Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
555-556
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5⁵⁵ flirren

Floh 5⁵6

gebrannt hatte, mit einem Steinschlosse ver- sehen worden war, in das ein Feuerstein (Hornstein) eingefügt war, eine französische Erfindung um 1630, franz. fasil â silex, engl. Aint-lock, flint-musket.

flirren, v.: in Zitterlicht, lichtblitzend auf- und abschweben. 1663 bei Schottel in der Bed.«hin- und herflattern». Zu diesem Stamm Flirt, m.(-*s): Courmacherei, Liebelei; Lehnwort aus engl. lirt. Um 1890 aufge- kommen. Vgl. Ladendorf.

flispern, v.: flüstern, von Adelung er- wähnt, bei Tieck romant. Dicht. 2, 474. Vgl. fispern.

flistern, s. füstern.

Flitter, m.(-s, Pl. wie Sg.), auch f. (Pl.-n): leichtes(fliegendes) dünnes, Zitter- licht werfendes Gold-, Silber-, Messingblech- stückchen; gehaltloser Schimmer fürs Auge. Vgl. Flinder. Die urspr. Bed. ist unruhig glänzendes Metallblättchen?(Nammule, flittern 1517 bei Trochus L, die flittern als heubt- schmuch bei Luther Jes. 3, 20), dann vom Ende des 16. bis ins 18. Jh. ckleine blinkende Blechmünzey, im 17. Jh. auch Benennung des Zittergrases(Flittern, Flittergras 1663 bei Schottel 1318), endlich abstrakt im 18. Jh. (Klopstock 12, 186); dän.-schwed. flitter v. aus dem Deutschen. Von flittern, v.: sich unstät hin- und herbewegen(im 15. Jh. flyttern«flatterny, von Schwänen, Altd. Wälder 1, 133, vom LZittern des Espenlaubs 1595 bei Rollenhagen Froschm. 2, 4, 2, dazu mengl. fliteren aflattern»), daher unruhig glänzen (im 18. Jh.). In der ältern Sprache Rlittren «flüstern»(Diefenbach mlat.-hochd.-böhm. Wb. 266 vom J. 1470), im 14. Jh. md. flettern cleise lachen, kichern»(Mone altd. Schausp. 154, 344), wovon md. gevlitter n. cunterdrücktes Gelächter»(Jeroschin 7884); ahd. mit weitrer Ableitung flitarazzan cliebkosen, schmeichelm, wonach flittern vielleicht urspr. auch s. v. a. «mit einem dem LZittern ühnlichen Bewegen der Flügel schöntun, noch bei H. Sachs(1, 320 b) flĩttern cliebkosen, schmeichelm. ZUS. Flitter- gold, n.(-es): in dünne Blättchen geschla- genes Messing, Rauschgold. Bei Stieler 1691. Flitterpappel, f.(Pl.-n/): Zitterespe. 1775 bei Adelung. Flitterstaat, m.(-es): mit Plittern besetzter, eitler Putz. Bei Lessing 6, 238. Flitterwoche, f.(Pl.-n): die erste Woche Vermählter nach ihrer Hochzeit, die Kosewoche». Zu Aittern cliebkosen?(s. o.). Bei H. Sachs(1, 388). Ahnliche Benennungen

sind Kußaooche, Zärtelwoche, bayr. Kuder- woche, von kudern«kichern, schweiz. Trütler- woche, von trüteln æliebkosen.

Flittich, m.(-s, Pl.-e): Flügel, Fittich (sächs. Weichbildrecht 165, 40); Rockaipfel. In Mittel- und Oberdeutschland aus Fittich unter Einfluß von fliegen, Flügel.

Flitzbogen, m.(-S, Pl. wie Sg.): Bogen zu leichten Pfeilen. Alternhd. flischbogen (Zimm. Chron. 2, 474, 10, flitschbogen 1556 bei H. Stade 187), auch pflitsch-, pflitzbogen, nd. Nitebagen bei Chyträus 1582, ndl. flitsboog, zusammengesetzt mit älternhd. mnd. flitsch, flitsche, flitz, älternhd. auch pflitsche f., ndl. flits m.«Pfeil(auch tautologisch flitzenpfeil H. Sachs bei Liliencron 4, 168, flitzepfeil Fronsperger Kriegsb. 1, 1382, Fitschepfeil Rückert Ged. 3, 267), das auf franz. flèche, afranz. flesche f.«Pfeil» zurückgeht, dessen Herkunft nicht bekannt ist.

flitzen, v.: sich pfeilschnell bewegen. Erst in der neuern Sprache. Von älternhd. Hitz f. Pfeilꝰ(S. Fliteæbogen). Schweiz. flitschen «schwirren wie ein Pfeil, wie ein Peitschen- schlag»(schon bei Frisius und Maaler), hess. flitschen(schon 1556 bei H. Stade 172), flitzen cmit Pfeilen schießeny.

Flocke, f.(Pl.-n): Büschel leichten Stoffes, 2z. B. der Wolle, des Haares, Schnees usw. Noch bei Steinbach 1734 und bei Frisch 1741 Mask., mhd. uloche, ahd. floccho m.; dazu ndl. vlol f., engl. flockc,(entlehnt) dün. fokkre, schwed. flocka. Vielleicht aus gleichbed. lat. Hloccus m., mõglicherweise aber echt germanisch und dann wohl zu fliegen. 4 BL. flocken, v.: in Flocken niederfallen, sich absondern usw., 1616 bei Henisch. flockicht, flockig, adj. u. adv.: flockenförmig. Bei Henisch 1616 floclcig, bei Steinbach 1734 Hockicht.

flodern, v.(1517 bei Keisersberg Brösamlin 2, 91², noch bei Schiller 1, 230), s. flattern.

Floh, m.(-es, Pl. Flöhe): das springende Insekt lat. pulex. Bei Luther 1. Sam. 24, 15 und noch 1722 bei Freyer 251 Floch, mhd. vlöch m. und mit geschwundenem Auslaut vlõ f.(noch nhd. bei Dusch sowie schweiz. Floh f.), ahd. flöh m.; dazu mnd. wlo f., ndl. vloo f., ags. fléah, fléa f.(?), engl. flea, anord. flo f. Das Wort wird gewöhnlich abgeleitet von ahd. fliohan, got. Fliuhan cfliehen», die urspr. Bed. also der Flüchtige, schnell Fort- springendes. Eher wird man aber lat. piälex m. vergleichen, das allein steht und auf ein *poule« zurückgeht, wührend das germ. Wort