611 Gage
Galeasse 612
festes Erdpech. Mhd. gagätes m.(Parzival 791, 15) ein Edelstein, aus gr. Jat. gagãtes m. Glanzkohley, benannt von Fluß und Stadt Gagas in Lykien.
Gage, f.(Spr. gäãze, Pl.-n): Gehalt, Be- soldung, Löhnung. 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual Löhnung,, 1653 bei Laurem- berg 3, 180(als gazie) verspottet. Entlehnt aus franz. gage, ital. gaggio m. Pfand, Gewähr- leistung, Sold, diese aus mlat. vadicum n. «Bürgschaft, Pfand, von got. wadi, ahd. Wweti, wetti n.«Pfand»(s. Wette).
gäh, gähling, s. Jah.
Gähnaffe, m.(-n, Pl.-/): Maulaffe. 1718 bei Kirsch Gähnaffen feil haben. Dafür älternhd. Ginaſfe, noch 1741 bei Frisch Gien- affe. Noch am Ende des 18. Jh. war Gahnaffe bei den Bauern der sächs. Schweiz der Name des primitiven Leuchters zum Festhalten des Leuchtspans.
gähnen, v.: den Mund aufsperren, be- sonders krampfhaft;(bildlich) weit und tief geöffnet sein. 1616 bei Henisch gähnen, 1664 bei Duez und 1711 bei Rädlein gehnen, 1691 bei Stieler gänen, 1722 bei Freyer(auch bei Gottsched und Herder 1, 9, 268) jähnen, 1741 bei Frisch gienen, mhd. ginen, geinen, md. genen, ahd. ginen und ginön, auch geinôn, einmal genén; dazu asächs. ginon, clevisch 1477 gheenen, ags. töginan«klaffen», anord. gina«gähnen», gin n.«aufgesperrter Mund. Eine n-Erweiterung von dem gleichbed. ahd. gén, gijén, giwén, geawôn, mhd. gieben, gewwen, bayr. gezsen, der Lautverschiebung gemäß ent- sprechend gr. Xoiveiv, Xdckeiv, lat. Niare, hi- scére, abg. zuijati, zinchi«gähnen, klaffenꝰ, lit. gäöti«den Mund aufsperren».
gähstotzig, adj. und adv.: senkrecht- abschüssig(Schiller T'ell 4, 1). Schweizerisch, 1556 hei Frisius und 1561 bei Maaler gäch- stotzig, zusammenges. aus gäch jäh» und schweiz. stotzig«wie senkrecht ansteigend» (bei Frisius und Maaler),«abschüssigy, von Stotz m.«fast senkrechte Ansteigung oder Abschüssigkeit des Bodens oder Felsens» (1541 bei Frisius).
Gala, f.: Hofpracht, prunk(1706 bei Elisabeth Charlotte v. Orl. 2, 447, Galla 1727 bei Aler), Hoffest(Schiller Fiesko 2, 14); Hofkleid, Prachtanzug. Um 1700, wahr- scheinlich durch das spanische Hofzeremoniell am Wiener Hofe, entlehnt aus span. gala f. &Kleiderpracht⸗(1555 i im Wbch. des Antonius Nebrissensis gala elegantia vel lauticia vesti-
um)), ital. gala f.«Staatskleidy, afranz. gale f. «Ergetzlichkeit, Freudenfests, galer, auch waler«Feste feiern». 48. Galakleid, n. (-es, Pl.-er), 1691 bei Abraham a S. Clara Judas 2, 57.
Galän, m.(-S, Pl.-é): Liebhaber, Buhle (Goethe Faust 2946). Um 1600(Hoffmann Gesellschaftslieder 45 vom J. 1611) entlehnt aus span. galano m. der Artige gegen ein Frauenzimmer(1555 bei Antonius Nebri issensis galan celegans»), abgeleitet von Gala(s. d.).
Galänder, m.(-s, Pl. wie Sg.): die an- genehm singende Ringlerche der pyrenäischen Gebirge; Haubenlerche. Mhd. Jalander m., später auch f., mndl. calander, aus mlat.(ital.) calandra f., von gr. koxcivdga f., xavdpoc m. eine Lerchenart.
galänt, adj. und adv.: fein, artig und gefällig, besonders gegen Frauenzimmer, der neuesten Mode entsprechend. 1663 bei Schup- pius 1, 471, Grimmelshausen Simpl. 157, aus franz. galant, ital.-span. galante«artig), eig. «fein und geschmackvoll aufgeputzty. Von Gala(s. d.). 4BL. Galanterſe, f.(Pl.-n): feine Höflichkeit;(im Pl.) Putz, Schmuck- ware. Im 17. Jh.(bei Weise pol. Näscher 100, Galanterey in beiden Bed. 1678 bei Krämer, Galanteri- Wahren 1693 im ital.- teutsch. Wb. 1081 5b) aus gleichbed. franz. galanterie, ital. galanteria f. Davon Galanteriehändler m 1765 bei Rondeau, dafür 1716 bei Ludwig Galanterielcrämer. Galanterieware, f., meist im Pl.: Nippsache. 1678 bei Krämer.
Galban, m.(-, Pl.-e): das starkriechende Harz einer doldentragenden syrischen Pflanze. Bei Luther Galban und Gtalben, mhd. im 14. Jh. galban n., aus gleichbed. gr. lat. gal- banum n., gr. XoXßBdvn f., von hebr. chelbnã (Syr. chalbã clilch, Gummi')is s. Exodus 30, 34.
Galeässe, f.(Pr.=n): dreimastiges Ruder- schiff(1703 im Zeitungslex. Galeuzze), aus gleichbed. franz. galéace, galéasse f., dafür im 16. Jh.(Fischart 3, 374 Kurz) Galeatze f. aus ital. galcazza. Galéere, f.(Pl.-n): zwei- mastiges Ruderschiff mit niedrigem Borde. 1612 bei Hulsius Schiff. 9, 22 Galere, aus gleichbed. ital. galeara, galera, span. und port. galera, franz. galére f. Galeõne, Galiöne,
f.(Pl.-n): großes Ruderschiff, 1616 bei Henisch
(taleon, Gallion, im 16. Jh. Gallion m.(Zimm. Chron. 3, 262, 10), aus gleichbed. ital. galeone, span. galeon, franz. galion m. Im Nd. Gallion n. «Schiffsschnabel»(schon 1594 bei Chyträus Kap. 33). Galeõte, Galiöte, f.(Pl.-n):


