Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
643-644
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643³ Gedicht

Geest 644

dãchte, Part. geddacht): denken(Hagedorn Od. 50, Lessing 11, 113); lephaft, innig an jem. oder etw. denken, eingedenk sein, im Sinne haben(mit Gen., aber auch mit Dativ der Person und Akk. der Sache, Goethe Tasso 3, 2). Mhd. gedenken(Prät. gedähte, Part. gedäht) intr. denken», dann ceingedenk seiny mit Gen.,«zudenken, bestimmeny mit Gen. und Dat., trans.«auf einen Gedanken kommen, ausdenken, zu Ende denken» mit Akk. oder Inf., ahd. gadenchan, githenken; dazu asächs. githenkean«denken, erdenken?, ags. gepencan, gehencean«denken, gedenken, bedenken, be- sorgen, worauf denken». Auch substantivisch Gedenken, n.: das Denken(mhd. gedenken n.); Erinnerung(bei Luther).

Gedicht, n.(-es, Pl.-e): geistiges Er- zeugnis in Versen. Unverkürzt Gedlichte (Gellert 4, 80, Lessing 3, 15, Uhland 104), mrhein. 1469 gedichte n.(Voc. ex quo), mhd. getihte, getint n.«schriftliche Aufzeichnung, niedergeschriebenes dichterisches Erzeugnis, Erdichtung, Betrug(Fälschung), Dichtkunst, Kunstwerk». Subst. zu dichten(s. d.).

gediegen, adj.: durch Austrocknung, durch Ausscheidung fremder Bestandteile rein, zusammengedrängt und fest;(bildlich) lauter, rein, echt, gehaltvoll, vollkommen, vortrefflich. 1482 im Voc. theut. K 4a ge- diegen, mhd. gedigen, ahd. gidigan, gadigan cvorwärts gekommen in der Zeit, ausge- wachsen, reif, fest, hart, trocken, lauter, rein, gehaltvoll, tüchtig», asächs. githigan, das als Adj. gebrauchte Part. Prät. von gedeihen (s. d.). Von Edelmetallen 1546 bei Agricola interpret. rer. metall. 474 fg. und 1557 im Bergbuch 80. 43. Gediegenheit, f., mhd. gedigenheit f.«Tüchtigkeity, ahd. ge- digenheit f.«Wachstumꝰ.

Gedinge, n.(*s, Pl. wieSg.): endliche Uber- einkunft worüber; Mietwohnung(Apostelg. 28, 30). Mhd. gedinge, ahd. gidingi n.«Ge- richt, Ubereinkunft, Vertrag, Versprechen, Bedingung», von ahd. dingbn dingen»(s. d.). Verschieden von mhd. gedinge m. f. n., ahd. giclingo m. und gidingi f. n.«das Rechnen worauf, Zuversicht, feste Hoffnungy, von ahd. dingén«worauf rechnen, hoffen», das aus gleichem Stamme wie dingön entsprossen ist.

Gedöber, n.(-s): angelegentliche Be- sprechung. Jüdisch-deutsch. 1584 bei Ma- thesius Hochzeitpred. 202. Subst. zu döbern s. dibbern. Wetterauisch Gediwwer n.

Gedrang, n.(-es): das Sichdrängen. Mhd.

gedranc m. n.«Gedränge, Drangsal?, mud. gechrang Bedrängung». Verstärktes Drang.

gedrang, früher gedrange, adj.: eng bei- sammen(gedrängt), enge. Bei Wieland 18, 99. 22, 233, Schiller 11, 241. Mhd. gedrenge «gedrängty, Adv. gedrange«mit Drängen, fest, innigy. Von dringen(s. d.).

Gedränge, n.(-s, Pl. wie Sg.): das Sich- drängen, die sich drängende Menge. Mhd. gedrenge, ahd. gidrengi n., Kollektiv von Drang.

Gedresche, n.(*s): wiederholtes Dreschen oder Draufschlagen, spätmhd. gedresche n., Subst. zu dreschen(s. d.).

gedritt, adj.: aus drei bestehend, drei- fach. Anfang des 16. Jh. gtrytt bei Lenz Schwabenkrieg 112 fg., abgeleitet von dritt (§. d.). Dafür mhd. gedriet, Part. von dyien «verdreifachen».

gedrungen, adj.: fest zusammen, dicht, vom fleischigen Körper 1511 bei Keisers- berg Granatapfel 11² getrungen, eig. Part. Prät. von dringen(s. d.). Davon Gedrungen- heit, f., im 19. Jh.

Geduld, f.(ohne Pl.): ertragende Seelen- milde. Bei Krämer 1678 und Stieler 1691 Geduld, älternhd. bis ins 19. Jahrh. Gedult (Günther 21, Haller 192, d. j. Goethe 2, 462), mhd. geckelt, geclalde, gedolt, ahd. gidult f.; dazu asächs. githuld, ags. gepyld f. Wie ein- faches mhd. dalt, ahd. dalt, thult und thalts f. Substantiv zu dulden(s. d.). Davon gedulden, v. refl., mhd. gedalden, ahd. githalten. ge- duldig, adj., 1664 bei Duez geduldig, älternhd. gediltig(bei Luther), mhd. gedultec(auch ge- lassen, nachsichtig), ahd. gidaltic, ags. gepyldig.

gedunsen, vgl. aufhedunsen.

geeignet, partiz. Bildung zu eigen, sich eignen, erst 1801 von Campe eingeführt statt geeigenschaftet(16. Jh.), gualificiert.

Geescha, f.(Pl.-s): Teemädchen. In neurer Zeit aus dem Japanischen durch eng- lische Vermittlung entlehnt.

Geest, f.(Pl.-e): hohes trocknes Sand- land. Niederdeutsch. Altfries. göst, gäst, mnd. 1139 gést, sonst geesl, gãst f., aus fries. gäst unfruchtbar». Dazu ags. güsne cun- fruchtbary, ahd. Keisenl, Keisinl f.«Unfrucht- barkeit, Keisen«Bedürftigkeity(Notker Ari- stotel. Abhandl. 73, 128). Diese Formen weisen auf urgerm. gais. Daneben stehen aber Ahn- liches bedeutende Formen mit u-Vokalismus: nd. guüst plõgen«brach ackerny, güst, göst, gost«unfruchtbar»(von der Kuh), mnd. gaste, ndl. gust, ebenso schweiz. gust, güst«unfrucht-