549 Flederwisch
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GG. d.). Dazu elsäss. Fledermäusel, tirol. fäãttr- maus«Schmetterlingy.
Flederwisch, m.(-es, Pl.-e): Gänse- flügel zum Abwischen. Mhd. vederaisch m., bei Keisersberg federwüsch, bei Luther fedder- wüsch; dazu ndl. vederwisch f. Das I ist eingeschoben(wie in Flause, Geflügel) mit Anlehnung an fledern, gleichsam«Wisch zum Abfächeln», zuerst im 15. Jh.(Fastnachtssp. 73, 9). Bei Goethe Faust 3706 verächtlich für Degen.
Flegel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Stab mit Klöpfel zum Ausschlagen;(bildlich) derber, grober Mensch(vgl. Bengel). In der eig. Bed. mhd. vlegel(Nebenform phlegel noch 1615 bei Messer- schmid lust. Narrheit 175, ndd. plégel), ahd. flegil m.; dazu ndl. vlegel, ags. fligel m., engl. flail, wahrscheinlich entlehnt aus lat. flagellam n. «Peitsches, um 400 n. Chr. auch Dresch- stabo, woher auch franz. fléau, afranz. flael m. cDreschflegel». Das ältre deutsche Wort dafür ist Drischel(s. d.). Die Bed.«Grobian» (1551 bei Scheidt Grob. 3129) urspr. wohl vom Bauern, der den Dreschflegel handhabt, bei H. Sachs 14, 61, ist Flegel Bauern- name. 43L. Flegelei, f., 1678 bei Krämer. flegelhaft, adj., 1691 bei Stieler. Z08. Flegeljahr, n., gewöhnlich im Pl.; die Jahre jugendlicher Ungesittetheit, 1804 durch J. Pauls gleichnamiges Werk eingebürgert, Zfd W. 9, 280 aus dem J. 1788 belegt. flegeln, v.: dreschen, mhd. wlegelen, im 16. Jh. in übertrag. Bed.«schlagen?, 1716 bei Ludwig «jem. Flegel heißen»; intr.«Flegeleien be- gehen), bei Voß 4, 44; refl.«sich bäurisch benehmen).
flehen, v.: angelegentlich, inbrünstig, de- mütig bitten. Mhd. vléhen, wlégen, ahd. fléhön, Hléhan«schmeicheln, freundlich zureden?, dazu and. fléhon liebkosen, schmeichelny, got. gaplaihan«freundlich zureden, liebkosen, trösteny, gaplaihts f.«freundliches Zureden, Trost», anord. fdr, ags. Hdh«falsch, hinter- listig). Unbekannter Herkunft, kaum mit Osthoff Btr. 13, 399 zu gr. Naixdc Hure», lat. léna f.«Kupplerin», vgl. Walde s. v. Die Person, zu der man fleht, steht mhd. im bloßen Dat. oder Akk., dies hat sich bei Dichtern bis in neuere Zeit erhalten, der Dativ z. B. bei Klopstock Mess. 4, 182, Wie- land 28, 7, der Akk. bei Schiller Karlos 1, 2. 4BL. flehentlich, adj., mhd. vléhelich, auch féhentlich, bei Luther flehlich, 1616 bei Henisch
Heh-, flehenlich, 1691 bei Stieler flehendlich.
Aus dem Part. Präs. gebildet(wie hoffentlich, wissentlich)..
flei(h)en, v.: in Ordnung bringen, putzen, dialektisch im Nordd., besonders in der Zu- sammensetzung sich auffleien. Aus nd. len, as.(gi)flthan den Sinn auf etwas richten, ndl. vlijen, fries. lie«ordnen».
Fleisch, n.(-es): die weiche Masse des tierischen Körpers, dann die saftige Masse der Pflanzen. Mhd. vleisch, ahd. fleisk n., dazu asächs. fsc, ndl. vleesch, afries. fläsc, ags. fcοσsc(n., engl. flesh. Die urspr. Bedeutung scheint«fettes Fleisch» zu sein, da anord. flesk n.«Schinken, Speck», schwed. fläsk, dän. flesk n.«Speck» bezeichnet. Weiter sind wohl verwandt anord. flitchti n., ags. flicce n., engl. flitch«Speckseite». Denselben Stamm ent- halten möglicherweise lit. pältis«Speckseite, abg. pläütä m.«Fleisch). 4 BL. fleischen, v.: Fleisch ablösen; Fleisch abschaben; mit Fleisch versehen; fleischliche Gestalt an- nehmen; mhd. vleischen, ahd. fleiscön in zu- fleiscon«zerfleischen». Fleischer, m.: der handwerksmäßig Vieh schlachtet und das Fleisch zum Verkauf aushaut. In Norddeutsch- land(süddeutsch Metzger). 1470 fleischer in Diefenbachs mlat.-hd.-böhm. Wbch. 61, da- gegen bezeichnet mhd. im 14. Jh. vleischer cden Henker⸗, während man den Schlächter vleischhouver, fleischouwer oder vleischhacker, auch fleischel m. nannte. Dazu Fleischer- gang, m.: vergeblicher Gang(weil der Fleischer nach Kälbern oft vergebens über Land geht), 1711 bei Rädlein. fleischern, adj.: aus Fleisch bestehend, bei Luther(Hesek. 11, 19. 36, 26), mhd. dagegen vleischin, ahd. fleiskin. fleischig, adj., auch fleischicht, spätmhd. vleischic cfetty. fleischlich, adj.: körperlich; sinnlich; mhd. pleischlich, ahd. fleisclich, dazu and. flεskolik, afries. ldsklic, ags. flẽõscic. ZUS. Fleischbank, f.: Schlacht- bank, Schlachthaus, mhd. vleischbanc. Fleisch- brühe, f., 1482 im Voc. theut. h 7 b flaischpru, bei Steinhöwel 221 flaischbrü. Fleischfarbe, f., 1616 bei Henisch. fleischfarben, adj., 1711 bei Rädlein fleischfarb. Fleischtopf, m., bei Luther(2. Mos. 16, 3).
Fleiß, m.(-es): worauf verwandte eifrige sorgfältige Tatigkeit. Mhd. uli;, ahd. ullz m. Eifer, Sorgfalty; dazu asächs. Hft m.«Kampf, Kampfeifery, ndl. vlijt f.«Fleiß», ags. flit n. «Argernis, Streit». Vielleicht mit lat. I2s, lztis f., alat. Stlis«Streit, Zank» zu verbinden mit s-losem Anlaut und anderm Auslaut(aus-tn?).
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