Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
545-546
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545 Flaser

Flause 546

Flaschenfutter, n.: tragbares Flaschenbe- hältnis zu Reisen. Im 17. Jh.(Fleming 582). Flaschenzug, m.: Hebewerkzeug aus zwei Flaschen oder Kolben. Bei Dentaler 1709.

Flaser, f.(Goethe NW. Schr. 9, 60): wie Flader(s. d.). Um 1480 flasir am schuch «Schuhriemen» Voc. incip. teut. g 22. Das lautliche Verhältnis zu Flader ist dunkel. 4B. flasern, v.: in geflasertes Holz, bei Lohenstein Armin. 2, 317.

Flatschen, m.(-, Pl. wie Sg.): breites Stück wovon, Haufen, Fetzen. Bei Lessing 12, 518. 522. 523. In ndd. und md. Mund- arten, auch als Flatsche, f. Mhd. vlatsche, vletsche f.«Schwert mit breiter Klinge», wohl zu ahd. flaz cflach». Vgl. auch Hletschen.

Flatterie, f.(Pl.-n): Schmeichelei. Bei Schiller Kab. u. L. 1, 5. Das gleichbed. franz. Hatterie f., von flatter(s. fattieren).

flattern, v.: mit schnellem Aufundnieder- schlagen sich durch die Luft oder in ihr bewegen; sich unbeständig schnell hin- und herbewegen. Alternhd. fadern, bei Luther (Jer. 51, 27, Weish. 2, 3) fladdern, 1482 im Voc. theut. i1* fladern chell auflodern»(so noch schweiz.), spätmhd.(Fastnachtssp. 1277) Hlatern; daneben erscheint mhd. in gleicher Bed. Medern(s. Fledermaus) und vlodern (S. flodern), im 16. Jh. auch Hlitteren, vgl. engl. fitter clattern, flatter cflattern, flackern (aber ags. flotrian ist zu fléotan«fließen? zu stellen). Der Stamm gehört mit Falter(s. d.) zusammen, s. auch Flader. Stieler 1691 und Steinbach 1734 führen noch fladern, Schottel 1663 und Ludwig 1716 fladdern an, daneben findet sich bei Maaler 1561 floderen, Hotteren. flutteren, auch bei Schottel 1663 HAotteren, flutteren und noch bei Ludwig 1716 Hottern, flüttern. 4L. Flatterer, m.(-s, Pl. wie Sg.), im 16. Jh. flatterhaft, adj., im 17. Jh. flatterig, adj., im 16. Jh. adericht. ZS. Flattergeist, m., bei Luther Flad- der geist.

flattieren, v.: schön tun, schmeicheln. Aus dem gleichbed. franz. flatter, das auf ein mlat.*flatitare, eig.«anblaseny zurück- geführt wird, abgeleitet von lat. fdtus m. «Hauch». Schon 1556 bei Frisius 443. 1272. 4BL. Flattierer, m.: Schmeichler, 1556 bei Frisius a. a. O.

flau, adj. u. adv.: matt, schlaff, schwach (auch von Waren hinsichtlich ihres Absatzes). Aus dem gleichbed. ndd. flau(1767 im Bre- mischen Wörterb. als«lau, schal, kraftlosy,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

nunn als Kaufmannsausdruck angeführt), ndl.

flaudo(1599 bei Kilian)«ohnmächtig, schwach, blaß, bleich, gleichgültigy, das auf afranz. (picardisch und hennegauisch) flau, floi, nfranz. flou zurückgeht; dies leitet man von dem deutschen lau 6. d.), ahd. Jãäo, früher Aläo (mit Übergang des h in, s. Flankce) ab. Im Hd. zuerst im 18. Jh. bei Winckelmann ( 1768) 5, 193 in der Bed.«matt von einer Farbe, 1775 von Adelung ins Wörterbuch aufgenommen; Heynatz 1796 führt es aber noch als ndsächs. Ausdruck an. 4. flauen, v.: flau sein, werden. Flauheit, f., ndl. 1599 bei Kilian aucawheyd.

Flaum, m.(-s): die weichen Bauchfedern, der erste zarte Federwuchs der Vögel; erster Bartwuchs; weiche Wolle an Obst. Auch Flaume,(Pl. ⸗n): weiche Bauchfeder der Vögel. Mhd. pflüme, in md. Quellen plüme f.«Flaumfeder», wie ndl. pluim, ags. pläm in plamfedere f. entlehnt aus dem gleichbed. lat. plöma f. Im 16. Jh. findet sich neben Plaum, Pflaum auch(durch den Einfluß von Feder?) Flaum(neben andern Formen bei Dasypodius, Maaler); doch erhält sich Pflaum bis ins 18. Jh.(Frisch 1741 verzeichnet es noch) und wird z. B. von Weiße, Wieland Ob. 10, 22, Hölty 17, 82, J. M. Miller, Göckingk (2, 51), H. L. Wagner, Schiller(Räub. 1, 2) und Goethe 6, 43,(vgl. die Anmerkung) ge- braucht, auch jetzt noch obd. 4L. flaumig, adj., im 18. Jh., bei Keisersberg Bilg. 10 ³ pflumig, noch bei Schiller 13, 56 pPflaumicht. 2ZUS. Flaumfeder, f., mhd. pflumveder f., ags. plämfedere, noch bei Kant 8, 191 und Herder zur Rel. 5, 385 Pflaumfeder. flaum- weich, adj.: weich wie Flaum.

Flaus, Flausch, m.(-es, Pl.-e): Büschel Wolle; dickwolliger Rock. Aus mnd. vlüs, vlüsch«Schaffell, zottiges Fell», 1475 clevisch fluesch(Teuthonista). Zu Vlies(s. d.). Frisch 1741 und Adelung kennen Flausch nur in der 1. Bed., Kindleben 1781 führt aus der Studentensprache Flausch als«eine Art be- quemer Uberrock»(auch bei Heine 1, 26) an, daneben ist auch die Form Flaus gebräuch- lich. ZUS. Flausrock, m., bei Voß 2, 188.

Flause, f.(meist im Pl.-n): unrichtiges, irreführendes Vorgeben, Vorspiegelung, ins- besondere schwankartige. Die ältre Form ist das im 17. Jh. mehrfach belegte, auch jetzt noch mundartliche Fausen«Torheiten, Albernheiten, Schnurren»(bei Krämer 1678 und Rädlein 1711 seine Fausen haben«mond-

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