Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
621-622
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621 Garant

gären 622

Zeit zubereitete Speisen feilhält, 1540 bei Alberus Dict. p und im 15. bis 16. Jh. aus Nordhausen garkoch m. Garküche, f. (Pl.-n): öffentliche gewerbsmäßige Speise- wirtschaft, 1540 bei Alberus garküch, im 16. Jh. auch jarkäche(jarkuchen f. 1517 bei Trochus 0 54, 1537 bei Dasypodius, in Würz- burg bis ins 18. Jh.).

Garänt, m.(-en, Pl.-en): Gewührsmann, Bürge. Im 18. Jh. aus gleichbed. franz. garant, span.-portug. garants, ital. guarento m., ent- lehnt aus ahd. werento m. der Gewührlei- stendey, afries. werand, warend, mnd. warent m., engl. warranter«Gewährsmann, dem substantivisch gebrauchten Part. Präs. von ahd. werén, afries. werd, woy'a, nd. waren «Gewuähr leisten»(s. gewähren). Garantie, f.(Pl.-n): Gewährleistung, Bürgschaft. 1688 bei Liebe, 1691 bei Stieler aus gleichbed. franz. garautie, mlat. warandia f., dem Ger- manischen entlehnt, afries. warande, aarende f.«Gewähr». garantieren, v.: Gewähr leisten, bürgen, wofür haften, 1691 bei Stieler aus gleichbed. franz. garantir.

Garaus, s. gar.

1Garbe, f.(Pl.-n): Getreidebund. Mhd. garbe, md. auch garwe, ahd. garba, karpa f.; dazu and. garva, mnd. mndl. garve, ndl. gar f. Ins Romanische aufgenommen: franz. gerbe, älter garbe, prov.-span. garba f. Daneben im 15. Jh. grabe, grape, grappe, nd. grave f. (Diefenbach Gl. 258 usw.). Urverwandt mit aind. grbhudti cergreift», gräbhäs m. Hand- voll), aw. grah- cergreifen», abg. grabiti craffen», lit. grébiu chacken». Zur Bedeu- tungsentwicklung vgl. ags. gripa m.«Korn- gabey zu graipan ergreifen».

2²Garbe, f.: die Pflanze millefolium, Schaf- garbe(s. d.). 1482 im Voc. theut. k 2 garb, mhd. garzwe, ahd. garwa, garawa, garuoa f.; dazu mndl. garwe, ndl. gerwo, ags. gearwe, garuue f., engl. arroww. Herkunft dunkel.

Garde, f.(Pl.-n): Schutz-, Leibwache. 1474 am Niederrhein garde(die burgundische Truppe im Heere Karls des Kühnen, Wier- straat S. 9 Groote), dann zu Ende des 15. Jh. in Süddeutschland gard f.(Liliencron 2, 419), im 16. Jh. durch Einfluß der Heere Karls V. guardi f.(bei H. Sachs Fastn. 44, 181 guarti, bei Rollenhagen Froschm. 2, 3, 7 gaαιeσα⁴dm). Aus franz. garde, ital.-span. guardia f.«Wache, Hut», von ahd. warta f.«Wache»(s. Warte).

Garderöbe, f.(Pl.-n): Kleiderkammer, Schrank, vorrat; zugleich Bedientenzimmer

(bei Hübner 1712, Schiller Kabale 5, 6), da- nach Dienerschaft(eb. 4, 9). Im 16. Ih. gardenrobbe m.«Gemach für Silbergeschirr- (Zimm. Chron. ² 3, 161, 29). Aus franz. garde- robe f.«Kleiderkammer?, zusammenges. aus dem Imp. garde«bewahre!» und robe, ital. roba, prov. rauba f.«Kleid, Geräte», mlat. raucba f.«Kriegsbeute, Raub», von ahd. rouba m.«Raub, Beute, Rüstung, Kleid», asächs. girobi n.«Kleidungy.

Gardian, m.(-S, Pl.-e): Vorsteher eines Barfüßerklosters. Mhd. gardiän m., aus ital. guardiano m., eig.«Hüter», von guardia f. (s. Garde).

Gardine, f.(Pl. n): Bett-, Fenstervor- hang. 1598 bei Hutter Lexic. harmonicum 668 Gardine(aber 1716 bei Ludwig noch Gordine), 1477 clevisch im Teuthonista und 1495 in der Kölner Gemma F 2 gardymn, nach mndl. gordyme f. aus ital.-span.-mlat.(um 600) cortina f. Vorhang», zu lat. cortina f.«Run- dung, Kreis, Vorhangy. ZUS. Gardinen- predigt, f.(Pl.-en): Strafrede der Gattin hinter der Bettgardine, 1796 bei J. Paul Siebenkäs 3, 22, 1791 bei Roth; vgl. dem Mann die Gardinen oder Umbhangs Messen lesen 1693 Zincgref Apophthegmata 4, 141.

Gardist, m.(-en, Pl.-en): Soldat der Garde(s. d.). 1791 bei Roth.

Gare, f., s. gar und gären.

güren, v.(Prät. gor, Konj. göre, Part. gegoren, in bildlicher Bed. schwachflektiert Prät. gärte, Part. gegärt): innerlich bewegt zur Zersetzung schäumend aufbrausen. 1678 bei Krämer gähren, 1718 bei Kirsch gehren, 1722 bei Freyer geren(aber noch bei Günther 542 Part. gejohren), 1482 im Voc. theut. 1 8 /b geren oder jeren, mhd. jesen(mit g statt j nur in den Formen mit:, 3. Pers. Präs. gist und girt, aber md. bereits im 14. Jh. bei Megenberg 8, 30 die 3 Pl. Präs. gerent; ferner Prät. jas, Pl. jären, Part. gejesen, das drang aus dem Prät. ins Präs., in den Inf. jern und ins Part., im 15. Jh. gejeren), ahd. jesan. Durch Anlehnung an gar(s. d.) hat sich g in allen Formen durchgesetzt. Die starken ulternhd. Formen des Sg. Präs. gier, gierst, giert, die noch im 16. Jh. geläufig sind und teilweis noch 1691 von Stieler(gierst, giert), 1716 von Ludwig(gieret) verzeichnet werden, sind seit dem 16. Jh. durch die zum schwach- biegenden Faktitiv ahd. jerjan, gerjan«gären machen» gehörigen Formen gäre, gärst, gärt verdrängt worden. Ahd. jesan entspricht