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Plut 564
leichtes Gewand(Schiller Jungfr. 5, 14). Flügelmann, m.(-es, Pl.-männer): der am Anfang oder Ende einer Truppenreihe stehende Soldat, 1741 bei Frisch. Flügeltür, f. (Pl.-en): Tür mit zwei auseinandergehenden Hälften oder Flügeln, im 18. Jh.(1772 bei Hölty Ged. 18 H.).
flügge, adj.: befiedert zum Ausflug aus dem Neste;(bildlich) heiratsfähig, mannbar, auch heiratslustig. Der Form nach entlehnt aus nd. flügge(schon bei Luther Br. 2, 521 ugg), dafür älternhd. ftücke, füch(noch bei Maaler Müller 2, 78, Rückert Rostem Nr. 16), mhd. ulücke, ahd. fucchi; dazu clevisch 1477 vlaugg, vlugge, mndl. olugghe, ndl. vlug, engl. fedge. Abgeleitet von Flug(s. d.).
flugs, adv.(in der Bühnensprache fugs): in Flugesschnelle, im Fluge. Bei Luther Luk. 16, 6, aber mhd. vlages, der adverbial gebrauchte Gen. von Flug(s. d.). Alternhd. auch fluchs, flucks, fluæ geschrieben(z. B. bei Luther) und als Adj. verwendet(bei H. Sachs 14, 173 der Komp. flüchser).
Fluh, f.(Pl. Flühe, ungebräuchlich Fluhen): Felswand, Felsabsturz(Schiller Tell 4, 1). Schweizerisch. Mhd. vluoch, gekürzt vluo, ahd. fuoh f.; dazu ags. flôh(in floh stänes «Steinmasse). Verwandt mit gr. nXàdE f., Gen. maxc«Fläche, Bergfläche, Plateauy.
Flunder, m.(-s, Pl. wie Sg.), auch f. (Pl.-n): Art Scholle, pleuronectes flesus. Nhd. Nebenformen Flander, Flonder, Flinder. Spätmhd. Anfang des 15. Jh. flunder, flander neben fluoder, fläder; dazu engl. flounder (entlehnt aus dem Nord.), dän. fynder, dlter flundra, schwed. flundra f., anord. Hydra f. Zu einer Wurzel plat«breit, flach», die noch in Fladen(s. d.), lat. planta«Fufsohle», gr. mdroc cbreity vorliegt, also eig.«Plattfischn.
flunkern, v.: Zitterschein von sich geben, schimmern(Voß Id. 11, 71, ndl. flonkeren); sich einen Schein geben, aufschneiden(Münch- hausen 95). Im 18. Jh. aus dem Nd., im Ablautsverhältnis zu flinkcern(s. d.) stehend. 4BL. Flunkerei, f.(Pl. en): Aufschneiderei.
Flunsch, m.(-es, Pl.-e): aufgeworfener schmollender Mund. In Mittel- und Nord- deutschland. Nebst mhd. plans m.«Maulꝰ, bayr. flenschen das Gesicht verzerren», zu ennen(s. d.), schwäb. Pflenne.
Flur, f.(Pl.-en): Landfläche voll Wachs- tum, Saatfeld, Landgebiet eines Ortes;(auch) m.(Gen.-S, Pl.-e): geebneter fester Vorplatz im Hause. Mhd. wluor m.(noch bayr. Fluer
m.)«Saatfeld, statoluor, vluore f. astädtische Feldfluro, md. vlãr f.«Saatfeld, Bodenfläche, Landgebiety. Die 2. Bed., die von dem Be- griff«ausgedehnte geebnete Bodenflächey aus- geht, ist mittel- und norddeutsch: nd. floor f.«gepflasterter Fußboden»; dazu ndl. Noer f.«Fußboden, Diele, Tenne», ags. Hlor f. Estrich, Vorplatzy, engl. floor Estrich, Tenney, anord. forr m.«Estrich, Stallfuß- bodeny. Zu lat. plänus«platt, eben, flach), ir. Iãr, kymr. Nauor«Boden, Estrich⸗, apreuß. plonis«Tenne⸗ u. a. Wechsel von n und r wie in gr. dcpov, lat. dönum Gabes. Z0S. Flurschütz, m.(-en, Pl.-en), mhd. vluor- schütze.
fluschen(mit), v.: rasch und gut von- statten gehen. Im 19. Jh.(Chamisso 6, 139) aus dem nd. füschen, das im Ablaut zum gleichbed. nd. Haschen steht.
Fluß, m.(Gen. Flusses, Pl. Flüsse): Fort- bewegung oder Lauf dessen, was fließt; Zu- stand des Fließens, Strömung(mhd. dlaz, ahd. flug m.); stark fließend sich Dahinbe- wegendes, Metallguß(schon mhd.); fließendes Wasser von beträchtlicher Breite(erst nhd., z. B. 1522 bei Luther, für das ältere Ache «Wasser», s.-a); Gliederreißen(schon mhd., nach gleichbed. gr. bedua n.). Abstraktbil- dung auf zu fließen. 43. flüssig, adj., mhd. vluzzic, ahd. flugzig. Davon Flüs- sigkeit, f.(Pl.-en), mhd. vlüzzicheit. Z0S. Flußgalle, s. ²Galle. Flußpferd, n.: Nil- pferd(s. d.), hippopotamus, 1777 bei Ade- lung. Flußspat, m.(-es, Pl.-e): aus Kalk und Fluorwasserstoffsäure bestehendes Mine- ral, nach G. Agricolas Zeugnis(1546) von den Berg- und Hüttenleuten darum Fluß genannt, weil sie diesen Spat(s. d.) ge- brauchten, um strengflüssige Erze in Fluß zu bringen.
flüstern, v.: leise, heimlich reden. 1482 im Voc. theut. bb 5²2 flistern und so noch bei Adelung, Lessing, Schiller; dagegen f. bei Wieland, Goethe, von Heynatz 1796 als be- sonders nsächs. bezeichnet. Die urspr. Bed. zeigt sich im ahd. flistiran liebkosen, schön, zärtlich tun», 1482 im Voc. theut. i 12 Ain- stern clibekosen?. Dazu noch ndl. Huisteren aus dem Nad.
Flut, f.(Pl.-en): zuströmende, anschwel- lende, sich ausbreitende Wassermasse; Gegen- satz der Ebbe. Mhd. pluot f.(Pl. vlüete, noch 1613 bei Colerus Hausbuch 420 2 Flüte) und m., md. vlät, ahd. flaot f.; dazu asächs.


