Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
543-544
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543 Fladuse

Flasche 544

Radernholtz), ferner mnd. vlader m. geädertes Holz, Ahorny. Zu mhd. Mledern«flattern⸗ (s. Fledermaus) und bladern cflattern, flak- kerny; die hin- und hergehende Ader wurde der flackernden Flamme verglichen(äderiges Holz heißt auch Rammig). 4BL. fladerig, adj. Bei Maaler 1561 fladerechtig.

Fladuse, s. Flöte.

Flagge, f.(Pl.-n): große Schiffsfahne. Aus dem ndd. flagge f., ndl. vlag f., engl. flag, dän. flag(entlehnt) n., schwed. lagg m. und flagga f. Im Hochd. zuerst von Come- nius 1640 als Flagge aufgeführt, sonst im 17. Jh. meist Flache(aber Schottel 1663 Flagge). Wohl abgeleitet von einem Stamm, der in engl. fag v.«schlaff hangen⸗ vorliegt. 43L. flaggen, v., das ndd. faggen, dän. flage, schwed. flagga, erst bei Campe.

Flakön, m.(-s, Pl.*s): Riechfläschchen. Das franz. flacon aus flascon, mlat. flasco m.(Gen. flasconis), s. Flasche. Im 18. Jh. entlehnt.

Flamberg, m.(*, Pl.-e): breites Schlacht- schwert(Th. Körner Leyer u. Schw. 78 ff.). Frühnhd.(Aimon B 45), urspr. Flamberge f. (Gargantua 179), aus franz. amberge f. Dies ist unter volkstümlicher Anlehnung an flambe «Flammey entstanden aus Floberge, dem Eigennamen eines Schwertes. Weitere Ab- leitung unklar.

Fläme, f.(Pl.-n), s. Flome.

flämisch, adj. u. adv.: verdrießlich, mür- risch. Urspr. s. v. a. Alcmdrisch, die jetzige Bed. läßt sich seit dem 17. Jh. nachweisen. Der französische Einfluß, der sich seit dem 12. Jh. in Sitte, Tracht und Sprache Deutsch- lands geltend machte, wurde hauptsächlich durch das halb romanische, halb germanische Flandern vermittelt, weshalb dann ein fein- gebildeter Mensch auch als Vlœminc be- zeichnet wurde. Die Nachahmung der vlä- mischen Sitte und Sprache(vlæmen, eig. «vlümisch sprechen?) drang selbst in die nie- deren Stände, bei denen sich die Zierlich- keit übel ausnahm und ins Läücherliche fiel, daher dann das Adj. vlœmisch«fein gebildet in die Bed.«auf rohe Art prunkend, an- maßendꝰ, überspielt, woraus wohl die weitere Bed.«nach Herrenart verdrießlich, mürrisch) hervorgegangen ist.

Flamme, f.(Pl.-n): zur Höhe schlagen- des Feuer. Mhd. vlamme f., auch m., wie andd. flamma, ndl. vlam f. entlehnt aus dem gleichbed. lat. amma f. Dadurch wurde

der eig. deutsche Ausdruck ahd.-mhd. louc m.(s. leuchten) verdrängt. 4BL. flammen, v., mhd. Vlammen, auch ndl. lammen. Da- von mit frequentativer Endung(vgl. Himmern) flammern(Bürger Des Pfarrers Tochter von Taubenhain Str. 2), auch mit Umlaut flämmern(Goethe Faust 3651), schon im Mrhein. des 14. Jh. flammeren. flammig, adj., mhd. vlammic.

Flammeri, m.(-s, Pl.-s): kalter Pud- ding. Neue Entlehnung aus engl. flummer Hafermehlbrei?.

Flanéll, m.(-S, Pl.-e): ein leichtes Wollenzeug. Zunächst aus engl. lannel, das auf dem gleichbed. franz. flanelle f., ital. fiamella f. beruht, einer dimin. Ableitung von afranz. flaine«Wollzeug». 1715 bei Ama- ranthes 547 Flannell.

Flanke, f.(Pl.-n): Seite, Seitenlinie wo-

von; Weiche, Bauchseite bei Tieren. Mit Geschlechtswechsel aus franz. Hlanc, ital. fianco m., das vielleicht auf ahd. hlanca

(F für k eingetreten), mhd. lanke f.,(noch 1678 bei Krämer Lancken f. Weiche, Lende) zurückgeht. Zuerst als Seitenwerk einer Festung(bei J. v. Wallhausen) belegt, von Krämer 1678 als Flancke angeführt; Speran- der 1728 hat Flanquen auch als«Seitenflügel eines Regiments» und später erscheint es in der allgemeinen Bed. des franz. flanc. 4L. flankieren, v.: mit Seitenwerken versehen; einem Heere die Seite abgewinnen; sich umherbewegen, eig. an der Seite wovon. Aus franz. flanguer. Schon 1599 ndl. bei Kilian, dann 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 221 flanguiren, bei beiden als militärischer Ausdruck verzeichnet.

Flaps, m.(es, Pl.-e): einfältiger Mensch (Kleist zerbroch. Krug 444). Aus dem Ndd.; Kindleben 1781 verzeichnet Flabbs«grober Mensch, Danneil Flabbs Laffe». Wahr- scheinlich mit ableitendem-s(vgl. Taps, Schnaps, Klecks) zu Flabbe, Flappe«Maul» (s. d.) gebildet.

Flasche, f.(Pl.-n): bauchiges Gefäß mit engem Halse für Flüssigkeit. Mhd. vlasche, alem. u. rheinfränk. vlesche, ahd. flasca f.; dazu ndl. vlesch, ags. flasce, engl. flask, anord.- schwed. flaska, dän. flaske f. Aus mlat. flasca, ital. fiasca, afranz. flasche, dem Fem. zu mlat. Hlasco, ital. fiasco. Vgl. Roethe AfdA. 23, 157. 4BL. Flaschner, m.: Hand- werker, der blecherne Flaschen macht;(in Süddeutschland) Klempner. Spätmhd. ZU0S.