575 Franktireur
Fratz 576
9.
Franktireür, m.(-s, Pl.-s): französi- scher Freischärler. Aus franz. franckireur, abgeleitet von franc«frei u.-kireur«Schützey. 1870 aufgenommen.
Franse, f.(Pl.-n): Faden-, Troddelsaum. Bei Luther Franße, um 1480 im Voc. incip. teut. e Sb fransen«Stirnband, spätmhd. franze f.(noch 1739 bei Amaranthes Frantzen); da- zu ndl. franje n., nd. franje f. Aus franz. frange, ital. frangia, von mlat. fringia, das aus lat. fimbria f.«Faser, Fransey, durch Wandlung in frimbia hervorgegangen ist. 4BL. fransen, v.: mit Fransen besetzen; (intrans. und refl.) ausfasern. In der 1. Bed. mhd. franzen, aus gleichbed. franz. franger. fransig, adj., 1691 bei Stieler franzicht.
Franz, Mannesname. Gekürzt aus mlat. Franciscus der Frankey». Dazu das Dim. Fränzchen.
Franze, m.(-9n, Pl.-n): Franzose(s. d.). Mhd. Franze. ZUS. Franzband, m.(-es, Pl.-bände): französischer Ledereinband eines Buches. 1775 bei Adelung. Franzbrannt- wein, m.(-s, Pl.-e): aus Weinhefe destil- lierter Branntwein, urspr. französischer Brannt- wein. 1716 bei Ludwig. Franzbrot, n. (es, Pl.-e): Mundsemmel, urspr. eine fran- zösische Semmelpastete, 1715 bei Amaranthes. Franzmann, m.(-es, Pl.-männer): Franzose, 1678 bei Krämer; dazu ndl. Fransman vom Adj. frans sfranzösisch». Franzobst, n. (-es): an Zwergbäumen nach französischer Art gezogenes Obst, 1773 bei Amaranthes (3. Aufl.). Franzwein, n.(-es, Pl.-e): französischer Wein, 1691 bei Stieler.
Franziska, Frauenname. Aus mlat. Francisca, dem Fem. von Franciscus Frankey (s. Franz). Dazu das Dim. Fränzchen(Goethe 1, 43).
Französe, m.(-n/, Pl.-n): Angehöriger Frankreichs. Mhd. Franzois, Franzeis, auch Franzoise, Französe, aus franz. Frangols, heute Français«Franzose», hervorgegangen aus mlat. Franciensis(woher auch ital. Francese, span. Frances), das von lat. Francia Frankenland»(woraus franz. France«Frank- reich») abgeleitet ist. Plur. die Franzosen: Lustseuche, Syphilis, so benannt seit der Belagerung Neapels durch die Franzosen 1493, in deren Lager die Krankheit epidemisch auftrat und sich von da rasch durch Italien 1495 nach Süddeutschland und dem Rheine ausbreitete(1519 bei Murner in Böckings Hutten 5, 400). 4L. Französin, f., mhd.
Franzoisinne. französisch, adj., spätmhd. franzõsisch(die falsch Beicht, Münchner Hs. Bl. 215 b), 1507 bei Wilwolt von Schaum- burg 84 fg. franzõisisch, franzosisch. Abgeleitet von dem mhd. Adj. franzois, franzeis. Im Volksmunde franzöõsch(1671 bei Leucoleon Galamelite 149), 1646 bei Moscherosch Phi- lander 1, 112 und 1691 bei Stieler franzoisch.
frappant, adj.: auffallend. 1774 bei Goethe Werther(d. j. Goethe 3, 298). Aus gleich- bed. franz. frappant, Part. Präs. von frapper c«schlagen, klopfen, Eindruck machenꝰ, woraus frappieren, v.: stutzig machen, in der 1. Hälfte des 18. Jh.
Fraß, m.(-és, Pl.-e): Fresser(bei Luther, jetzt nur noch in Vielfyußß); das Fressen, die Fresserei; Tiernahrung. Mhd. vräg(Pl. vräze und vreze) in den beiden ersten Bed., ahd. frdäz m. Fressery; dazu mndl. vraet, ndl. vraat m. Vieifraß). 43L. fräßig, adj.: vielfressend(Lessing 1, 90), häufiger gefräßig. Mhd. vræzic, ahd. fräzig; dazu ndl. vratig.
fraternisieren, v.: Bruderschaft schlie- Ben. Aus gleichbed. franz. fraterniser, ab- geleitet von lat. fraternus«brüderlichy». Zur Zeit der französ. Revolution als politisches Schlagwort entlehnt. Vgl. Ladendorf.
Fratschler, Frätschler, m.(-, Pl. wie Sg.): Trödler, Zwischenhändler, Mäkler. Osterreichisch-bayrisch. 1482 im Voc. theut. y 8 pfretznerin«Frätschleriny. Von österr.- bayr. frätscheln, v.: sich als Unterhändler, Mäkler, zum Aufkaufen von Eßwaren usw. brauchen lassen(urspr. wiederholt fragen, ausfrägeln, dann unterhandeln).
fratt, adj.: wund durch Reiben. Neben- form frät 1678 bei Krämer. Mhd. vrat. Da- von fretten(s. d.). Klternhd. auch in der Bed.«zerbröckelnd, halbfaul, abgerieben, durchtriebeny». Noch obd.
Fratz, m.(en, Pl.-en): abenteuerliche, alberne, kindische Person, Narr; ungezogenes Kind. Zuerst älternhd.(bei Fischart Garg. 251). Von Fratze, f.(Pl.-n): lächerlich- abenteuerliche Erzählung, Geschwätz; ins Lächerliche verzogenes, entstelltes Gesicht, Zerrbild(Fratzengesicht 1741 bei Frisch). Zuerst älternhd.(1521 bei Luther 3, 523 W. in der Bed.«Posse(so noch Goethe Faust 1739), albernes lächerliches Gerede», Waldis 1, 50 fratzen reißen); aus dem Deutschen ent- lehnt ndl. fratsen Pl.«Possen, Albernheiten. Wunderlichkeiten». Wohl aus dem ital. Pl.


