Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
641-642
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641 Gebüsch

gedenken 642

das Zurweltgebrachte. Mhd. geburt, ahd. giburt, gaburt f., dazu asächs. gibard, mnd. gehort, geburt, ags. gebyrd f., engl. birth, anord. burdr m., got. gabaurps f. Wie das einfache mhd.-ahd. bart f.«Geburte zu ahd. beran (s. gebären). Urverwandt mit aind. bhytig f. cdas Tragen, Unterhalt, Pflegey. 4BL. gebürtig, adj.: örtlich herstammend, mhd. gebaurtich, ahd. giburtig neben einfachem mhd. bürtec, ahd. burtig(s. bürtig). ZUS. Ge- burtstag, m. bei Luther, mhd. gebarttac, ahd. giburtitag, giburtdag und giburtitago m. Gebüsch, n.(-es, Pl.-e): Gesamtheit von Büschen. Unverkürzt Gebüsche(Wie- land 23, 292, Goethe 2, 89). Mhd. gebüsche, md. 1375 gepusche(Schäfer Sachsenchronik 1, 385). Kollektiv von Busch(s. d.). Geck, m.(ten, Pl.-en): alberner einge- bildeter gefallsüchtiger Mensch. Md. im 14. und 15. Jh. gec, gecke, ndrhein. im 14. Jh. geck m., oberd. Ende des 15. Jh. gecke, gück m.«Narry, ebenso mndl. gheck,(entlehnt aus dem Ndd.) däün. gjälc, schwed. gäck, isländ. gilcker m., mnd. geck adj.«töricht, närrischy, urspr. wie es scheint«drehbar, verdreht», daher mnd. geck m. drehbarer Deckel eines Gefäßes, die Stange, woran das Hauptsegel befestigt ist, verdrehtes gestörtes Gehirn der Kälber». Starkflektiert bei Lessing 6, 502; 7, 27. Im 16. bis 18. Jh. nordd. Jeck(1505- moldt Laster d. Hoffart 4, 4, Homburg Clio F 4, Hoffmannswaldau Ged. 6, 342). Nicht verwandt mit mhd. giege m.«Narry, giegen cäffen», wohl aber mit schwäb.-östr. gagg m. «einfältiger Mensch, Tölpel». Weitere Her- kunft unbekannt. Vgl. aber Uhlenbeck Btr. 26, 290. 4BL. gecken, v.: empfindlich zum besten haben, narren, ndrhein. im 14. Jh., spätmhd. im 15. Jh. und mnd. gecken, mndl. ghecken. geckenhaft, adj., 1796 bei Adelung geckhaft, bei Goethe 7, 146 Adv. geckenhaft. Geckerei, f., spätmhd. im 15. Jh. geckerie f. geckisch, adj., 1482 im Voc. theut. Pb 43. Gedächtnis, n.(-hisses, Pl.-nisse): das Denken woran; Fähigkeit im Geiste festzu- halten(im 14. Jh. bei Megenberg 4, 31 ge- dœchtniss). Bei Luther Gedechtmis n. f., mhd. gedcœhtnisse, nüsse n. f.,«Andenken, Erinne- rung», ahd. githehtnissi«Andacht, Gelübde». Von gedacht, ahd. gidãht, Part. von gedenken und denken(s. d.). gedackt, von Orgelpfeifen: mit einem Deckel bedeckt. 1691 bei Stieler, aus mhd. gedact, dem Part. Prät. von decken(s. d.).

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

Gedämmer, n.(s): das Dammern. Mhd. gedemer n.«Dämmerung, Dunkel», zu ahd. demar m.«Dämmerung».

Gedanke, m.(-ns, Pl.-n): mit Urteil verbundene Vorstellung. Bei Luther Luk. 9, 46 ein gedlancken, bei Lessing 3, 21 u. ö. Gedanke f., mhd. gedanke m. und starkflekt. gedanc m., ahd. gadlanc, gidanc m.; dazu asächs. githanco m., ags. geponc m. n. Gedankes. Zu denken. ZUS. Gedankengang, m., bei Campe als neu. gedankenlos, adj., 1755 bei Rabener 4, 110. Gedankenstrich, m., 1775 bei Adelung. gedankenvoll, adj., im 17. Jh. bei S. Dach 865 Osterley.

Gedärm, n.(-es, Pl.-e): Gesamtheit der Darme des Körpers. Mhd. gederme, md. auch gedirme, ahd. gidermi n., Kollektiv zu Darm.

Gedeck, n.(tes, Pl.-e): das vollständige Tischzeug. 1775 bei Adelung. Mrhein. im 14. Jh. gedeck n.«worüber schützend zu Deckendes⸗(Weist. 4, 622, 25), ahd. gideki ctectumy, mnd. gedecke n. zLimmerdeckes. Davon verschieden spätmhd. gedecke f.«Decke worübery. Beide Subst. zu decken(s. d.).

gedeihen, v.(Prät. gedlieh, Konj. gediehe, Part. geclichen): vorwärts, in einen vollkom- meneren Zustand kommen. Mhd. gedlihen (Prät. gedéch, Plur. gedigen, Part. gedigen), auch gedien, ahd. gidihan; dazu asächs. gi- thahan, mnd. gedien, gedligen, ags. gebéõon, got. gapeihan. Das einfache nhd. nur noch dich- terisch vorkommende deihen, mhd. dihen, ahd. dähan, asächs. thahan(nebst dem Faktitivum thengjan in a-, anthengjan«vollbringen, vol- lenden»), ags. Fon, got. peihan«wachsen, zu- nehmen, vorwärts kommeny gehört zusammen mit lit. tenka, Inf. tetti«hinreichen, sich hin- erstrecken», tänkaus«dicht, dicht zusammen- stehendyꝰ, air. co-técim«coagulo», tõöcad, kymr. tymged«ᷣGlück, aw. tawma-«tapfer, tüchtig», Superl. tanéista-. Es hätte also im Germa- nischen ein Ubertritt von der e- in die i- Reihe stattgefunden. Vgl. noch Zupitza Gutt. 140 und Osthoff Idg. Forsch. 8, 140. Dazu Part. asächs. githungan, ags. gebungen voll- kommen»(s. gedliegen). Aus dem Germani- schen entlehnt ital. tecchire, afranz. fehir «wachsen). 4L. gedeihlich, adj., 1648 bei Weckherlin 2, 189, 44 F. gedeylich, 1663 bei Schuppius 725 gedä'ulich.

gedenk, adj., dichterisch für eingedenk

6. d.), bei Schiller, Goethe. In den Wörter-

büchern fehlend. gedenken, v.(Prät. gedachte, Konj. ge- 41