Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
637-638
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637 Gebinde

Gebrech 638

gebildet). Auf das Geistige übertragen erst bei Herder. Subst. der Gebildete seit der zweiten Hälfte des 18. Jh.

Gebinde, n.(-s, Pl. wie Sg.): Zusammen- gebundenes, als Garnmaß 20 oder 40 Fäden (1715 bei Amaranthes, schon mnd. bindt n. 60 Fäden»); Gefäß, Faß, bes. im Wein- und Bierhandel(1734 bei Steinbach). Mhd. ge- hinde n.«Bandꝰ, gebint n.«Verbindungy. Von binden(s. d.).

Gebirge, n.(-S, Pl. wie Sg.), gekürzt Gebirg: Gesamtheit von Bergen. Mhd. ge- birge, ahd. gibirgi, gabirgi n., Kollektivum von Berg(s. d.). Die Schreibung Gebürge bei Wieland, Herder, Schiller, Goethe usw., Gebürg bei Fischart, Grimmelshausen usw., schon 1401 gebürge(Frankf. Reichskorr. l, 92), darauf beruhend, daß in mhd. und früh- nhd. Zeit bei Orts- und Burgnamen haäufig Berg und Burg wechseln und sich vermengen. Davon gebirgig, adj., 1616 bei Henisch ge- hürgig. gebirgisch, adj.: aus dem Gebirge stammend, ihm eigentümlich, bei Gellert ge- bürgisch, 1590 bei Albinus Bergehron. 86 alpgebirgisch, im 15. Jh. gepirges bei Schilt- berger 105 N., neben pirgesch 87.

Gebiß, n.(Gen. Gebisses, Pl. Gebisse): Mauleisen des Zaumes; Gesamtheit der Zähne als Werkzeug zum Beißen(Ende des 15. Jh. bei Harff Pilgerfahrt 137, 14 gebyss);(rhein.- wetterauisch) vieles wiederholtes Beißen(schon ahd. gabiz«mordacitas»). In der 1. Bed. mhd. gebiz, ahd. gabiz, gibiz, mnd. gebit n. Subst. zu beißen(s. d.).

Gebläse, n.(-s, Pl. wie Sg.): die Blase- bälge eines Ofens oder einer Orgel; Venti- lationsapparat. In beiden Bed. 1562 bei Ma- thesius Sarepta 100 b geplese und 208 5 geblese, 211 b gebleß. Subst. zu blasen(s. d.).

geblümt, adj.: mit Blumen geschmückt. Mhd. geblüemet, Part. von blüemen und ge- blüemen«mit Blumen schmücken), dann über- haupt schmücken, verherrlicheny.

Geblüt, n.(-es), unverkürzt Geblüte: Gesamtheit des Blutes im Körper(spätmhd. geblüete n.); Blutsverwandtschaft(bei Luther); Volksabstammung, Volksart(bei Luther Stücke in Esther 6. 8);(md. und schweiz.) monat- liche Reinigung. Kollektivum von Blat.

Gebot, n.(-es, Pl.-e): Willenserklärung zur Befolgung, Befehl; Anerbietung bei Kauf und Versteigerung. Mhd. gebot n.«Befohlenes wie Angebotenes»(auch Einsatz im Spiel), ahd. gabot, gibot n.; dazu asächs. gibod, mnd.

gebodl, gebode, mundl. ghebot, afries. ebod, ags. gebod n.«Gebot, Befehly, neben gleichbed. mhd.-mnd. bot, ags. 50d, anord. bod n.(auch Einladung, Aufforderung). Subst. zu hieten und gebieten(s. d.). Vgl. botmäßig.

Gebräme, n.(s, Pl. wie Sg.): Rand- besatz, Besatz am Kleide. Bei Luther Jes. 3, 20 gebreme, mhd. gebrœme und gebreme n., von mhd. brœmen, bremen(s. Brame).

Gebrau, n. m.(-es, Pl.-e): einmaliges Brauen; das durch éin Brauen gefertigte Ge- tränk. Nürnbergisch im 14. Jh. gebrazo n. (Nürnb. Pol.-Ordn. 212, 7), md. im 14. Jh. gebrie n. m. Subst. zu brauen(s. d. und Gebrãude).

Gebräu, n.(-es, Pl.-e): auf éinmal Ge- brautes. Im 15. Jh. bei Wolkenstein Nr. 91, 32(Schatz) gepreu, bei Rosenblut gepreü n. Abgeleitet von brauen(s. d. und Gebräude).

Gebrauch, m.(es, Pl. Gebräuche), statt des nur noch altertümlichen Brauch(s. d.). Mhd. gebräch m. Benutzung⸗, dann Ge- wohnheit, Sittey; dazu mndl. ghebrüc Ge- nußy. Subst. zu gebrauchen und brauchen. gebrauchen, v.: in bestimmter Beziehung brauchen, mhd. gebrüchen, ahd. gabrhchan cbenutzen genießen⸗; dazu mnd. gebraäkcen, mndl. ghebrälcen, nndl. gebruilcen, ags. stark- biegend gebräcan(völlig genießen). ge- bräuchlich, adj.: in Gebrauch(Gewohn- heit) befindlich, gewöhnlich gebraucht, 1482 bei Melber Ff 6a gebruchlich, bei Luther ge- breuchlich«zum Gebrauch dienend», mhd. in der Bed. genießend gebrhchlich, Adv. ge- brachliche.

Gebräude, n.(-S, Pl. wie Sg.): wie Ge-

hräu(s. d.). Md. 1457 gebrinbedde, 1438 ge- kwmauodde n.(Germ. 28, 366). Abgeleitet von brauen(s. d.).

Gebrause, n.(-s, Pl. wie Sg.): ein wie- derholtes Brausen. Md. im 14. Jh. geprüse n. Subst. zu brausen(s. d.).

Gebrech, m. n.(es, Pl.-e): hörbares Brechen; Gebrechen(Klopstock Mess. 4, 198 Gebrech n.). Mhd. gebrech n. und gebyeche m., ahd. gapreh, gipreh n. Gekrache, lautes Ge- töses. Gebreche, n.(-s, Pl. wie Sg.): von Wildschweinen umgebrochener Boden, auch der Rüssel der Wildschweine, weidmännisch 1763 bei Heppe Gebräch, mhd. gebrechen. umge- brochenes Bauland, Brachland. Gebrechen, n.(8, Pl. wie Sg.): fühlbarer Mangel. Md. im 13. Jh. und 1385 gebrechen n. Mangel, Fehler?(Städtechr. 1, 240, 22), der subst.