561 Flöz
Flügel 562
Flöz, n.(-es, Pl.-e): breites flaches Erz-, Stein- oder Kohlenlager im Bergbau. Bei G. Agricola 1546 fletze n., im Cod. dipl. Siles. 20, 158 aus dem Anfang des 16. Jh. und 1562 bei Mathesius Sar. 307 b fletz; da- neben bereits im 16. Jh. flötz. Aus mhd. pletze«geebneter Boden, Tenne, Hausflur,
Stubenboden, Lagerstatts, ahd. flazzi, flezæi n.
«Tenne, Hausboden»; dazu asächs. fletti, flet «Saal, Wohnung», nd. flet«Bodenfläche für die Betten im Hause», ags. flet«Estrich, Saaly, anord. flet n.«Fußboden des Hausess. Abgeleitet von ahd. flaz, and. flat, anord. flatr«flach, platty. S. Fläz.
Fluch, m.(-es, Pl. Flüche): Anwunsch eines UÜbels; Böses anwünschendes Schwur- wort. Mhd. wlaoch, ahd. fuoh m.; dazu nd. fok, ndl. vloelc m. Von fluchen, v.: Böses anwünschen; mhd. vlochen, ahd. fluochön mit einem erhaltenen starken Part. ahd. arflaahhan, farfluahhan«verworfen, bösey, asächs. far- flöcan«verfluchty, mndl. vloeken, ags. flõöcan «schlagen». Wurzelverwandt mit dem nur im Prät. Plur. faiflökun erhaltenen got. flökan
cbeklagen), der Lautverschiebung gemäß zu
lat. plangere«schlagen(an Brust und Arme), laut trauern), pläãga f.«Schlag», gr.-XTTTvõvar und nkijccerv«schlageny, hnff f.«Schlagy, und mit Tenuis im Auslaut wie häufig abulg. plakcati cklagen, weinenꝰ, lit. laki«schlage, züchtige» u. a. Aus dem Germ. stellt Holt- hausen Idg. Forsch. 17, 295 noch hinzu mengl. filchen creißen, schlagen», engl. filch«stehlen, rauben).
1 Flucht, f.: eiliges Sichwegbewegen wo- vor. Mhd. wluht(Gen. plähte), ahd. fluht f.; dazu and. fuht, mnd.-mndl. vlacht, ndl. vlugt f., engl. flight, aus dem Deutschen entlehntschwed. ut m., dän. flugt«Flucht». Zu fliehen(s. d., sowie 2Flucht). Davon flüchten, v.:(trans.) eilig wovor fortbewegen;(intr. und refl.) eilig wovor fliehen. Mhd. 5üchten(nur als Intrans. und selten, dafür als Trans. und Refl. mhd. vlœhen, wlœhenen, älternhd. flöhen, flöhnen), mndl. vlachten, ndl. lagten, schwed. fykta cfliehens; aber ahd. Auhten cfliehen machen,
in die Flucht treiben». flüchtig, adj. und
adv.: auf die Flucht sich begebend, auf der Flucht seiend, leicht oder schnell fliehend; danach schnell wie ein Fliehender, rasch vorübergehend, schnell verfliegend(1562 bei Mathesius Sar. 50 ⁴); oberflächlich. 1. Bed. mhd. wlähtec, vlühtic, ahd. Suhtig; dazu as. and. fluhtig, ndl. vlagtig. Davon Weigand, Deutsehes Wörterbuch. 5. Aufl.
In der
Flüchtigkeit, f., 1691 bei Stieler. Flücht- ling, m.(-s, Pl.-e): der Fliehende, 1691 bei Stieler.
² Flucht, f.: zusammenffiegende Schar Vögel, zusammenhängender Flug;(übertragen) zusammenhängende Reihe, die Richtung einer geraden Linie, z. B. in Bauflucht f. Im 18. Jh. Zu fliegen(s. d.). Aus dem gleichbed. nd. flugt(brem. Wb. 1, 411), mnd. vucht f.«Flug, Flügel, Geflügel»; dazu ndl. vlugt f., ags. flyht m., engl. Night«Flugy, die, abgesehen vom ags., zugleich die Bed. von ¹ Flucht(s. d.) haben, wie sich auch AFiegen(s. d.) und fliehen vermengen. ZUS. Fluchtlinie, f. Zu der 2. Bedeutung von F. Im 19. Jh.
Fluder, m. n.(-S, Pl. wie Sg., bayr. auch f.): breites viereckiges Brettergerinne zum Durchlaufen des Wassers im Berg- und Mühlenbau. Mhd. dlöder, flüder n. m. f. Mühlengerinne», auch das Fließen, Fluteny, und ædas Holzfloßy(so noch bayr. Flader f.), ahd. flöder«Strom von Schweißy, Aüdar loBy. Desselben Stammes wie Flat, fließen und anord. flaumr m. Strömung, Fluty. 4B L fludern, v.: Holz mittels eines Wetterbaches in einen beständigen Fluß flößen. Bayrisch.
Flug, m.(-es, Pl. Flüge): Schwung und Schweben durch die Luft; zusammenfliegende Schar Vögel(1711 bei Rädlein). In der 1. Bed. mhd. vlac(Pl. vlüge), ahd. flug m.; dazu and. flugi, ags. fiuge m., anord. flugr m., flag n. Zu Niegen(s. d.). Vgl. 2Flucht. ZUS. Flugblatt, n. (-es, Pl. blätter): fliegendes, schnell verbreitetes Blatt mit Nachrichten usw., 1808 bei Campe. Flugsand, m.(-es), 1775 bei Adelung. Flugschrift, f.(Pl.-en): wie Flughblatt, 1808 bei Campe.
Flügel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Flugglied und ihm Khnliches(z. B. die Seitenteile oder Enden einer Truppe, eines Heeres[nach lat. ala] eines Gebäudes); großes Klavier in Flügel- gestalt(zu Anfang des 18. Jh.). In der urspr. Bed. mhd. vlügel, md. vlasgel, nrhein. im 14. Jh. vYlogel, mndd. vloghel, ndl. vleugel m. Abge- leitet von Flug(s. d.). ZUS. Flügelhorn, n.(-s, Pl.-hörner): Signalhorn der Infanterie, urspr. Horn der Jägermeister, die die Flügel der Treibjagd kommandierten(1741 bei Frisch in urspr. Bed., ein einfach altväterisch Horn 1719 Fleming teutscher Jäger 106). Flügel- kleid, n.(-es, Pl.-er): Kinderkleid mit zwei breiten flügelartig hangenden Streifen auf dem Rücken(1735 bei Günther 439, bei Ama- ranthes 1715 Flügelkappe); wie zum Fliegen 36


