS, Pl.-räte), unverkürzt Geheimerat, 1664 bei Duez Geheimer rath(dagegen 1616 bei Henisch Gehaime rath«Ratskollegium»), bei Luther der heimliche Rat, im 14. Jh. Innerister rat des chüniges(Gesta Rom. 38), mhd. heim- lichgœre m. und im 14. und 15. Jh. geheimer m.; dazu im 18. Jh. die kanzleimäßige Neben- form geheimder Rath, Geheimderath, 1663 bei Schuppius 10 geheimter Rath(1684 geheimbder Rahk), in Anlehnung an das älternhd. Kanz- leiwort Gehaimbd f., mhd. geheimde f.«Ge-

heimnisy.

Geheiß, n.(es, Pl.-e): mündliche Kund- gebung zur Befolgung. Mhd. geheize n., neben mhd. geheiz m., ahd. gaheiz m.«Versprechen, Befehl, Gebot»; dazu mnd. gehéte, geheite und mndl. geheit, gheheet n.«Gebot», ags. gehdt n. und got. gahait n.«Verheißung».

gehen, v.(Prät. ging, Konj. ginge, Part. gegangen, Perf. mit sein, in md. Mundarten mit haben): sich mittels der Füße fortbe- wegen, überhaupt sich fortbewegen; sich wo- nin begeben. Wie che aus eh erweitert ist, so bei Luther gehen aus gehn, mhd. und ahd. gén, gün, neben ahd. gangan, was einem an- dern Wortstamm zugehört(s. unten). Das Präs. lautet mhd. ich gän, gén, auch gange wie älternhd. und noch oberd. ich gang, du gãst, gést, er gãt, gét, ahd. ich gün, gén und gangu, Prät. mhd. gienc und gie, vereinzelt im 15.17. Jh. gung, ahd. giang, Part. Pass. mhd. gegangen, meist gangen wie häufig älter- nhd. und noch beim j. Goethe 2, 94 gangen, ahd. gigangan, Imperativ ahd. gang wie älter- nhd. und noch bayr.-alem. gang, Plur. 96t, günt. Das Prät. hat im Md. und Mnd. Ver- kürzung des Vokals erfahren, md. ginc, später ginc, mnd. genk, gink, bei Luther ging neben gieng, bei Steinbach 1734 und Adelung 1775 ging mit Berufung auf die kurze(md.) Aus- sprache; der Konj. Prät. bei Lessing auch gunge, wie noch oberd. In den übrigen ger- manischen Sprachen entspricht asächs. gangen (Präs. il gangu, Prät. géng, Part. gegangan), mnd. gan, mndl. gaen, afries. gunga und gän, ags. gangan, gongan(Präs. gange, gonge und , Prät. géong, giong, geng, aber auch schwach- biegend gengde, Imp. gang, gong und, Part. gangen, gongen und gän), engl.%, anord. ganga(Präs. geng, Prät. gekk, Pl. gengu, Part. genginn), schwed. ga, dän. gaa, got. gaggan (Prät. schwachflekt. gaggida), aber krimgot. geen. Uberbleibsel eines dritten Wortstamms ist das got. Prät. iddhja, ags. éode«ging», ent- sprechend dem aind. Impf. äjäm, q́jät zu jãti, aw. jãiti«geht, führty, urverwandt mit lat. eo«ich gehe»(Inf. ire), gr. eiun(Inf. ievor), lit. eim?, abg. idd, air. Ethaim, aw. aeimi, aind. émi«ich gehe», während der germ. Stamm gang- gemäß der Lautverschie- bung mit lit. Zengiu cich schreiten, prazanga f. Ubertretung', aw. zanga m.«Knöcheb, mpers. zang Fußy, osset. züngü Unterschenkel?, aind. jänghc f.«unteres Bein, Fuß» stimmt. Der Stamm-,- ist dagegen noch nicht aufgeklärt. Nach Kluge soll es aus ga-&ge?