Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
645-646
Einzelbild herunterladen

645 Gefach

gefallen 646

bar, keine Milch gebendv. Wie sich diese Formen zueinander verhalten, ist unklar. ZS. Geestland, n., 1663 bei Schuppius 607, afries. gést-, gãstlond n.

Gefach, n.(‧HI, Pl.-e): Fach. Westdeutsch.

1678 bei Krämer. Gefahr, f.(Pl.-en): überkommendes Ubel, drohender Nachteil. Spätmhd. geuväre f.«Hinterlist, Betrug, böse Absicht?, in der heutigen Bed. bei Luther 1, 405 b und im Teuerdank 98, 156, zusammenges. mit Fahr (s. d.). RA. G. laufen«sich einer Gefahr aussetzen», eig.«hineinlaufen», 1716 bei Lud- wig, aber noch bei Steinbach 1734 in G. laufen. Kaufmännisch 1678 bei Krämer auf euer G. cauf euer Risiko und Kosten».

Gefährde, f.(Pl.-n): Hinterlist, böse Absicht; Gefahr(Goethe 1, 248, röm. Eleg. 12). Mhd. gevcxærde f. n., md. gevérde, geuérd «Hinterlist, Betrug, böse Nebenabsicht», neben gleichbed. mhd. gevœre f. n., md. gevére, gevér (vgl. ohngefähr), älternhd. im 16. u. 17. Jh. Geferde, Geftirde f.«Gefahrs, seit dem 18. Jh. nur noch altertümlich; dazu mnd. gebéörde n. &Hinterlist, Gefahr», mndl. gheveert. Ver- mittelst-de(s. d.) abgeleitet von ahd. färéyn, mhd. vären«nachstellen»(s. befahren, Fahr).

gefährden, v.: in Gefahr bringen. Mhd. (md.) selten gevérden(Kulm. Recht 5, 21), dann erst wieder bei Stieler 1691 gefärden, seit Adelung 1777 aufgekommen für das im 16. und 17. Jh. gebräuchliche gleichbed. ge- fehren, gefähren, mhd. geuœren chintergehen, betrügen⸗, neben ahd. gifärén«nachstellen, streben», mhd. gevären(auch gefährden), noch schweiz. gefahren Gefahr laufeny.

gefährlich, adj.: mit drohendem ÜUbel verbunden(1537 bei Schaidenreisser Odyss. 52 b gefärlich). Mhd. geucxærlich chinterlistig, verfänglich», neben mhd. vœrlich, md. vérlich chinterlistig, mit Gefahr verbundeny, älter- nhd. fehrlich, fährlich, ahd. im Adv. färlihho cheimlich, plötzlich, ags. fcνέrlic, Adv. feνrllce «plötzlich». Wie das mhd. Adj. gevcere, md. gevére, gevér«heimlich nachstellend, hinter- listig, feindselig, versessen worauf»(so noch wetterauisch gefér), ahd. giväri, abgeleitet von ahd. färén, mhd. vären cnachstellen» (. befahren, Fahr). Dazu Gefährlichkeit, f., 1517 im Teuerdank 98, 179 geferlichait f. Gefahr, im 15. Jh. gevärlichait, geverlichait f. «Feindseligkeit, Betrugo, md. im 14. Jh. vér- lichkeit f.«Bedrohung durch Ubel», bei Luther

2. Kor. 11, 26 Ferligkeit.

1Gefährte, m.(-n, Pl.-n): Fahrt-, Weg- genosse. Mhd. geverte, ahd. gafarto, giferto, giverto m., bei Luther Geferte, noch im 18. Jh. Geferte, Gefehrte, 1678 pei Krämer Gefährte, schwankend im 17. Jh. Geferde, Gefehrde, Gefährde. Abgeleitet von Fahrt(s.d.). Dazu mnd. geverde m., mit andrer Bildung mndl. gevaer und ags. geféra m. 4BL. Gefährtin, f., mhd. gevertin f.

²Gefährte, Gefährt, n.(*I, Pl. wie Sg.): Fuhrwerk(1616 im bayr. Landrecht); Fahr- zeug(Huber bei Schiller 4, 166, 8); Aufzug. Mhd. geverte, gevert n.«Fahrt, Weg, Zug, Reise, Gesinde, Aufzug, Erscheinung, Be- nehmen, Lebensweise, Lebensverhältnisse, Schicksal, Umstände», spätahd. geverti n. «Gang, Benehmeny, abgeleitet von ahd. fart «Fahrt»(s. d.) als dessen Kollektiv. Dazu mnd. geverde, gevere n.«Gefährt, Fahrt, Zug, Aufzug, Ereignis», mndl. geveerde, geveerte und gevaerde, gevaert. Weidmännisch Ge- fährt n. und f.«Fährte», 1719 bei Fleming t. Jäger 95¹, zusammenges. mit Führte(s. d.).

Gefalle, m.(-ns), gewöhnlich Gefallen, m.(-s): was einem gefällt, angenehmes, zu- neigendes Gefühl wovon, gefälliges Tun. Der Nom. Gefalle(bei Lessing 1, 591 u. 8, 196, Goethe an Riemer 2. April 1829) ist noch mitteldeutsch; der Akk. Gefallen m. ist seit dem 16. Jh. belegt(Amos 5, 22), offenbar hat das älternhd. Gefallen n.(bei Alberus 1540 und Maaler 1561) seinen Einfluß geübt. Mhd. geval(Gen. gevalles) m.«Fall, Zufallꝰ, dann«Wohlgefallen» näch gevalle(einem ze gevalle leben, aber spätmhd. ze gevallen Kumen cgefällig werden» Vintler 8582), ahd. gival m. cdas Fallen der getöteten und verwundeten Krieger». Von Fall(s. d. und gefallen).

Gefälle, n.(-s, Pl. wie Sg.): das Fallen; Baumsturz d. i. vom Baume herabgestürztes Gehölze; wovon zu Entrichtendes, Abgabe; stark trinken können. Mhd. gevelle n. das Fallen, Fall des Wassers, Absturz, Baum-, Felssturz, Geklüfte, guter Fall der Würfel, Glück, im 14. Jh. gefelle n. die einem zu- fallende Abgabe, fälliger Zins»(Städtechron. 9, 601, 28), ahd. gefelli n.«Einsturz», mud. gevelle n. Zufall, glückliches oder böses Schicksal». Substantivbildung zu Fall(s. d.).

gefallen, v.(Präs. gefalle, gefällst, gefällt, Prät. geftel, Konj. gefiele, Part. gefallen): an- genehmes, zuneigendes Gefühl für sich er- wecken. Mhd. gevallen, ahd. ga-, gifallan cfallen, zufallen, sich fügen, angemessen sein,

41*