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gankeln 630
Wort auch s. v. a. Gatte; im 16. u. 17. Jh. und noch schweiz. wird es wie«Art und Weise» gebraucht.
Gatter, n.(-s, Pl. wie Sg.): verschränkte Stäbeverbindung als Tor, Schranke oder Zaun. In den Wörterbüchern des 17. und im Anfang des 18. Jh., sowie noch alem. und bei Goethe 34, 1, 266 Mask., mhd. gater m. n., im 15. Jh. auch Fem.(schwachbie- gend), ahd. gataro m. Da das Wort ahd. mit valvae ᷑Türflügel» glossiert wird, und sonst nicht in den germanischen Sprachen vorkommt, so könnte es mit Kluge eine Zusammensetzung aus ga-«gey und tor sein. 4BL. gattern, v.: mit gatterähnlichem Muster versehen(mhd. gatern): durchs Gatter spähend belauern, gierig blicken(1691 bei Stieler).
Gattung, s. Gatte.
gatzen, gätzen, v.: gackern, schreien wie ein Huhn nach dem Fierlegen(König vom Odenwald und Fastnachtsp. des 15. Jh. 259, 22). Aus gleichbed. mhd. gagzen, wie mhd. blitzen aus bliczen; im 15. Jh. schwäb. (Diefenbach Gl. 161 b) und noch 1703 bei Weismann 141 ² gatzgen. Vgl. gacksen.
Gau, m.(-es, Pl.-e): abgegrenztes Land- gebiet, Landesabteilung. Aus md. 9ouabe, gou, mhd. gôuroe, göu, ahd. gauwi, geuwi, gowi n.; dazu afries. 9ã, 9, ags. an Namen-9é, ebenso and.-95, got. gawi n.(Gen. gaujis). Ahd. auch das Fem. gawa, gowa und gauwia, gowla, mnd. 9 f., nd. gohe f. Herkunft unsicher. Vgl. Feist Btr. 15, 54 f.(aus*ga-wih, wih zu lat. vicus m.«Dorf), Schrader Idg. Forsch. Anz. 9, 172(aus*ga-qwia zu gr. oin«Dorf), Uhlenbeck Btr. 30, 282. Der Plur. bisweilen Gauen(Schubart 2, 328, Goethe 2, 33; 34, 1, 3), bereits 1663 bei Schottel 4622, und zwar als Plur. des Fem. Gau. Das Mask. zuerst im 17. Jh.(1612 bei Lehmann Speyr. Chron. 4, 9), wie es scheint in Gelehrtenkreisen nach dem Genus von lat. pagus(der Pagus oder Gauo ebd.). Das veraltende Wort wurde im letzten Viertel des 18. Jahrh. wieder aufgefrischt, während sich in oberd. Mundarten das Neutr. Gäun in den Bedd.«Land im Gegensatz zur Stadt, flaches Land im Gegensatz zum Ge- birgey erhalten hat.
Gauch, m.(-es, Pl.-e und Gäuche): einfältiger, dummer Mensch, Narr, Schelm. Mhd. gouch, ahd. gouh m.«Kuekuck, Tor, Narr; dazu ags. géac,(aus dem Nordischen) nordengl. gazok, anord. gauler, schwed. gök,
dän. gjög, norweg. gaukc m.«Kuckuck». Ur- sprung nicht ganz klar. Wahrscheinlich zu anord. geyja«spotten, ausschelten», aind. hävati «rufty, abg. zubali«rufen.
Gauehheil, n.(-S. Pl.-e): die Pfanze anagallis. 1432 gochail(Petters Vocabular 292 a), als Fem. 1540 bei Alberus Dict. CC 2 b ghochenl, gauchegl. Der Name daher, daß man dem Kraut Kraft beilegte, den Wahn- und Blödsinn(vgl. Gauch) zu heilen(Grimm Gesch. d. deutsch. Spr. 204), auch sein Saft als Mittel diente, den Biß eines tollen Hundes unschädlich zu machen(Lonicerus 2042, vgl. Schiller z. mecklenb. Kräuterb. 2, 30 ²). Oft vermengt mit dem Namen der Schafgarbe gachheil«schnellheilendes Wundkraut(im 14. Jahrh. Mone Anz. 4, 247).
Gaudieb, m.(-es, Pl.-e): listiger, ver- schlagner Dieb; pffffiger, verschlagner und gewandter Schelm. Im 17. Jh.(1657 bei Schuppius Freund in der Not 92) aufge- nommen aus gleichbed. nd. gaadéf, ndl. gauzo dief m., zusammenges. mit nd. gau, ndl. gauao «geschwind, gewandt», 1691 bei Stieler und 1716 bei Ludwig gau«schnell auf etwas». Das Wort gehört wohl zu Jäh(s. d.).
gaudieren, verb.(refl.) sich freuen;(trans.) erfreuen. 1617 im teutschen Michel 21, aus lat. gaudére«sich freuen).— Gaudium, n (J): große Freude. Gegen Ende des 18. Jh. allgemeiner geworden(Schiller Räuber 1, 2, Kabale 5, 5), aus gleichbed. lat. gaudium n., bayr.-österr. Gaudi, f. nach Freude.
gaukeln, verb.: Zauberei, trügerisches Blendwerk treiben; sich närrisch, possenhaft, oder leicht, schnell und spielend hin- und herbewegen. Mhd. goukeln, gougeln, ahd. gougelan und goukelõn, gougolön, mit Umlaut md. gäukeln, bei Luther geuckeln neben gauckeln, im 15. Jh. gewokeln(Diefenb. Gl. 48 ²); dazu mnd. gokelen, gökelen, mndl. golelen. Abgeleitet von ahd. goucal, couxcel, mhd. goulcel, gougel n. auberei, Taschenspielerei, närrisches Treibens, nhd. Gaulrel m.(Adelung), selten f. (Steinbach 1, 563),(aus dem Ndd. entlehnt), schwed. gyckel, dän. gjögl. Dazu gibt es ab- lautende Formen mhd. giege und giegel m. Narr, Betörtery, gogel m.«ausgelassner Scherz, Possen?, gogelen«sich ausgelassen gebärdeny, ndl. guig f.«Spottmaul⸗, giegelen lachen?, so daß das Wort alt sein wird. Wahrschein- lich zu derselben Wurzel wie Gauch(s. d.). 4BL. Gaukelei, f., bei Luther Gauckeley, Geuckeley, Geugeley, dazu mnd. gochelie, mndl.
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