Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
553-554
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553 Fliese

Flinte 554

(&. fliegen). fliehen ist von Osthoff Btr. 13, 412 2u lit. lekin, Iékti cfliegen», lett. lecu, lékt aspringen, hüpfen), lat. Iocusta«Heuschrecke» gestellt, bei denen ein Dental im Anlaut ver- loren gegangen sein kann. Der abweichende Vokalismus(auch in got Flahsjan zerschrecken?) beruht entweder auf germanischer Neuerung oder ist im Idg. entstanden. Die beiden Worte verhielten sich wie gr. éßohoi zu ceofw. Die 2. und 3. Sing. des Präs. lautet älternhd. und dichterisch bis in die Neu- zeit fleuchst, fleucht(Klopstock, Voß), der Imp. fleuch(Schiller Räub. 3, 1) entsprechend dem mhd. vliahest, vliuhet, vliuch; das Prät. mhd. ulöch, Pl. vlahen, noch älternhd. im 16. Jh. floch und flouch, ältermd. vloö und danach die nhd. Formen Aok(daneben flohe, bei Luther und noch bei Schiller Karlos 1965), Pl. Hohen.

Fliese, f.(Pl.-n): dünne viereckige Stein-, Tonplatte zur Bekleidung von Fußböden und Wänden. 1681 bei Scriver Seelenschatz 1, 700, aus dem gleichbed. nd. fise, ndl. vlijs, anord. flis f., schwed.-dän. flis«Splitter, Stück». Vielleicht verwandt mit ir. sliss«Schnitzel» aus*(p)lissi.

Fließ, m. n.(es, Pl.-e): kleiner Flufß. Mhd. uliez m. n., mnd. blét(s. Fleet), ndl. vliet m. Von fließen, v.(Prät. fo, Konj. Hlõsse, Part. geflossen): 1) mit sein: bei eigner Beweglichkeit in den Teilen zusammenhangend sich fortbewegen; von solchem sich Fortbe- wegenden mitbewegt werden. 2) mit haben: solches sich Fortbewegende von sich ausgehen lassen(sein Auge hat von Tränen geflossen). Mhd. uliezen, ahd. fliozan; dazu asächs. fliotan, mnd. vléten, ndl. vlieten, afries. Niata, ags. fléotan, engl. fleet, anord. ljôta, schwed. fyta, dän. flyde. Das Wort gehört zu lit. plästu Prät. plüdau ich gerate ins Schwimmen), lett. plädit«ergießen, strömenꝰ, air. im-Nuadi cexagitaty und weiter zu gr. Xéuw«schiffe, fahre», lat. pluit«regnet usw. Das Präs. flektiert in der 2. und 3. Sing. älternhd. und noch altertümlich fleußsest, fleußt(Hagedorn 0d. 47, Wieland, Bürger), der Imp. Hleuß, entsprechend dem mhd. vliuzest, vliuzet, vliuz; das Prät. mhd. vlöz, Pl. uluzzen, nach dem Sing. der nhd. Pl. flossen.

Fließpapier, n.: fließendes, empfangene Tinte sich ausbreiten lassendes Papier. 1541 bei Frisius s. v. bibalas Flüßpapyr, 1561 bei Maaler Fließpapyr.

Fliete, f.(Pl.-n): scharfes Eisen zum

Aderlassen. Spätmhd. vliete, flieten, im 12. Jh. Hieddeme, ahd. liedema, fliodema f., dazu ags. flytme f. aus gleichbed. gr.-mlat. fleotomum n., gr. Jat. phlebotomus m., von gr. ꝙXép, Gen. qXéßôc f. Blutader», réuverv«schneideny. flimmen, v.: zitternden Schein, Lichtblitze von sich geben. Erst im 18. Jh. im Ablaut zu flammen entstanden(Zacharid, Bürger 237: es flimmt und flammt). Dazu das gleichbed. flimmern, v., 1696 bei Reuter Schelmufsky 65 (es flimmerte und flammerte); ferner Flimmer, m.: beweglicher Glanz, zitternd glänzendes Metallteilchen, 1734 bei Steinbach in Gold- flimmer, 1741 bei Frisch ceine glänzende Berg-Art, die taub und ohne Halt ist».

Flinder, m.(-s, Pl. wie Sg.): dünnes flimmerndes Metallplättchen. Zuerst nach- weisbar in einem Bericht von 1473(Neue Mitteilungen des thüring.-sächs. Vereins 2, 84); mit bei Goethe W. Meister 2, 4 Flinter. Wie flandern neben flattern(Schmeller 1, 792), so Flinder neben Plitter(s. d.), flindern (Cflattern, in kleinen Stückchen umherfliegen», H. Sachs 9, 448, mhd. verulindern«verflat- tern, verlöschen») neben flittern, s. d.

flink, adj.: munter und mit Leichtigkeit geschwind. Aus dem Nd. 1691 bei Stieler, ndl. flink; aber 1716 bei Ludwig in der urspr. Bed. glänzend». Von flinken, v.: flimmern, glänzen, 1663 bei Schottel(dazu mhd. Kupfer- vlinke m.«flimmerndes Kupferschüppchen», bayr. flanke, flunken m.«Funkey). Daraus erweitert flinkern, v.: Lichtblitze von sich geben(und so ins Auge fallen), 1640 bei Zesen Helicon R 3 b, 1796 von Heynatz als niedersächs. bezeichnet, bei Schiller Wallenst. Lag. 3; vgl. flankern. Dazu Flinker, m. (J, Pl. wie Sg.): flimmernder Schmuck, bei Wieland 18, 140, Dim. Flinkerchen n.

Flins, m.(-es, Pl.-e): Name mehrerer Steinarten. Mhd. wlins m., ahd. fins m. «Feuerstein, Kiesel, Fels», s. Flinte.

Flinse, f.(Pl.-n): Läppchen als Abfall beim Zuschneiden. Aus dem gleichbed. nd. Flinse m., auch Schnitzel).

Flinte, f.(Pl.-n): Schießgewehr mit langem Rohre. 1663 bei Schottel. Von engl. flint, ags. flint, mnd. vlint, mhd. vlins, ahd. fins m. Feuerstein, Kiesel», die zu gr. rkiveoc m., air. slind«zZiegel», aind. pindas m.«runde Masse, Klumpen» gehören, vgl. Lidén Stud. 18. Der Name kam auf, nach- dem das Schießgewehr, das man sonst mittels eines mit einer Lunte versehenen Rades los-