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Mnd. als wisipatent, visepetent, fisipotent«Al- bernheit, Alfanzerei» und ist Entstellung des mhd. visament Gesicht, Aussehen», dann Einteilung und kunstgerechte Beschreibung eines Wappens» und danach Liedersaal 1, 579, 75 fisiment«unverständliche leere Zie- raten», von mhd. visieren«bilden, die Wappen- figuren ordnen und beschreibeny und dieses nach franz. viser, von lat. visére«genau be- sichtigeny.
Fiskäl, m.(-S, Pl.-e): Vertreter des Fiskus; öffentlicher Ankläger. Aus mlat. fiscalis, von lat. fiscus(s. u.). In der Rechts- sprache des 15. Jh.(Janssen Frankf. Reichs- korr. 2, 321). 4BL. flskälisch, adj.: den Fiskus oder den Fiskal betreffend. Reichs- Ordnungen 572(v. J. 1507). Dafür ahd. fis- cilih(Steinmeyer-Sievers Gl. 2, 739, 35).— Fiskus, m.: der öffentliche Schatz, Staats- schatz, Staatskasse; Strafkasse. Das lat. fiscus m. cgeflochtener Korby, dann Geldkorb, Kassey, endlich öffentliche Kasse, Kasse der Staatsgelder». Im 16. Jh. geläufig.
Fisöle, s. Faseole.
fispeln, flspern, v.: zischeln, flüstern. Frühnhd., bei Schottel 1663 als fispen, fisperen verzeichnet. Wohl lautnachahmend, vgl. fli- Spern, flüstern, wispeln.
Fist, m.(es, Pl.-e): leiser Bauchwind. Mhd. vist, vist(daher dialektisch Feist) m.; dazu mnd. vist, ndl. veest m., abgeleitet von einem starken Verbum, das in anord. lsa, schwed. fisa, dün. fise«farzen(auch in einem hd. Glossar des 15. Jh. feysen) erhalten ist. 4BL. fisten, v., mhd. visten; dazu mnd. visten, visten, ndl. vijsten und veesten. Trotz des abweichenden Vokalismus verwandt mit lat. pédo aus pezdo, slow. pezdeti, lit. bezdéti cfarzen?. Vgl. auch Boflst.
Fistel, f.(Pl.-n/): eiterndes Geschwür mit Röhre; erzwungene hohe Stimme, wie durch eine Rohrpfeife. Mhd. vistel f. eitern- des Geschwüry, ahd. fistul f.«Röhrey, auch mnd. vistel f.«Geschwüry. Aus lat. fistula f. «Röhre, Rohrpfeife, eiterndes Geschwüry. Die 2. Bed. erst im 18. Jh., aber schon im 17. Jh. fistalieren«die Singstimme höher als natürlich zwingenn.
fitscheln, v.: hin- und herfahrend reiben, schneiden u. dgl. Frühnhd. Wahrscheinlich aus einem mhd. fick(e)zen, abgeleitet von fichen(s. d.), zu erklären.
Fitschepfeil, s. Flitzbogen.
Fittich, m.(-s, Pl.-e): befiederter Flügel;
Zipfel des Gewandes(4. Mos. 15, 38; 5. Mos. 22, 12, vgl. einen beim F. nehmen, s. auch Schlafittich); leichtes geringes Obergewand (Goethe 22, 53); liederlicher Mensch(md.- elsäss.). Früher auch Fittig geschrieben, schon bei Luther(vgl. Essig). Mhd. vitfich, vit- tech, früher vetteche, vettache(noch jetet alem. Fettich) m. f., ahd. fettäh, bei Isidor fethdhüh m., eine kollektive Bildung von einem Worte, das sich von Feder(s. d.) durch die Stammbildung unterscheidet; zu letzterm gehört unmittelbar mhd. vedkrach, ahd. fedcrrah, asächs. fetherac m. Flügel.
Fitze, f.(Pl.-n): Binde zum Zusammen- binden einer Anzahl Garnfäden beim Auf- haspeln; ein solches Gebinde Garn. Mhd. vitze f. und viz m., ahd. fizza, eig. die Fadenenden des alten Aufzuges zum An- knüpfen des neuen»(lat. licium),«Anzahl Fäden, die beim Haspeln durch einen quer darum gebundenen Zwischenfaden von den übrigen geschieden sind; dazu asächs. fttea, ags. fitt f.(in übertragenem Sinn)«Abschnitt eines Gedichtesy, engl. ſt«Abschnitt, Krank- heitsanfall», anord. ſit f.-die Haut zwischen den Klauen von Vögeln und Ochsen, der Rand an Gestricktemy, dän. fed Gebinde Garny. Auch obersächs. Fitz m.«Wirrwarr von Fäden» gehört hierher(daher bei Lessing herausfitzen«aus dem Wirrwarr lösen). Die Lautform führt auf idg.*pedſd, das gleich gr. néza f.«Fuß, äußerstes Ende, am Kleide Saum, Vorstoß⸗ ist. 4 B L. fitzen, v.: mit der Fitze oder zu Fitzen binden; fadenweise abteilen oder ablösen(bei Lessing); in Falten legen, runzeln(Lichtwer Fabeln 1, 12), rümpfen. Mhd. vitzen in vervitzen, «zusammenbinden», spätmhd. vitzen«webenꝰ, ahd. Rzzeön«umgeben»; dazu anord. fitja «weben, stricken, rümpfen». Dazu Fitz- nase, f.: eine die Nase rümpfende Person (Weiße Lustsp. 3, 380).
fitzen, v.: hin- und herfahrend reiben; mit Ruten streichen. Frühnhd. Wohl auf ein mhd. fick(e)zen, abgeleitet von Hicken (s. d.), zurückgehend, vgl. auch fitscheln. Oder zum vorausgehenden, das im Alem. auch die Bed.«Rute, Gertey hat.
1fix, adj. u. adv.: sicher, gewandt in der Tat, rasch entschlossen; rasch, hurtig, be- reit zu etwas, in der Redensart J. und fertig. Wohl aus dem folg. fiæ entwickelt. Henisch 1616 verzeichnet fic als«richtig, bewehrt», ebenso Schottel 1663, während Stieler 1691


