Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
569-570
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569 Forélle

Forst 570

bei Keisersberg Pred. 45a, mhd. viirderlich, daneben viderlich. Förderung, f., mhd. vürderunge, vurderunge, daneben im 14. Jh. fuderunge.

Forélle, f.(Pl.-n): der Süßwasserfisch salmo fario. Ahd. forhana, and. forhna, mhd. vorhen, vorhe, nhd. Fohre(Ambraser Ldb. 182, noch bei Musäus VM. 1, 33), bayr. Förch f.; durch Weiterbildung mit dem diminutiven e und Betonung der Mittelsilbe(wie bei lehendig, Schlaraffe) entstand aus vorhe(n)le die Form Forelle(1549 bei Ebner-Peucer Voc. D 4 b, 1562 bei Mathesius Sarepta 201 ²), gekürzt Forell(Alberus Fab. 42, 53, Forer Fischb. 173²), andrerseits mit Wahrung der Stammsilben-Betonung mhd. vorhel, vörhel f. (1537 bei Dasypodius forhel, noch oberd. Förchel) und älternhd. Forel(Dasypodius, Schottel). Ahd. forhana wird meist zu gr. nepxvéc«schwarzblau, dunkelfarbig), aind. prgnig«gesprenkelt, bunty gestellt, so daß die urspr. Bed.«die bunte, getüpfelte» wäre, vgl. russ. pestrjüga f. zu péstruj bunts. Außerdem gehören dazu ir. orc m. Lachsy, ir. erc«Forelle?, gr. tepun f. Barschy.

Forke, f.(Pl. n): große Gabel. Mhd. fuarke, ahd. furka f.; dazu mnd. vorke, nd. forke, ndl. vork, afries. furlte, forke f., ags. forca m., engl. fork, anord. forlr m. Ent- lehnt aus lat. farca f.«Gabely.

Forkel, f.(Pl.*), weidmännisch: Gabel- stange zum Aufstellen der Tücher und Netze. 1719 bei Fleming teutscher Jäger 106 Forkel, 1763 bei Heppe Jäger Forkel, Forchel, Furchel, 1482 im Voc. theut. i 6. 8b furckel do mit man die netze stellt, ahd. furcula f.«Haken». Aus lat. furcala f.«gabelförmige Stütze, Dim. von furca f. 6 Gabel».

Form, f.(Pl.-en): Gestalt, Weise der äußern Erscheinung; Muster, wonach etwas gestaltet wird. Mhd.(erst um 1250) und noch bei Luther forme f. aus gleichbed. lat. forma f. 4B L. formen, v.: gestalten, bilden; mhd. formen. förmig, in ein-, gleich-, kegel- förmig, 1469 mrhein. formig«gestaltet, ge- bildet»(Voc. ex quo). förmlich, adj. u. adv., mhd. formelich, förmelich, Adv. forme- liche; davon Förmlichkeit, f., 1691 bei Stieler. formlos, adj. u. adv., mhd. forme- lös. Ferner hierher gehörig: formäl, adj. und adv.: auf die Form bezüglich, 1678 bei

Krämer, aus dem gleichbed. lat. Adj. formälis;

dazu Formalität, f.(Pl.-en): Formwerk, 1694 bei Nehring, aus mlat. ſormalitas f.

Formät, n.(-es, Pl.-e): Höhe und Breite eines Buches usw., 1594 bei Frischlin Nomencl. Kap. 78, 1558 bei Rivius geometr. Büxen- meisterey 3, 1, 292, aus lat. formätum, dem substantivisch gesetzten Neutr. des Partiz. Prat. Pass.(formãtus) von formãre. Formel, f.(Pl.-n): im Worte gefaßte Vorschrift, 1571 bei Rot formel, 1616 bei Henisch noch Formal, aus lat. formula f.«Gestalt, Vorschrift, vor- schriftsartige Fassung», dem Dim. von form. forméll, adj. u. adv., im 18. Jh. aus dem franz. Adj. formel, von lat. formãlis(s. formal). formieren, v.: gestalten, formen(s. d.); mhd. formieren, vom gleichbed. lat. formäre. Formulär, n.(-F, Pl.-e): als Vorsehrift geltende Abfassung wofür, 1571 bei Rot; dazu ndl. 1599 bei Kilian formulaer n. formu- lieren, v.: in eine Formel(s. d.) bringen, erst im 19. Jh., wie es scheint.

forsch, adj. u. adv.: kräftig, derb. Erst im 19. Jh., besonders durch die Studenten- sprache verbreitet, mit md. sch aus dem nd. fors, mnd. fors, von franz. force f.«Krafty. S. Force.

forschen, v.: eifrig und genau wonach fragen oder suchen. Mhd. vorschen, ahd. forscõön. Verwandt mit lat. poscere(aus porscere)«fordern, verlangenꝰ, aind. pradοh- cfrageny, mit Verlust eines Gutturals aus *forhsk- und zu fragen gehörig, s. d. Sk war eigentlich Präsenssuffix. 4BL. Forscher, m.(-S, Pl. wie Sg.), mhd. vorschcere m. Forschung, f., mhd. vorschunge, ahd. for- scunga f.

Forst, m.(-es, Pl.-e), in Norddeutsch- land auch f.: bewirtschafteter Wald. Mhd. forst, vorst m.(selten vorste f.), ahd. forst m.; dazu afranz. forest f.(woraus entlehnt mhd. forest, fores, foreist, foreis, foreht n.), nfranz. forét, ital. foresta, span. port.(an flor angelehnt) Horesta f., aus mlat. forestis f. (zuerst in einer Urkunde des fränkischen Königs Childebert I. von 556 forestis nostra im Pariser Gau, bei Pertz Dipl. 1, 7), später forestus m., foresta, forasta f., forestum, fora- stum n. der dem Herrscher vorbehaltene, dem Wildbann unterworfene, nicht einge- zäunte Waldy. Dies wird abgeleitet von dem lat. Adv. foris, foras außerhalby, wo- von auch das spätlat. Adj. forasticus äußer- lichy; demnach die urspr. Bed.«was außer- halb liegt, ausgenommen ist, nicht betreten werden darf». Meringer Idg. Forsch. 18, 259 und Wiedemann Bezz. Btr. 28, 18 erklären