Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
559-560
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559 Floß

Flotille 560

²Floß, n.(Gen. Flosses, Pl. Flösser, mit kurzem 0): kleines fließendes Wasser;(wetter- auisch) Straßenrinne, Gosse. In der 1. Bed. 1540 bei Alberus, md. 1326 vloz Baur hess. Urk. 1, 289. Zu fließen(s. d.).

Flosse, f.(Pl.-n): grätenvolle federartige Schwimmhaut des Fisches; schwimmender Kork am Saume des Zugnetzes; burschikos auch«Handy. In der 1. Bed. mhd. vlozze, ahd. flozza f., von fließen«aschwimmeny. 208. Floßfeder, f.(Pl.-/): Fischflosse. Spätmhd. im 15. Jh. Mlozvedere, and. bloß vethera f.

Flöße, f.(Pl.-n): Floß, zusammengefügte Baumstämme als Wasserfahrzeug; Anstalt zum Fortschaffen von Holz auf fließenden Gewässern und das Recht dazu. Bei Luther Flösse«Floßy, um 1480 Floße«Floß Voc. inc. ieut. g 2 b, aber 1482 Flose«Gewässer zum Fortschaffen der Flößen», mlat. traduc- torium Voc. theut. i, nd. föte f. Von flößen, v.: fließen machen,(Holz) auf dem Wasser befördern, mittelst Floßes fortschaffen. Mhd. vlœνzen, ahd. flõsan, nd. flöten, Faktitiv zu fließen(s. d.). Daneben älternhd. Hötzen (Hiob 14, 19), wie Flote neben Floß. 48. Flößer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Floßknecht, spätmhd. vlzer, daneben älternhd. und noch schwäb. Flötzer.

Floßfeder, s. Flosse.

Floßgalle, s. Galle.

Flöte, f.(Pl."n): Querpfeife mit Klappen; in Norddeutschland Trinkglas mit langem unten zugespitzten Kelche. In der 1. Bed. 1616 bei Henisch Flöte, älternhd. Fleute(wie noch nd.), mhd. vploite, flöute f., dazu 1475 clevisch fleute, mndl. flute, ndl. fuit f. Aus dem gleichbed. afranz. Hauüte, später fte f., ital. flauto m.(daher bei Günther 588 und Platen Gas. 119 Flaute f.), zu afranz. flatter cdie Flöte blasen»(daher das gleichbed. mhd. vloitieren), das von lat. flätus m.«Blasen» stammt. Das mundartliche Flödüse, Fladuse «Schmeichelei», nd. Fleidäs, bei Campe 1813 Flöte duse, bei Amaranthes 1715 fleute douce f. ist das franz. Hlüte douce clieblich klingende Flöte»v. 4.BL. flöten, v.: die Flöte blasen, Flötenton hören lassen. 1616 bei Henisch Aoten, älternhd. fleuten, mhd. föuten; dazu mnd.-mndl. floiten, nd. fleuten, ndl. fluiten. Flötist, m.(Jen, Pl.-en): Flötenbläser. Mit fremder Endung erst im 19. Jh., dafür früher Flöter(bei Henisch 1616, Flõulter bei Maaler 1561), mhd. floytere(Var. zu Parz. 19, 11), sonst floitierœre, floitierre n.

flöten in. gehen: verloren gehen; sich aus dem Staube machen. Erst im 18. Jh., zunächst nd. fleuten gahn(1743 bei Richey 9), dagegen in der Wetterau plete gehn. Um- deutschung des jüdischdeutschen pleite gehn cflüchtig sich fortmachen», dessen pleite(spr. pläite) das jüdische plétõ«Fluchty ist, von hebr. pãlät«er ist entwischty.

flott, adj.: schwimmend(vom Schiffe), (bildlich) reichlich aufwendend, d. h. gleich- sam obenauf schwimmend, lebensfroh, flink. In der 1. Bed. 1716 bei Ludwig Hlott seyn, floß seyn«nicht am Grunde festsitzen?, 1695 in Stielers Zeitungslust«flott werden, aus nd. fot, ndl. vlot«auf dem Wasser treibend, schwimmend, fließendy, von fließßen(s. d.), nd. fleten, ndl. lieten. Die 2. Bed. aus der Studentensprache in der 2. Hälfte des 18. Jh. allgemein geworden(1769 bei Bode Yorick 4, 100). 42. flotten, v.: flott machen; schwimmen, fließen. Zu mnd. vloten«flößen, zu Wasser befördern, flott machen, fördern⸗, anord. flota«flott machenꝰ.

Flott, n.(6es): Milchrahm(als Obenauf- fließendes, 1763 bei Zacharia Hercynia Ges. 1); auf stehendem Gewässer schwimmende Wasser- linsen(Immermann Münchh. 2, 12). Aus dem gleichbed. nd. fot m., von fließen(vgl. flott). Auch schwed.(entlehnt) fott n., ags. flẽt und SMhte f.«Rahm», engl. to fleet cab- rahmeny.

Flotte, f.(Pl.-n): Anzahl Schiffe unter einem Befehlshaber. Erst seit dem 17. Jh. verbreitet(dafür im 16. Jh. Armada, Schiffs- zeug), 1663 bei Schottel Flotte, 1618 bei Schönsleder Flott, 1599 bei Hulsius Schiff. 4, 5 Flotta(als Fremdwort 1617 im Teutschen Michel 29 verspottet), aber schon um 1560 bei Ulr. Schmidel 24, 27 floet, 1507 ein ganze flut französischer schiff Wilwolt v. Schaum- burg 121; dazu mndl. vlote, ndl. oloot, schwed. flotta, dän. flode f. Aus dem gleichbed. franz. Aotte(das erst im 16. Jh. statt des ältern navire, estoire üblich wird), ital. fotta, span. Hota f., die wahrscheinlich aus der Normannen- zeit auf anord. foti f.«Wasserfahrzeug, Floßo, dann Flotte zurückgehen, abgeleitet von anord. H́ta cfließeny, wie ags. Hlota und léot m.«Schiff, engl. fleet«Flottey von ags. fléotan æfließenꝰ.

flotten, v., s. 5ott.

Flottille, f.(Spr. Flottillje; Pl.-n): kleine Flotte. 1728 bei Sperander. Aus gſeichbed. span. flotilla f.