533 Findelhaus
Fink 534
Sperander 1728 Financen, 1703 im Zeitungs- lex. Finances.
Findelhaus, n.: Haus für Findlinge. Findelkind, n.: Findling. Urspr., zuerst im 15. Jh. erscheinend Fündelhaus, Fündel- kind, zusammengesetzt mit dem von Fund abgeleiteten südd. Dim. Fündel, Fündele(1556 bei Frisius Bl. 1071 b), neben dem auch im 15. Jh. Fündel f.«Findelhaus». Schon im 15. Jh. erscheint auch(mit Anlehnung an finden) Findelhaus, Findelkind(auch 1537 bei Dasypodius), doch kommt daneben die Schreibung mit ä bis nach Mitte des 18. Jh. vor. Vgl. Findling.
finden, v.(Prät. fand, Part. gefunden): erstrebend oder unabsichtlich gewahr wer- den, auf etwas als ein Erstrebtes oder un- absichtlich kommen. Mhd. vinden, ahd. fn- dan; dazu asächs. findan, fithan, ndl. vinden, ags. findan, engl. find, afries. finda, anord. finna, schwed. finna, dän. finde, got. finpan «erkennen, erfahren». Wahrscheinlich zu ahd. Funden, ags. fundian«eilen», ahd. fendo, mhd. vende m.«Fußgänger», so daß die ursprüng- liche Bed. die«des Gehens nach einer Seite» wäre. Vgl. zur Bedeutungsentwicklung lat. invenire«finden», eig.«hineinkommen. Ver-
wandt ist noch die altir. Wurzel et(aus penk)
in con-état assequuntur» und weiter lat. pons m. Brücke, Steigy, gr. toréu«tretey. Anders Sütterlin Btr. 18, 261. S. auch fahnden. Das Prät. flektiert mhd. vant, Pl. vunden, und dieser Wechsel hat sich bis ins 17. Jh. erhalten, von da an wird fand und fund(noch bei Haller 142) gebraucht, bis die letztere Form ganz verschwindet. Das Part mhd. vunden ohne ge- lautet auch älter- nhd. noch sebr häufig so, daneben gefunden (bei Luther seltner als funden), von den
Grammatikern seit Clajus angesetzt; die poe-
tische Sprache bewahrt fianden, nicht allein im 17. Jh., sondern auch später, z. B. Gün- ther 844, Lessing 2, 304, Uhland 306, Rückert 2, 69. 4 BL. Finder, m.(-S), mhd. vindœre.
findig, adj.: gewandt im Finden oder
Erfinden. Aus mhd. vündec erfinderischy, abgeleitet von vunt m. in der Bed. Er- findungy, neben dem schon im 16. Jh.(an
finden angelehnt) findig steht; doch erhält
sich daneben fündig bis ins 18. Jh.(noch bei Steinbach 1734). 4BL. Findigkeit, f.,
namentlich der Reichspost. Schlagwort seit
den 70 er Jahren des 19. Jh.
almanach 1776 S. 205.
und gefundenes Kind; von Gletschern ver- schleppter erratischer Block. Aus mhd. vundelinc(entsprechend ndl. vondeling, engl. foundling) abgeleitet von vunt m.(s. Findel- haus); gleichbedeutend auch vantkint und vanden kint. Schon im 15. Jh. erscheint auch(an finden angelehnt) findling und diese Schreibung wurde allmählich herrschend, doch Fündling noch im 18. Jh., z. B. bei Justus Möser patriot. Phant. 2, 14. 308, Wieland, A. W. Schlegel poet. Werke 2, 123.
Finésse, f.(Pl.-n): Verschmitztheit, feine List, Pfiff. Das franz. finesse f., urspr.«Fein- heit», von fin«fein(s. d.), listigy. Bereits im 17. Jh. geläufig.
Finger, m.(-s, Pl. wie Sg.): eins der fünf Handglieder zum Greifen. Mhd. vinger, ahd. fingar m.; dazu asächs. fingar, ndl. vinger, afries.-ags. engl. inger, anord. fingr, got. figgrsm. Herkunft unsicher; vielleicht zu Faust(s. d.) oder fünf(s. d.) gehörig. 4. fingerig, adj., in awεi-, drei-, langfingerig. Finger- lein, n., Dim., ehedem auch«Ringy, mhd. vingerlin, ahd. fingarlin, daneben fingeri, fingerin n. fingern, v.: die Finger bewegen, mhd. vingern. ZUS. fingerfertig, adj. Jung(noch nicht bei Campe 1808). Finger- hut, m., ahd. vingerhuot m.(Gl. 3, 399), über- tragen die Waldpflanze mit roten fingerhut- artigen Blüten», digitalis purpurea, 1542 bei Fuchs Kreuterb. 893(1546 bei Bock 335 b Fingerkraut). Fingerreif, m., bei Luther. Fingerring, m., bei Dasypodius 1537. Fingerzeig, m.: Hindeutung mit dem Finger; überhaupt Hindeutung, mhd. vingerzeic m., häufiger der substantivierte Inf. vingerzeigen n., auch vingerzeige f.
fingieren, v.: erdichten, lügnerisch vor- geben. Aus dem gleichbed. lat. fingére. Um 1600 entlehnt(Albertinus weibl. Lustg. 154⁴).
Fink, Finke, m.(-n, Pl.-n): der Sing- vogel; loser Mensch(so frühnhd. und noch 1808 bei Campe, daher noch heute Mistf., Schmierf.,
Schmatzf. In mrhein. Mundarten Finke f., z. B.
bei dem Pfälzer Maler Müller in Voß Musen- Mhd. vinke, ahd. fincho, finko m.; dazu ndl. vink, ags. finc, engl. finch, schwed. fink, dän. finke m. Im Skandinavischen erscheinen auch Formen mit sp im Anlaut, wie schwed. spink«Sperlingy, norw. spikke«kleiner Vogel», die zu gr. criτ- Toc m. bei Hesych, crico f.«Fink» gehören.
Das Wort ist klangnachahmend, und daher Findling, m.(-s, Pl.-e): ausgesetztes
erklärt sich auch die abweichende Lautstufe 34*


