Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
639-640
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639 Gebreit

Geburt 640

Inf. des Zeitworts gebrechen(s. d.), vermengt mit mhd. gebreche m. Abgang, Mangel, Be- schwerde, Krankheit», Mitte des 15. Jh. ge- hrechen m. Städtechron. 2, 329, 11, älternhd. Gebrech m.(Luther 1, 66 ², Duez 1664), Ge- hrechen m.(Luther 4, 108 b, Schuppius 242). gebrechen, v.: fühlbar mangeln. Mhd. ge- brechen intr.«brechen, mit Gewalt dringens, gegen einem«von ihm abfallen, ihm untreu werdeny, gebrechen an einem«von ihm weichen, ihm mangeln», ebenso mir gebricht ein dine oder unpersönl. eines dinges oder an einem dinge; dagegen trans. mhd. gebrechen«brechen, wegbrechen, Abbruch tun, verwehren, unter- werfen», ahd. gibrechan, gaprechan und asächs. gibrekan«zerbrechen», got. gabrikan zer- brechen, niederwerfen». gebrechlich, adj.: mangelhaft; mit einem Körperschaden be- haftet, in beiden Bed. mhd. gebrechlich; dazu Gebrechlichkeit, f., mhd. gebrechlicheit f., 1274 gebrechlickeit(Germ. 28, 366).

Gebreit, n.(-s. Pl. wie Sg.): sich aus- breitendes Gelände(Goethe 13, 24; 50, 219 Gebreite). Daneben Gebreite, f.(Pl.-n): ein Feld von gewisser Größe. Mhd. gebreite f. «Ackerbreite, sich ausbreitendes Ackerge- länden, ahd. gibreitta f. neben gabraite, ge- breite n. Subst. zu breiten(s. d.).

Gebresten, n.(-s, Pl. wie Sg.): Mangel, Gebrechen; herzbrechender Kummer, Brast (s. Braßß). Der subst. Inf. des älternhd. Zeit- worts gebresten(mhd. gehresten, ahd. gibrestan «fühlbaren Mangel woran haben»), schon im 14. Jh. md. gebristen n.«Mangel», vermischt mit älternhd. Gebresten m.«Mangel»(1537 bei Dasypodius), 1578 bei Olinger 51 gepräst, mhd. gebreste m. und gebrest m. n. cBruch als Schaden, fühlbarer Mangel», md. im 14. Jh. gebrist, ahd. im 11. Jh. gibrist m., neben einfachem mhd. brest und breste, ahd. Dresto m.«Mangely, Subst. zum mhd. Verbum hresten, ahd. brestan(s. bersten).

Gebrüder, Pl.: Brüder als zusammen- gehörig. Mhd. gebruoder und gebrüeder, md. gebrädere, ahd. gibruoder Pl.; dazu asächs. gibrõdar, ags. gebrõdor, gebrõdra, gebrõch'u Pl. Vgl. Gescheoister.

Gebrüll, n.(-es), unverkürzt Gebrülle: wiederholtes Brüllen. Mhd. gebrülle n., Subst. zu brüllen(s. d.).

Gebrumme, n.(-S), gekürzt Gebrumm: wiederholtes Brummen. 1595 bei Rollen- hagen Froschm. 3, 3, 12, 89 Gebrum, 1663 bei Schottel 1004, 17 Gebrümme.

gebschnitzig, adj.: gern gebend, frei- gebig. Im westlichen Mitteldeutschland(auch gebschnützig, gebschnetzig). Spätmhd.(hess.) in einer 1428 vollendeten Handschr. der h. Elisabeth gebesnytzig, im 14. Jh. gebesnitz (Elisabeth 7930) vverschwenderisch mit Geben'.

Gebücke, n.(-es, Pl.-e): zur Grenze, besonders aber zur Schutzwehr gegen den Feind angelegte dicht verwachsne hohe Hecke. Am Mittel- und Oberrhein(Gebucke, Gebücke, Gebicke, Gebick). 1469 aus Nassau gebucke n. ineinander gebognes und verflochtnes Gebüsch als Waldgrenze»(Arnoldi Beitr. 110), ebenso 1320 aus dem Unterelsaß(Weist. 1, 670) und im 14. Jh. ndrrhein. gebucke n.(v. d. Hagens Germania 6, 260, 337), aber in der Bed.«ver- flochtne Heckenschutzwehr 1366 gebucke n. (Gudenus Cod. dipl. mogunt. 2, 1159), Subst. zu mhd. büchen, md. backen«biegen, nieder- biegen»(s. bäüchen). Davon im 15. Jh. das Adj. gebuckt, gebickt«von einem Gebllck umgeben»(Weist. 3, 488 und 5, 319, 4).

Gebühr, f.(Pl.-en): was sich gebührt (spätmhd. gebir n.); gebührender Anteil (westfäl.rhein. im 14. Jh. gehur n. Germania 20, 36, mrhein. im 15. Jh. gepürre, gepurre n.), schuldige Abgabe(Gebir f. bei Luther), ge- bührende Zahlung, Kosten(1583 bei Mone Anz. 8, 166, bes. im Plur., 1691 bei Stieler). Ahd. giburi f. in andrer Bed.«casus, sors, eventusy, aber got. gabaur n.«Steuer». Vgl. Meringer Idg. Forsch. 18, 205. Von ge- bühren, v.: als angemessen zukommen. Bei Luther gebiren, mhd. gebürn, aber fast nur md. vorkommend geburn, geborn, trans. cheben), intr.«sich erheben für jem., wider- fahren, zuteil werden, rechtlich zukommen?, refl.«sich ereignen», ahd. giburjan, giburren cals angemessen zukommen, sich ereignen?; dazu asächs. giburian«sich zutragen, statt haben, den Verlauf haben, mnd. geboren czukommen», ags. gebyrian«sich begeben, ereignen, als angemessen zukommen», anord. byrja æ«sich ziemen». Das einfache mhd. bürn, md. burn, born, burren, ahd. bar.jan, barren erheben, hervorbewegen, in die Höhe halten, mnd. boren cheben?, ist gleichen Stammes wie mhd. bern, ahd. beran, zum Vorschein bringen, tragen»(s. gebären). gebührlich, adj., mhd. gebürlich, md. gebor- lich, and. giburilic«gebührend, gelegen, recht»; davon Gebührlichkeit, f., spätmhd.

gebürlichkeit, md. im 15. Jh. giborlichkeil.

Geburt, f.(Pl.-en): das Zurweltbringen;