635 Gebäu
gebildet 636
Luther 5, 3982 usw. im Pl. Gebers Nemers, sogar 7, 262 b ein rechter Gebers Nemers. Wohl eine grobwitzige Umbildung der mhd. Bedeutungsnamen Gebhart und Nemhart.
Gebäu, n.(-es, Pl.-e), üblicher Ge- bäude, n.(-s, Pl. wie Sg.): kunstgerecht Aufgebautes. Bei Luther gebero und gebenvde, mhd. gebiuze, md. geblae und gebäzbede, ge- bitide(daneben gebieze, geblze), ahd. ge- hiuwe und gabhid n.(daneben ahd. gebiuaveda, gebleda f.); dazu mnd. gebiuve und gebwete, gebiawte, gabnete n. Beide von bauen(s. d.).
Gebauer, n., seltner m.(-S, Pl. wie Sg): Vogelkäfig. 1659 bei Butschky Kanl. 438. Verstärktes Bauer(s. d.).
gebe, s. gäbe.
Gebeier, von beiern(s. d.).
Gebein, n.(-es, Pl.-e): Gesamtheit von Knochen(Beinen). Mhd. und md. gebeine, ahd. gibeini n., Kollektiv von Bein. Daneben md. gebeinde, geheinte, im 15. Jh. köln. ge- beinze, im 14. Jh. nrhein. gebenze, mnd. ge- bénte, gebeinte n.
Gebelfer, n.(-vs): anhaltendes Belfern. Bei Stieler 1691 Gebelfere, bei Schuppius 847 Gepelver, beim j. Goethe 3, 524 Gepelfere.
Gebell, n.(-es): wiederholtes Bellen. Im 14. Jh. gebelle n.(Monumenta boica 39, 278).
geben, verb.(Präs. gebe, gibst, gibt— die früher übliche Schreibung giebst, giebt ist beseitigt—, Prät. gab, Konj. gäbe, Part. gegeben, Imp. gib): zu Annahme, Empfang bieten. Mhd. geben, ahd. geban; dazu asächs. geban, mnd. und mndl. geven, ags. gifan, engl. give, afries. geba, jeva, anord. gefa, schwed. gifva, dän. give, got. giban. Das ge- meingermanische Wort, das die in den übrigen Sprachen auftretende Wurzel do geben» ver- tritt, ist in den andern Sprachen noch nicht nachgewiesen. Man stellt es zu lit. gabénti cherbeischaffen, bringeny, air. gabim aich nehme?, womit nichts gewonnen ist. Vgl. noch Walde s. v. habére. Das Präs. bei Luther gibst, gibt, Imp. gib, daneben seit dem 17. Jh. die Formen mit ie(Schuppius, Fleming, Gottsched). Das unpersönliche es gibt mit dem Akk. der Sache(im 16. Jh. es giht, mhd. eg gibt Märe vom Feldbauer 239) bed. es bringt hervor, es wird werden, dann es ist oder sind vorhandeny». 4B L. Geber, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Gebende. Mhd. geber, ahd. gebari, mnd. gever m. Ur- sprünglicher mhd. gebe, ahd. gebo, asächs. gebo, ags. gifa m.«Geber)ꝰ.
Gebet, n.(es, Pl.-): Bitte, Rede an ein höhres Wesen. Mhd. gebet, ahd. gihet, gabet n.; dazu asächs. gibed, ags. gebed, ge- bedd n. Das zugrunde liegende ahd. bet, mhd. het, bete n.(noch bei Luther Bet, Bett n.) Bitte, Gebety, ist mit ahd. beta, mhd. bete f.«Bittey abgeleitet von bitten(s. d.), nicht von beten, das erst von ahd. bet sich bildete. Die Nebenform Gebete n. bei Luther und noch Wieland Amadis 2, 166, Rückert 1, 122, mhd. gebete f.
Gebettel, n.(à): wiederholtes Betteln. 1741 bei Frisch.
Gebhart, Mannsname. Mhd. Gebehart, ahd. Gehahart(geba«Gabey, hart æstarko).
Gebiet, n.(-es, Pl.-e): Bereich des Be- fehlens. Mhd. gebiete, gebiet n. f., md. ge- bike, gebit n.«Befehl Gebot, Territorium, Gerichtsbarkeit, Botmäßigkeity; die Form Gebiete noch bei Fleming 120, Haller 224, Lessing 6, 476, Schiller Demetr. 2, 2. Von gebieten, v.(Präs. Prät. gebot, Konj. ge- höte, Part. geboten, Imp. gebiete): wozu hin seinen Willen bieten, zur Befolgung nötigend seinen Willen kundtun. Im Präs. älternhd. du gebeutst, er gebeut, Imp. gebeut(mhd. gebiutest, gebiutet, Imp. gebiut), bei Luther und noch altertümlich bei Goethe, Schiller, H. v. Kleist. Mhd. gebieten, ahd. gabiotan, gibiotan; dazu asächs. gibiodan, mnd. gebéden, nnd. gebéen, mndl. ghebieden, nndl. gebiedden, ags. gebéodan, zusammenges. mit bieten(s. d.). 452. Gebieter, m., mhd. gebietcœre, ge- bieter m.; davon Gebieterin, f., mhd. ge- bietœrinne, gebieterinne, gebieterin f. gebie- terisch, adj., 1711 bei Rädlein, dafür 1678 bei Krämer gebietisch. Gebietiger, m.: Befehlshaber, mhd. gehietegœre, md. gebrtegére m., jetzt nur noch altertümlich gebraucht.
Gebilde, n.(-s, Pl. wie Sg.): zusammen- gesetztes Bild; feine Leinewand mit einge- wobenem Bildwerk(am Nieder-, Mittel- und Oberrhein. In der 1. Bed. mhd. gebilde n. «Form der äußern Erscheinung, Gestalt, Stern- bildy, ahd. gebiliche n.; dazu mnd. gebilde, ge- belde(auch Vorbild, Beispiel) n.; im ältern Nhd. ist das Wort entschwunden, bis es 1766 bei Klopstock Oden(1771) S. 213 in dem auffälligen Pl. Gebilder, sowie S. 241 in ihr Gebild aus dem J. 1767 wieder auftaucht und bald in Aufnahme kommt.
gebildet, adj., eig. Partizipium vom v. bilden«mit Bildern verzieren; ein plastisches Kunstwerk hervorbringen»(so noch in wohl-


