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SGalle 514
einmastiges leichtes Ruderschiff, 1616 bei ZUS. Galgenfrist, f.: kurzer Aufschub, der
Henisch Galcotte, aus dem gleichbed. ital. galeotta, span. qaleota, franz. qaliote f. Galeot, Galiot, m.(-en, Pl.-en): Galeerensklave, böser Schelm. 1616 bei Henisch Galiotte, mhd. galiot m.«Schiffer, Fährmann, Seeräubery, aus ital. galeotto, span. galeote, franz. galiot m. Galeerensklave, Schelmy. Alle diese Wörter sind abgeleitet von ital.-altspan. galed, prov. galéa, gale, galega, afranz. galée, galie f.
«Galeerey, aus gleichbed. mgriech. fakéo,
ToXeia, mlat. galea und galeida f., woher auch mhd. galle, galé, galide, galeide, galine, galdn f. Galeerey, bei Luther Jes. 33, 21 Galehe, älternhd. und noch mundartlich Galee f. Wahrscheinlich von gr. käxov n. Holzy, im Lakedämonischen auch Schiffy. Alle behan- delten Wörter sind ursprünglich im Italieni- schen heimisch.
Galerie, früher auch Gallerie, f.(Pl.-n): Gitter- oder Geländergang(1616 bei Henisch alerei); im Festungs- und Belagerungswesen lange schmale verdeckte Gänge zu den Außen- werken(1616 bei Henisch und bei Wallhausen Kriegsmanual); Säulengang mit Wandge- mälden(bei Fischart Garg. 446); Gemäldesaal (1727 bei Aler); der obere oder oberste Zu- schauerraum im Theater(bei Lessing 13, 143 vom J. 1768). Aus gleichbed. franz. galérie, ital. galleria f., von mlat. galeria«bedeckter umschlossener Orty, im 9. Jh. in Italien wohl einfach«Holzbau» bedeutend und wahrschein- lich gleicher Abstammung wie Galeere(s. d.).
Galgant, m.(-es, Pl.-e): Wiesenpflanze mit gewürzhafter Knollenwurzel, urspr. ost- indische aromatische Wurzel. Mhd. galgan, galgän, spͤter auch galgant, ahd. galgan, galangan, galegan m., aus mlat. galanga, später- gr. To-dyva f., gebildet nach gleichbed. arab.- pers. chalandschän.
Galgen, m.(-S, Pl. wie Sg.): Pfahl oben mit einem Querholze zum Hängen; drei oben zmum Hängen mit Querhölzern verbundne Säulen. Schon im 14. Jh.(Diefenbach Gl. 416) galgen, aber andrerseits bis ins 18. Jh. (bei Frisch) Galge, mhd. galge, ahd. galgo m. «Galgen, Kreuz Christi, Gestell über dem Ziehbrunnen»; dazu asächs. galgo m., mnd. galge m. f., mndl. galghe f., ndl. galg f., afries. galga m., ags. galga, gealga m., engl. galloo, anord. galgi m., schwed. galge m., dän. galge, got. galga. Wahrscheinlich verwandt mit lit. Zalga f., arm. dzazlc«stanges, welche Be- deutung auch in anord. gelgja f.«vorliegt».
nichts nützt, eig. der dem Verurteilten unterm Galgen gewährte. 1539 bei Alberus wider Witzeln B 32 bildlich. Galgenhumor, m. (“s): verzweifelter Humor, wie er dem Ver- urteilten unterm Galgen beikommt. Erst im 19. Jh. Galgenschwengel, m.(-S, Pl. wie Sg.): gehenkter Bösewicht, galgenreifer Schelm, mhd. galgenszengel m., wie denn der Galgen bei den Gaunern die Feldglocke heißt (H. Sachs 14, 117 ein Schwengl in einer Feldtglocken). Galgenstrick, m.(-es, Pl.-e): Henkerstrick;(bildlich) für den Galgen reifer Schelm. In der 1. Bed. mhd. galgenstric m., in der 2. bei H. Sachs 1, 57. Galgenvogel, m.(-s, Pl.-vögel): wie Galgenschzwengel, 1542 bei Herold christenl. Ee Hh 4², 1572 bei Fischart Pract. 11.
Gal(!)imäthias, m. n.: verworrnes Gerede. Im 18. Jh.(Lessing, Weiße, Wieland) aus franz. galimatias(1664 bei Duez Dictionn. frang.-allem.-lat.). Unbekannter Herkunft. Daneben das ebenfalls unerklärte galimaf' ée f. Gericht von durcheinander gehackten Fleisch- stücken verschiedener Art, verworrne Erzäh- lung»(auch altengl. gallimazofrey,«Gericht aus allerlei klein gehackten Speisen, Mischmasch).
Gall, m.(ees, Pl. Gälle): Gesang, Stimmen- schall, Schrei. Alternhd., noch 1762 bei Gottsched Sprachk. 207, jetzt veraltet. Mhd. gal m.(Gen. galles), anord. göll, gjöll f. «durchdringender Schally, zu ahd.-ags. galan, anord. gala«singen, Zauberworte sprechenꝰ, galinn«bezauberty, norw.-adän. galen, dän. gal«verrückty. Vgl. Falk-Torp s. v. gal, s. a. gellen, Nachtigall.
Gallapfel, m.(-s, Pl.-äãpfel): vom Stich der Gallwespe usw. verursachter Laubapfel der Eiche. Im 15. Jh. galöpfel(Diefenbach Gl. 641 b), abgeleitet von lat. galla f.«Gall- apfely». Früher Eichapfel, 1400 aichapfel (Pflanzenglossar,(tieß. Hds. 134²), im 13. Jh. mdl. der Pl. eichenepele(Sumerlaten 57, 15). S. auch Galle 2.
1Galle, f.(Pl.-n): grüngelbe bittre Flüssig- keit, die sich von der Leber in eine Blase absondert;(als Sitz des Zornes aufgefaßt, daher schon mhd.) Zorn, Erbitterung, Ge- hässigkeit, Arger, Neigung zum Zorn usw.; (biblisch 5. Mos. 32, 33, Hiob 20, 16) Gikt und danach eine bitter schmeckende betäu- bende Giftpflanze(Hos. 10, 4, s. Erdgalle). In eig. Bed. mhd. galle, ahd. galla f.; dazu asächs. galla, ndl. gal f., ags. gealla m., engl.
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