Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
633-634
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633 Gazelle

Gebarsch 634

Gazélle, f.(Pl.-n): Hirschziege, eine Art Antilope. Im 18. Jh.(1727 bei Hübner Gazella) aufgenommen aus gleichbed. franz. gazelle, span. gazela f., das dem gleichbed. arab. ghazãl entstammt.

ge-, unbetonte, untrennbare Vorsatzpartikel in Zusammensetzungen, ursprünglich zur Be- zeichnung des Zusammenseins, des Zusammen- gehörigen, vor Subst. auch das Ergebnis des im zugehörigen Verb ausgedrückten Vor- ganges, vor Adj. das Zueigensein dessen, was das zugehörige Subst. oder Verb ausdrückt, vor Verben das Geraten in einen Zustand oder den Abschluß eines Vorganges, die Dauer und Vergangenheit(bes. im Part. Prät.) bezeichnend, endlich aber oft nur den Begriff des einfachen Wortes verstärkend. Mit Vor- silbe ge- und Suffix Jo, das Umlaut bewirkte, wurden seit alter Zeit neutrale Kollektive gebildet, vgl. viele der folgenden Artikel. Mhd. ge-, ahd. gi-, ga-; dazu asächs. gi-, mnd. ge-, mndl. ghe-, afries. ge-, gi-, ie-, ags. ge-, gi-, anord. nur spurweise g-, schwed.-dän. ge-, got. ga-. Gewöhnlich wird lat. co-, con-, cuν «mit, zusammen» als verwandt angesehen. Die Sinnesübereinstimmung ist in der Tat vollkommen, aber die Lautverschiebung stimmt nicht. In manchen Wörtern erscheint ge- vor Vokalen oder I, n, r zu bloßem g- ge- kürzt(Ganerbe, gönnen, Gunst, Glaube, gleich, Glück, Gnade, grob usw.). In nominalen Zu- sammensetzungen lag ursprünglich der Ton auf dem ga-, und es mufßte dann das à er- halten bleiben, wie z. B. Gastein. In einzelnen verdunkelten Zusammensetzungen scheint sich dies ga- erhalten zu haben, vgl. Gau, Gatter.

Geäder, n.(-s): Gesamtheit der Adern. Mhd. geœder n., Kollektiv von Ader.

Geäß, n.(-es, Pl.-e): Nahrung des Wildes. In der 1. Hälfte des 15. Jh. gecze(Pl. ge- szer Schiltberger Reise 110), Kollektiv zu Aas, 4;6 n. Viehfutter?.

Geäste, bayr. auch Geäst, n.(-es, Pl.-e): Astwerk. 1774 beim j. Goethe 3, 23.

Geback, m. n.(-es, Pl.-e): Gesamtheit des miteinander Gebackenen, z. B. ein Geback Brot. Im 14. Jh. md. gebac m.; Verstärkung des gleichbed. Back m., md. im 14. Jh. back m.

Gebäck, n.(-es, Pl.-e): das Backen, Gebackenes, Backwerk. Im 15. Jh. gebäck (Weisth. 6, 536 aus der Moselgegend), bei Fischart Garg. 158 das gebäch. Verbalsubst. zu backen(s. d.).

Gebälk, n.(-es), unverkürzt Gebälke

(Rückert 3, 39): Balkenwerk. Im 15. Jh. rheinisch gebelke n., Kollektiv zu Balken(s. d.).

Gebände, n.(*J, Pl. wie Sg.): Bandwerk, Kollektiv zu Band n. Mhdamnd. gebendle, ahd. gibenti n.«Fessel, Riemen», dann Band, Kopfputz der Weibers, insbes. die Stirn- und Wangenbinden. Noch wetterauisch mit Schap- pel und Gebende«mit allem, mit der ge- samten Haben; vgl. Schappel.

gebaren, verb.(Goethe 28, 36. 6, 33), jetzt meist refl.: sich betragen. Mhd. gebären, ahd. gibärén, gebãrön; dazu mnd. gebãren, mndl. ghebaren, ags. gebcẽran. Verstärktes gleichbed. mhd. bären, zu mhd. bär f.«Art und Weise, wie sich etwas zeigt⸗, mit mhd. gebär m. Benehmen, bes. schickliches und freundlichess(s. Gebärde), von ahd. beran ctragen». 4BL. Gebärde, f.(Pl.-n): Art, wie jemand sich äußerlich zeigt in Bewe- gung und Handlung. Bei Luther Geberde f. und n., 1561 bei Maaler Gebärd f., mhd. gebœrde f. und n., ahd. gibãrida f.; dazu mnd. geberde f. gebärden, v. refl., bei Luther. gebärdig, adj.: sich schön oder froh ge- barend(Goethe 4, 170), 1582 bei Fischart Garg. 225, s. ungebärdig.

gebären, verb.(Präs. gebäre, gebierst, ge- hiert, Prät. gebar, Konj. gebäre, Part. ge- boren, Imp. gebier und gebãre): zur Welt bringen. Bei Luther und noch 1734 bei Freyer Orth. geberen, bei Maaler, Fischart, Henisch gebären, 1664 bei Duez gebähren und gebehren, mhd. gebern, ahd. giberan; dazu mnd.-mndl. geberen, asächs. giberan, ags. ge- heran, got. gabairan. Zusammengesetzt mit mhd. bern, ahd. beran, afries. und anord. bera, ags. beran, engl. bear, got. bairan ctragen?, durch die Zusammensetzung mit ge- drückt das Verbum den Abschluß der Handlung des Tragens aus. UÜbereinstimmend mit lat. ferre ctragen, bringeny, gr. Gépew, kelt. berim ctragen, abg. birati«pnehmen, sammeln), aind. bhärati«trägt». Von diesem Stamm sind ferner abgeleitet-bar, Bahre, Bärme, Bürde, empor, entbehren, gebühren(s. d.). 4BL. Gebärerin, f.: Mutter, frühmhd. ge- bererinne f., zu mhd. geberer m. Erzeuger, Vater». ZUS. Gebärmutter, f.: Fruchtsack der Beckenhöhle, 1597 bei Wirsung Arzneib. 501 Gebeermutter, älter Bärmutter(s. d.).

Gébarsch, m., in der(Kinder-) Redens- art Gebarsch Nehmarsch Schenkender und das Geschenkte gern Zurückfordernder», 1540 bei Alberus Dict. Tt 3 b geb ars nem ars, bei