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s. v. a. Volkslied(s. d.). Gassenjunge, m. (7n, Pl.-n), 1728 bei Stoppe Ged. 1, 71. Gast, m.(-es, Pl. Gäste): besuchender, beherbergter, beköstigter Fremder; auf frem- der Bühne auftretender Schauspieler(im 19. Jh.); überhaupt Mann, Gesell(1589 bei Rhau geistl. Gesangb. Vorr.). Mhd. gast Fremdling, landfahrender Krieger, Held, auch bewirteter Fremder», ahd. gast«Fremd- lingy; dazu asächs.„ndl. gast, ags. gœæst, gast, gest, gist, giest«Fremder, Feind, Gasto,(aus dem Nordischen) engl. guest, anord. gestr, schwed. gäst, dän. gjest«Gasty, got. gasts m.«Fremder», der Lautverschiebung gemäß stimmend mit lat. hostis«Feind ursprüng- lich«Premder», vgl. hospes aus*hosti-pes Gastfreundy, abg. gostil«Gast, Genosse, Freund». 4BL. Gasterei, f.(Pl.-en): Gast- mahl. Im 16. Jh.(H. Sachs Fastn. 16, 253, Scheidt Grob. 3164), bei Luther mit Umlaut Gestereſ. gastieren, v.: zu Gaste haben, bewirten(bei Goethe, 1691 bei Stieler, dafür bereits im 16. Jh. gasten, das im 18. Jh. bei Bürger auch in der Bed.«zu Gaste sein» erscheint); von Schauspielern, als Gast auf- treten, Gastrollen geben(Anfang des 19. Jh.). gastlich, adj. und adv., mhd. gast-, gesl-, gästlich, ahd. durch ungastlichi f.«Ungast- lichkeity bezeugt, ags. gastlic; im 17. und 18. Jh. nicht mehr gebraucht, kam das Wort in den letzten Jahrzehnten des 18. Jh. durch Voßens Homerübersetzung wieder in Umlauf. Gastung, f.(Pl.-ο): Bewirtung, Gasterei, mhd. gastunge f. ZUS. gastfrei, adj. und adv.: freigebig gegen Gäste, bei Luther. Gastfreund, m.(-es, Pl.-e), 1561 bei Maaler als UÜbersetzung des lat. hospes, dafür 1537 bei Schaidenreißer Odyss. 75 ain gast vnd freünd; das Wort fand aber keine Aufnahme, erst durch Voßens Odyssee-bersetzung 1781 hat es Verbreitung gewonnen; davon Gast- freundschaft, f., 1616 bei Henisch. Gast- geber, m.(—s, Pl. wie Sg.): Gastwirt(mhd. gastgeber neben gastgebe m.); der ein Gast- mahl gibt(1711 bei Rädlein). Gasthalter, m.(“s, Pl. wie Sg.): Gastwirt(1433 bei Diefenbach-Wülcker gasthelder, um 1480 im Vocab. praedicant. 1 2 b gasthalter); der eine Gasterei gibt(1718 bei Kirsch). Gasthaus, n.(hauses, Pl. häuser), ahd.-mhd.-mnd. gast- hhs; dazu ags. gasthäs n., engl. guest-house, anord. gestahas n., aber ndl. gasthuls n. Spitalh. Gasthof, m.: vornehmeres Gasthaus, 1420 bei Diefenbach-Wülcker; dazu ags. gasthof m.
Gastmahl, n.(*s, Pl.-mähler), 1561 bei Maaler. Gastrecht, n.: Recht der Gast- freundschaft. 1616 bei Henisch. Gastwirt, m.(-es, Pl.-e), 1635 bei Heydenreich Leipz. Cron. 351. Davon Gastwirtschaft, f.: Wirts- haus. Erst im 19. Jh.
gastrisch, adj.: den Unterleib, Magen betreffend. Ende des 18. Jh., von gr. Tacrup f.«Unterleib, Magen».
Gastronom, m.(-s, Pl.-en): Feinschmecker, Kenner der Koch- und Tafelkunst. Bildung der neusten Zeit. Aus gr. facrip(s. gast- risch) und-vouoc von véuetv«zuteileny». Dazu Gastronomie, f., aus gr. Tacrpovopia f. «Vorschrift zur Pflege des Bauchesy.
gäten, s. Jäten.
gätlich, auch gättlich, adj. u. adv.: sich wohlfügend, passend, schicklich, gleichmäßig, nach Paßlichkeit und Bequemlichkeit groß, mittelgroß. Md. auch bei Goethe 30, 114. Früher auch oberd., mit den Nebenformen gättlich, gettlich(Murner Gäuchmatt 5285), göttlich, götleich(Nürnb. Pol.-Ordn. 153 aus dem 14. Jh.) und gattlich(Frankf. Ref. 6, 4, 5, auch bei Goethe Wilh. Meist. Wanderj. 2, 5); nd. gãdlix, ndl. bei Kilian gadelick, 1477 clev. ghedelgk. Gleicher Abstammung wie Gatte(s. d.).
Gatt, n.: Loch, s. Gasse.
Gatte, m.(n, Pl.-n): der ehelich Ver- bundene(1652 bei Rist himml. Lieder 3, 161). Der Bedeutung nach eine Spezialisierung (genauer die Ehegatten Garg. 93) aus mhd. gate neben gegate m. der Gleiche, Genosse), selten«der zur Zeugung Verbundeney; dazu asächs. gigado m. Seinesgleichen, mnd. gegade, ags. gegada m. Genossen, urspr. schwache Form zum Adj. ahd. gegat«verbunden, gleich, wozu passendy. 4BL. gatten, v.: zusammen verbinden(trans. und refl. bei S. Franck Para- doxa 158 und moriae encom. 15b); sich paaren (Fastnachtsp. des 15. Jh. 1160); Waren sor- tieren(1691 bei Stieler). Ahd. gatön(in begaton«erreichen, wofür sorgen»), mhd. gaten intr.«zusammenkommen, tr.«Gleiches zu Gleichem gesellen, vereinigeny». Gattin, f.(Pl.-nen): die ehelich Verbundene. Erst im 18. Jh. bei Günther 661. Gattung, f. (Pl.-en): das durch Verwandtschaft Zusam- mengehörige. Erscheint zuerst im 15. Jh. (Nürnb. Pol.-Ordn. 222, Nicl. v. Wyle 282), bei Luther Matth. 13, 47; die älteste Be- deutung ist zueinander passendes Paar» (Fastnachtsp. 517, 26), spüter bedeutet das


