Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
537-538
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537 firm

Fisimaténten 538

firlefanzen, v.: sich albern benehmen, bei Luther firlefentzen. Davon Firlefanzerei, f., bei Stieler 1691 Firlfantzereg.

firm, adj.: fest. Aus lat. firmas fest, zuverlässigo, 1727 bei Sperander. Firma, f. (Pl. Firmen): Handlungsname, Name, unter dem ein kaufmännisches Geschäft geführt wird. Eig. s. v. a.(sichere) Handlungsunter- schrift, denn diese Bed. hat der ital. Kunst- ausdruck firma, mlat. firma f., das als Subst. gesetzte Fem. des lat. Adj. firmus(s. o.). Im 18. Jh. entlehnt.

Firmamént, n.(-s, Pl.-e): Himmels- feste. Mhd. firmament n., aus dem gleich- bed. lat. frmãmentum n., gebildet von firmäre cfest machen?.

firmen, häufiger flrmeln, v.: die Taufe durch Gebet, Handauflegung und Salbung bestätigen. Mhd. firmen, ahd. firmön cbe- festigen, bestätigen», aus lat. firmäre(s. Fir- mament), kommt schon in diesem Sinn vor, daneben spätmhd. das abgeleitete firmeln(aus fir melungef. zu entnehmen). 4 L. Firmung, Firmelung, f., mhd. firmunge f.

firn, adj.: alt, hauptsächlich vorjährig. Mhd. virne calty, auch«geübt, schlauy, ahd. firni«alt⸗; dazu asächs. fern«vergangen(vom Jahr), ags. fyrn calt⸗, got. fairneis æalt, in der Zeit ferngerückt, vergangeny». Uber die Verwandtschaft, s. fern, vgl. auch anord. forn calty, ahd. forn, asächs. forn, furn, ags. fyrn adv. ehmalsy». Für die Bed.«vorjährigy, die sich aus Luther und dem spätern Mhd. belegen läßt, ist auch das Adv. mhd. verne, vernent, vernt, vert«im vorigen Jahre» her- anzuziehen; vgl. dazu auch gr. népuci, aind. parut«im vorigen Jahrey, air. onn-urid «vom vorigen Jahrey, lit. pPérnai«im vorigen Jahrey.

Firn, m.(-es, Pl.-e), auch Eirne, f. (Pl.-n) oder Firner, Ferner, m.(*s, Pl. wie Sg.): firner, d. h. vom vorigen Winter oder auch noch länger her, überhaupt alter auf Berghöhen liegen gebliebener Schnee; Berg mit solchem Schnee und Eis bedeckt im Hoch- gebirg. Alle die Wörter sind auf das Adj. firn(s. d.) zurückzuführen. Firn als Subst. findet sich in der Schweiz 1548 bei Stumpf 2, 248 b und ist von Schiller im Tell(1, 1 usw.) gebraucht. Firner, Ferner(mit Aus- lassung des Subst. Schnee) gehört dem bayr.- öst. Gebiet an.

Firnewein, m.: der firne, d. h. der«vor- jährige» alte Wein. Bei Dasypodius 1537

Firnoein, auch schon mhd., aber getrennt, virner win.

Firnis, m.(-sses, Pl.-sse): glänzender Uberzug; Anstrich; lackartige Flüssigkeit. Mhd. virnäs, vernis(danach älternhd. auch Firneis), aus franz. vernis, ital. vernice, die unbekannter Herkunft sind. 4L. firnis- sen, v., mhd. virndsen.

First, m.(es, Pl.-e) und f.(Pl.-en), auch Firste, f.(Goethe 19, 224): die oberste Längenlinie des Daches, Dachgiebel; Gebäude, z. B. Haus, Scheune;(Berg-) Gipfel. Mhd. virst m., seltener f., ahd. first m., in md. Quellen(seit dem 15. Jh. belegt) auch vorst (mit Ablaut), wie mnd. vorst, ndl. vorst f., ags. fyrst, first m. Verwandt sind aind. prsthäm«Rücken, Gipfel, Berggipfel», aw. parsta m. Rücken, Rückgrat) und wahr- scheinl. auch lit. pifstas, abg. prusti m.«Fingery. Die Form Firste bei Adelung und Heynatz 1796(hier neben Forst, Förste, noch jetzt hess.-thür. forst).

Fis, n.: die Tonstufe, die ½ Ton höher ist als †f. Redensart: ins Fis kommen fls statt f greifen, in schlechte Verhältnisse kommeny.

Fisch, m.(-es, Pl.-e): Wassertier mit rotem, kaltem Blute. Mhd. visch, ahd. fisc m.; dazu ndl. visch, asächs.-ags.-afries. fisc, engl. fish, anord. fisker, schwed.-dän. fisk, got. fisles. Verwandt mit lat. piscis m., air.(mit geschwundenem p im Anlaut) lasc. 4. B L. fischen, v., mhd. vischen, ahd. fiscön; dazu asäãchs. fiscn, ndl. visschen, ags. fiscian, engl. fish, afries. fiskia, anord.'schwed. fiska, dän, fiskce, got. fiskon und lat. piscãri. Davon Fischer, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. vischœre, ahd. fscäri m. und Fischerei, f., mhd. vischerèe f. ZUS. Fischaar, m.: auf Fische stoßender Adler, bei Luther Fischar, Fissch- ar. Fisehbein, n.: Walfischknochen. Erst frühnhd.(Hulsius Schiffarten 4, 5 Visch- bein, 1628 bei Münster Cosmogr. S. 1725 Fischbein), wohl aus dem Ndd. In andrer Bed. 1574 bei Fischart Onomast. 3802 Fisch- bein«ossa sepiey». Fischotter, m. und f. (§. Otter), bei Henisch.

fiseln oder flsseln, v.: fein regnen. Ndd. Vielleicht eine Ableitung von mhd. viseln, Pl.«Franseny. Vgl. die Redensart«es regnet Bindfaden.

Fisimaténten, Pl.: Flausen, Ausflüchte. In nordd. und südd. Umgangssprache. Er- scheint zuerst im 16. Jh. im Hochd. und im