Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
565-566
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565 Fock

Foliänt 566

Hlöd m., ndl. vloed m., ags. lOd n. m., engl. flood, anord. flõd n., schwed.-dän. lod m., got. Nõdus f. in gleicher Bed. In dem germ. Wort sind wahrscheinlich mehrere idg. Stämme zu- sammen gefallen. Mit Ablaut zu gr. nknouc f. Fülle, Menges, Mcun, nMun f., nuuupic f., lut des Meeres», und zur Wz. pleu cfließen, schwimmen), s. fießen, gr. Xurrc«schiffendy. 4B L. fluten, v., mhd. vluoten.

Fock, Focke, f.(Pl.-n): dreieckiges Vordersegel, Segel am Vordermast. Im 17 Jh. aus dem gleichbed. nd. fokke f. entlehnt(bei P. Fleming 80), aber schon 1507 bei Wilwolt von Schaumburg 121 vockensegl; dazu mndl. focke f., anord. focka f., dän. fok, schwed. fock m. Zurückgehend auf clev.(1477) vocken «wehenn, älternhd. ochen«wehen, blasenꝰ, foche f.«Fächer(s. d.), Wedel, Blasbalg», anord. fox in foksandr m.«Flugsand», die wohl zu an. aa(s. feucht) gehören. ZUS. Fockmast, m.(-es, Pl.-e): Vordermast. Aus dem Nd. 1716 bei Ludwig Fockemast.

fodern, s. fordern.

Fohe, Föhin, f.: Füchsin, s. Fuchs.

Fohlen, n.(-‧d, Pl. wie Sg.): junges Pferd. Norddeutsch für das hochd. Füllen(s. d.). Mnd. volene, volne, vole n. u. m., mhd. vole, vol, ahd. folo m.; dazu ags. fola w., engl. foal, anord. fole, got. fula m. 1716 bei Ludwig Fohl, Folen n., 1611 bei Colerus 4, 23 Fahle n. Bei Schiller Aneide 4, 94 Fohle f.«weibliches Füllens, erinnernd an schweiz. Fohle f.«Stuten, das auch 1616 Henisch verzeichnet; aber schon mhd. vülhe, ahd. fulihha f.«weibliches Füllen. 4BL. fohlen, v.: ein Füllen werfen. 1716 bei Ludwig.

Föhn, m.(-S, Pl.-e): der Süd-, Regen- wind in der Schweiz, wo neben Fön,, , auch Pfön, Pfé gesprochen wird und in der ältern Literatur das Fem. vorherrscht, 2. B. 1556 bei Frisius Fön f.(das Mask. schon im 16. Jh. bei Paracelsus). Entsprechend mhd. fönne, ahd. phönno m. Wirbelwind, fönne f.(Mone Anz. 8, 504)«Westwind. Nebst churwälsch. favougn, favoign, fuogn, schweiz.-franz. Jo, foén, tess. fogn hervor- gegangen aus lat. favonius m.«Westwind.

Fohre, f.(Pl.-n): Forelle, s. d.

Föhre, f.(Pl.-n): die Kiefer, pinus sil- vestris. Bayrisch Forchen, schweiz. Forch, mhd. vorhe, ahd. foraha, forha f.; dazu ags. furh- ꝛwudu, engl. fir(aus dem Dän.), anord. schwed. fara f., dàn. ſyr. Verwandt mit lat. quercus f. Eiche»(aus*perquas), ahd. fereheih f.«Eichey,

langob. fereha æaesculusy, nhd. Vereiche f. (quercus roburs, Nemnich 2, 1106), schweiz. Ferch Eichenholz?. Weiter gehören wahr- scheinlich dazu aind. parkatig«Feigenbaums, nind. pargãi«Steineiche⸗, got. fairguni n. Gebirgen, eig.«Eichenwald, mhd. Virgunt, kelt. Hercynia aus*perkänia, lit. Perkünas, eig.«Eichengott». Vgl. Hirt Idg. Forsch. 1, 479, Hoops Waldbäume 118. 4L. föhren, adj.: aus Kiefernholz, kiefern; mhd. vorhin, vörhan.

Föhricht, n.(-s, Pl.-e): Föhrenwald; mhd. vorhach.

Folge, f.(Pl.-n): das Hinterdreingehen nach jem., Reihenfolge; Befolgung; Erfolg; Folgezeit; Folgerung(Lessing 6, 438), Konse- quenz(Goethe Wahlverw. 1, 4). Mhd. volge f.«Gefolge, Heeresfolge, Leichenbegängnis, Verfolgung, Befolgung, Gehorsam, Bei-, Zu- stimmung, besonders bei Abfassung des Ur- teils im Gerichts, ahd. selbfolga f.«Partei; dazu mit andrer Stammbildung anord. fylg? n., schwed. följe, dän. fölge. Von folgen, v.: begleitend mitsein; hinterdrein kommen, nach- kommen; sich woraus ergeben. Mhd. volgen, ahd. folgén und folgön; dazu asächs. folgön, ndl. volgen, afries. fulgia, folgia, ags. folgian, fylgean, engl. follouo, anord. u. norw. fylgja, schwed. o⁵‿a, dän. fölge. Die gewöhnliche Ansicht, daß folgen mit gehen zusammenge- setzt ist, wofür man ahd. folagén, andd. fuul- gangan anführt, ist kaum haltbar, vgl. Wiede- mann Bezz. Btr. 28, 22, aber auch von den andern vorgebrachten Etymologien ist keine unmittelbar einleuchtend. 4BL. folgern, v.: als Folge woraus ableiten, bei Luther neben fölgern(dies in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 491, 10 in der Bed.«folgen»); davon Folgerung, f., 1711 bei Rädlein(1735 bei Stoppe Parnaß 49 in der Bed.«Folge»). folg- lich, adv. und konj.: wie daraus folgt, in Folge davon, 1691 bei Stieler, ahd. folglächo. folgsam, adj.: willig folgend, 1716 bei Lud- wig(dafür älternhd. folgig, bei Luther, mhd. gevolgic, ahd. gefolgig); als Adv.«folgerichtig» 1691 bei Stieler,«folglich» 1691 bei Abraham a. S. Clara Judas 1, 295. ZUS. folgerecht, adj., als Verdeutschung von Konsequent, 1788 bei Knigge Umg. 1, 53. Ebenso folgerichtig, adj., 1808 bei Campe.

Foliänt, m.(-en, Pl.-en): Buch in Bogen- form(Folio). Im 17. Jh. Folie, f.(Pl.-n): Glanzblatt von Metall zur Unterlage unter Spiegeln und gefaßten Edelsteinen;(bildlich) hebende, Glanz wirkende Unterlage(Schiller

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