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genau aind. Jdsati, Jäsjati«wird heif, siedet?, aw. jah-«sieden?, gr. Zéeiv(aus ecetv, vgl. Tecrôc)«sieden», kymr. iãs«fervor, ebullitioy. S. gäschen, gischen, Gäscht, Gischt. 43L. Gäre, auch Gare, f.: Gärung, der gehörige Grad der Gärung, im Gebiet des Backens und Brauens frühzeitig mit Gare(s. d.) vermengt. 1678 bei Krämer Gähre, Gehre, 1598 bei Colerus 2, H 1a Gehr, Gahre(des Mostes), md. im 13. Jh. gœre f.(in ubergœre).
Gargel, f.(Pl.-n): bei den Böttchern Rinne in den Dauben zum Einsetzen des Bodens, Kimme. Rheinisch, schon im 13. Jh. gargele f.; daneben mhd. gargöle f.«Rinne mit Mundstück», aus franz. gargouille, span. gargola f. Traufröhre, Wasserspeier der Dachtraufey». Herkunft unsicher.
Garkoch, Garküche, s. gar.
1Garn, n.(-es, Pl.-e): gesponnener Faden; Gestrick, Netz zum Fange(daher die RA. ins Garn gehen aus der Jugersprache). Mhd. garn, ahd. garn. karn n.; dazu mnd. garn, ndl. garen, ags. gecrn n., engl. yarn, anord. garn n., schwed.-dän. garn. Urspr. die aus getrock- neten Därmen gedrehte Schnur?, s. ²Garn. ZUS. Garngabel, f.: Gabelstange zum Stellen der Jagdnetze, Forkel. 1741 bei Prisch.
2Garn, n.(-es, Pl.-e): der zweite Magen, Netzmagen der Wiederkäuer. Schwäb. gärn n. Ochsengedärm, ahd. mittigarni, mittila- carni, and. micgarni n., ags. micegern«Fett- netz inmitten der Därme»(noch erhalten in schwäb. miggär n.«Ochsengedärm?), anord. görn f.«Darmꝰy, Pl. garnar Eingeweidey. Urverwandt mit lit. Zärna f.«Darmo, aind. hirã f.«Aderꝰ, häras m. Band, Gürtel», alban. 20 f. Gedärme», lat. haru- in haruspeæ «Eingeweideschauer, Wahrsager aus den Ein- geweiden der Opfertiere», gr. xopd f.«Darm, Darmsaitey(davon lat. chorda, franz. corde, ital. corda, cordella f.«Strick, Schnur, starker Faden).
Garnéle, f.(Pl.-n): Art kleiner See- krebse ohne Scheren. 1716 bei Ludwig der Pl. Garneelen, 1556 bei Frisius Nomencl. 61 b und 1561 bei Maaler Garnat oder Garnol m., 1563 bei Forer Fischb. 127 fg. Gernier m. Aus gleichbed. ndl. garneel f.(1599 bei Kilian) neben garnaat f.
garnieren, v.: einfassen, verbrämen; aus- schmücken, auszieren. 1712 bei Hübner gar- niren die Kleider mit güldnen oder silbernen Tressen auszieren?, im 16. Jh. vergarniren bei Fischart Garg. 175, Part. garnirt oder meublirt
1716 bei Ludwig. Nebst ndl. garnieren zu Schutz befestigen»(1599 bei Kilian), aus franz. garnir, afranz. guarnir, ital. guarnire«mit et- was versehen, ausstattenꝰ, aus gleichbed. germ. ooarnjan zu ahd. warnön, warnén. Garnisön, f.(Pl.-en): Besatzung, Be- satzungsmannschaft. Um 1600(bei Henisch 1616 Gaarnison, 1616 bei Wallhausen Corp. mil. 175 Garnison) entlehnt aus gleichbed. franz. garnison f., von garnir(s. garnieren). Garnitür, f.(Pl.-en): Besatz, Einfassung; Ausstattung, Auszierung. 1712 bei Hübner, aus gleichbed. franz. garniture, ital. guarnitura f., von franz. garnir(s. garnieren). garstig, adj. u. adv.: verdorben schmeckend oder riechend; schmutzig(1678 bei Krämer, bei Lessing 3, 41);(übertragen) widerwärtig, häßlich, abscheulich(bei Luther). In der 1. Bed. 1420 md. garstig(Schröers Vocab. 31 ²), mnd. garstich, garsterich(vgl. galsterig) und gasterich, gastrig, mndl. gherstich, 1599 bei Kilian garstigh, gherstigh. Weiterbildung des Adj. mhd.-mnd. garst«ranzig, verdorben?, anord. gerstr«mürrischy, zu mhd.(14. Jh.) garst m., ahd. gerst? f.«ranziger, stinkender Geschmack oder Geruch». Wohl zu lit. grasuùs cekelhaft, widerwärtig», grasd f.«Abscheu, Ekely. Außerdem kann lat. fastidium n.«Ekeb (aus*farstidium) oder horrére«schaudern, sich entsetzeny dazu gehören. Vgl. Walde. Garten, m.(-s, Pl. Gärten): umzkuntes Land zum Anbau. 1439 in den Weisth. 6, 165 Garten, aber noch bis ins 18. Jh. Garlte (bei Weismann 1703), bei Luther meist Garte (Gen. Garten), nur vereinzelt Garten, mhd. garte, ahd. garto, carto m.; dazu asächs. gardo, afries. garda m.«Garten», got. garda m.«Ge- hege, Hürdey. Daneben die ältre starkflekt. Form mhd.(selten) gart, ahd. gart, cart m. «Kreis, Garten», asächs. gard m.«eingefrie- digtes Grundstück», im Pl.«Wohnung, Haus», ags. geard m. Umfriedigung, Garten, Woh- nungy, engl. ard«Hofraumꝰ», anord. gardr m. cumschließender Wall, Zaun, Mauer, Hof- raum, Gehöft», in Zusammens. Garten», got. gards m.«Haus», in Zusammens. Garten, Kreis», urspr. Einzäunung eines Grundstücks, zu got. gaërdan«gürten, umschließeny. Da wir nicht entscheiden können, ob der Dental auf idg. dh oder t zurückgeht, so ist über die Verwandtschaft nicht sicher zu urteilen. Auf dh weisen lit. zafdis m.«großer um- zäunter Weideplatz», aind. gyhäs m., grhäm n. Hauss, aw. gorsda- m.«Höhle»(bei denen


