Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
557-558
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557 Flom

Floß 558

auf*plou weist. 4 BL. flöhen, Aohen, v.: Flöhe suchen und fangen. Bei Henisch 1616 flöhen, bei Krämer 1678 flohen. ZUS. Flöh- kraut, n.(-es): Polei, mentha pulegium, und andre Pflanzen, weil sie zur Vertilgung der Flöhe dienten oder die Samen wie Flöhe aussehen oder die Blätter wie mit Flohstichen besprengt erscheinen. 1495 bei Brack 53 b Hohenkr aut, 1516 bei Pinicianus A 8 flöchkeraut.

Flom, m.(-els, Pl.-en), auch Flaum und Flomen(-S): Bauch- und Nierenfett des Schweines. In Norddeutschland. Da- neben md. fleme, mhd. flœme f.«innere Fett- haut», schweiz. flamme f.«Seite Schwein- schmalz, wie man sie vom Tier abaieht». Dunkler Herkunft.

1Flor, m.(-és): Blüte, Blütenzustand, Blumenfülle. Im 16. Jh. in aller flore sein Zimm. Chr. 4, 256, 29, in bester Florn stehn 1588 bei J. Nas Glocke z. Erfurt 46, 1616 bei H. Ulr. Krafft 71 in flors Zeiten, bei Krämer 1678 im F. gehen, aus lat. in flõre, Ablativ von flos m. Blume, Blüte». All- gemeiner erst im 18. Jh. Aber schon mhd. floôre, Höraãe, flöri f. aus dem Französ. ent- lehnt(Wolfram Parz. 796, 5). Auch im Plur. in Floribus:«im Blütenzustand, im größten Wohlleben»(Fischart Garg. 149, Moscherosch Phil. 2, 235), ursprünglich studentisch, wie man denn 1690 in der Studentensprache, wenn bei Biergelagen das Bierglas nach dem Trinkkomment so geschickt ausgetrunken wurde, daß es«vonunten bis oben voller Schaum und kleiner Blümlein geblieben, einen solchen Trunk in Floribus nannte(Wurm-Logia 62); dann allgemein 1728 bei Sperander.

2 Flor, m.(es, Pl. Flöre, Flore): ein dünnes durchsichtiges Gewebe, besonders schwarz zum Zeichen der Trauer(schon bei P. Fleming 309). 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 44 Flur, nach dem gleichbed. ndl. foers n., das, wie es scheint, auf den franz. Plur. fleurs f. Blumem, bildlich«die feinste, dünnste Sorten (aus lat. flos m., Gen. floris m.) zurückgeht, vgl. auch 1 Florett. 4 BL. floren, adj.(bayr. Hõren): aus Flor bestehend, erst im 18. Jh. ZUS. Florband, n.(-es, Pl.-bänder): flor- üuhnliches gestreiftes Band, 1716 bei Ludwig.

Flora, f.(Pl. Floren): die Blumenwelt eines Landes. Aus lat. Flora f.«Name der Blumengöttin». 1813 bei Campe.

Florbesen, m.(-v, Pl. wie Sg.): Mädchen vornehmer Eltern. Zu student. Flor m. vor- nehme Damen». Aus der Studentensprache

1825 nachgewiesen, gleichzeitig bei Hauff Memoiren des Satan 51.

¹1 Florétt, m.(-é, Pl.-e): das obere grobe Gespinst des Seidenwurms; Abfall von guter Seide. 1678 bei Krämer Floret, wohl aus gleichbed. ndl. floret f.(bei Henisch in der Form Floröte), das aus dem gleichbed. franz. fleuret m.(1466 mlat. florétum n.) aufge- nommen wurde, von franz. fleur f. Blume» in der Bed.«Abfall und Ausschuß des Ge- spinstes der Seidenraupes. ZUS. Florétt- band, n.(-es, Pl.-bänder): Band von Florett- seide, bei Ludwig 1716 Floretband. Florétt- seide, f.: Flock., Rauhseide, 1678 bei Krämer Floretseide.

2 Florétt, n.(*S, Pl.-e u.-s): Stoßdegen zu Fechtübungen. 1678 bei Krämer Flöret, 1742 bei Trichter Reitlex. 804 Floret. Aus gleichbed. franz. Hleuret, ital. fioretto, span. florete m., so benannt wegen des blümchen- ahnlichen Knöpfchens an der Spitze, zu lat. flos m.(Gen. flõrıs)«Blumev.

Floribus, s. 1lor.

florieren, v.: blühen, in Aufnahme, ge- feiertem Ansehen sein. 1639 bei Micrälius 1, 92, ndl. floréren bei Kilian 1599. Aus lat. flörére«blühen, von lat. flos m. Blütey; daneben mlat. florare«mit Blumen ieren?, woraus mhd. flôrieren-blühen machen, zieren, noch bei H. Sachs 9, 160.

Florin, m.(-s, Pl.-e u.-): Gulden. Aus mlat. florénus, florinus m.(woher ital. fiorino, franz.-span. florin m.), die zuerst in Florenz mit dem Wappen der Stadt, der Lilie(ital. fordaliso m., dessen fior aus lat. flos m.«Blume») geprägte Goldmünze, mhd. am Anfang des 14. Jh. phenninge guldin, die heizent florin Ottokar 34665. Von F. das Kürzungszeichen fl.

Floskel, f.(Pl.-n): Redeblume, zierliche Redensart. Aus der Studentensprache(1781 bei Kindleben) allgemeiner geworden. Von lat. flosculus m. Blümchen», dann Rede- zierlichkeity, dem Diminutiv des lat. Hos m. Blume».

1 Floß, n.(es, Pl. Flöße mit langem 5), auch m.(Schiller 11, 297): zusammengefügte Baumstämme zum Weiterführen auf fließen- dem Wasser;(dichterisch) Schiff. Mhd. vlöz m. und n. Fluß, Strömung, Wasserfahrzeugy, ahd. lz m. Fließendes, Boot, Barke?, Hlöz- scef«Eloßschiff. Daneben Flotz m. 1537

bei Dasypodius, noch 1678 bei Krämer. Zu hließen(s. d.).