Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
547-548
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547 Flaute

Fledermaus 548

süchtig sein»); dies berührt sich wieder mit dem nordd. Fusen, Kunkcelfusen«Ausflüchte,

Spiegelfechtereien, Schikanen», bei Stieler 443. Die Grundbedeutung von Fause(Flause) dürfte«Büschel Haare oder Wolle, Flocke, Zotte» gewesen sein(vgl. Zote und schweiz. fausel m.«Büschel von Haaren oder Fasen), daraus hat sich die Bed.«Narrheit, Albern- heit, Vorspiegelung» entwickelt. Flause neben Fluse 1781 bei Dähnert und bei Adelung. Im Schweiz.-Elsäss. ist Flaus auch Ohrfeige».

Flaute, Nebenform von Plöte(s. d.).

Fläz(mit d), m.(-es, Pl.-e): dummgrober Mensch. In der Umgangssprache. Zuerst 1611 bei Helvig 124 Flôetz als pommersches Dialekt- wort aufgeführt, dann bei Schottel 1663 Flote, bei Stieler 1691 Flätz, Flötz«unverschämter Mensch». Vielleicht zu mhd. Uletzen cbreit da liegen oder lagern», abgeleitet von vletze n.«Fußboden»(s. Fletz und Flôz), also eig. «der sich in flegelhafter Weise breit macht», bei Mathesius Luther(1576) 136 b sich fletz- schen, noch obersächs.-ndd. sich hinfläzen«sich breit hinsetzen oder legeny.

Flechse, f.(Pl.-n): spannende Muskel- und Gelenkfaser im Fleische. Erst im 17. Jh. (bei Henisch 1616 Flechs), früher dafür Flachs- ader. Also von Flachs wegen der Feinheit des Fadens und des Bindenden.

Flechte, f.(Pl.-n/): biegbares ineinan- der Geschlungenes; geflechtartig sich aus- dehnendes Laubmoos; geflechtartig um sich greifender Hautausschlag. Mhd. vlehte f. in der 1. Bed.; dazu got.(mit Ablaut) flahta f. «geflochtenes Haar, Zopfy. Von flechten, v.(Prät. flocht, Part. geflochten): ineinander schlingend verbinden oder hervorbringen. Mhd. vlehten, ahd. and. fehtan; dazu andl. ulehten, anord. flétta. Übereinstimmend mit dem gleichbed. lat. plectere, abg. plesti und ohné das ableitende t lat. plicdre«zusammenbiegen, falten, gr. nXékeiv«schlingen, flechten», aind. pracgnas m. Geflecht, Korby, vgl. auch Flachs. Das Prät. lautet mhd. Mlaht, Pl. vlähten, md. aber vlahten, mnd. vlohten, darauf geht der nhd. Sg. focht zurück, dessen sich schon Luther bedient(Hochte), wührend im Obd. anfangs flacht bleibt. Vereinzelt Ubergang zur schwachen Flexion.

1 Fleck, m.(-es, Pl.-e): Stück eines Ganzen; Stück Zeug, Lappen; Raumpunkt (selten als n. z. B. Schiller Turandot 2, 4, Goethe 18, 29). Mhd. elec, auch vlecke m. Zeugstück, Lappen, Fetzen, Stück Land,

Platz, Raumpunkt», spätmhd. auch Stück vom Magen oder Eingeweide»(s. Kuttelfleck), ahd. flec(Gen. flecches) m. Stück Zeug, Lappeny. Das Wort gilt als identisch mit dem folgenden, doch sind vielleicht ver- schiedene Worte zusammengeflossen. Dazu mit Ablaut anord. Hl f.«Lappen). 48L. flecken, v.: durch einen aufgesetzten Fleck (Lappen) ausbessern; vom Flecke kommen, von statten gehen. Mhd. vlecken«vom Flecke schaffen, förderny. S. auch flicken.

2 Fleck, m.(-es, Pl.-e), meist Flecken, m.(-s, Pl. wie Sg.): andersfarbige Stelle; andersfarbige Stelle als Fehler. Mhd. ulec und mit schwacher Flexion wleche, ahd. fleccho, flecko m.; dazu ndl. vlex f., engl. fleck, anord. fleller, schwed. fläck m. S. das vorige Wort. Luther hat Fleck und Flecke, woraus später mit angetretenem n und Ober- gang zur starken Flexion Flecken(Flecke noch Herder Cid Nr. 11); daneben erhält sich die kürzere Form Fleck, namentlich in Zu- sammensetzungen wie Schand-, Schmute fleclc. 4BL. flecken, v.: Flecken geben, durch andersfarbige Stellen zeichnen. fleckig, fleckicht, adj.: Flecken habend. Mhd. vleckic und Bleckeht(bei Boner Edelstein 96, 34 Hds. B flekig)«andersfarbige Stellen habend, beschmutzt»(bei Luther mit geschwundenem ch fleckel).

Flecken, m.(-S, Pl. wie Sg.): Dorf städ- tischen Ansehens. Mhd. Nlecke m., eins mit dem vorigen Flecken, mit angetretenem /. Die jetzige Bed. kommt im 15. Jh. und bei Luther vor(marktfleck schon am An- fang des 14. Jh. bei Ködiz 87, 24); sie ist ebenso wie bei Ort(s. d.) entstanden. Auch ndl. wle3 n.

Fledermaus, f.(Pl.-mäuse): fliegende Maus. Bei Luther F. und Fleddermaus, mhd. vledermus, ahd. fledarmhs f., daneben fledaremustro; dazu ndl. uledermuis f., engl. flittermouse, im Ags. dagegen hréade- oder hréremus f. Zu ahd. fledirön, mhd. ulederen, bayr. fledern«flattern(s. d.), mit den Flügeln schlagen» und Maus trotz Koegel Idg. Forsch. 4, 319. Auch auf den Schmetterling über- tragen, mhd. vledermũs Nachtschmetterling, Mottey, 1469 im Voc. ex quo fledder musche, aber von der Maus fleddermuße, bei Alberus dict. X X 32 fledermausz, odder zuweyfalter, fleugt inns liecht, noch in der hess. Provinz Starkenburg, wo dann für die eigentliche Fledermaus die Benennung Speclemaus gilt