Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
531-532
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531 Film

EFinänzen 532

Film, m.(Jels, Pl.-e u. s): dünnes Blättchen aus Zelluloid, Ersatz für Glasplatten beim Photographieren, junge Entlehnung aus engl. film, s. Fell.

Filöu, m.(-S, Pl.-s): Spitzbube. Im 17. Jh. aufgenommen aus gleichbed. franz. filou m., das vermutlich aus engl. felloꝛo «Bursche» entlehnt ist.

filtrieren, v.: durchseihen. Aus franz. filtrer, ital. feltrare. Im Anfang des 17. Jh. entlehnt(Moscherosch Phil. 1, 486). Urspr. cdurch Filz laufen lassen, um alle Unreinig- keit abzusondern»; das Stammwort ist mlat. feltrum, filtrum n., ital. feltro, franz. feutre m. cdichtes Gewebe von Haaren», die aus dem Germanischen, ags. felt, ahd. filz m.«Filz» (s. d.), entlehnt sind. 48L. Filter, m.(-s, Pl. wie Sg.): ein Mittel zum Filtrieren, der Seiher. Junges Wort. Bei Campe 1813 noch filtrum.

Fiktiön, f.(Pl.-en): Erdichtung, An- nahme. Aus gleichbed. franz. ckion f. Bei Sperander 1727.

Filét(spr. Filé), n.(-s, Pl. s): feines Netzwerk; Lendenbraten; Handschuhe aus feinem Stoff. Aus franz. filet m. mit den- selben Bedeutungen, eig.«dünner Faden», einem Dim. von lat. fllam n.«Fadeny. Im 18. Jh.

Filz, m.(es, Pl.-): dichtes Gewebe von Haaren oder Wolle oder dem Ahnliches; im Geben züher Mensch, Geizhals(in dieser Bed. auch mit schwacher Flexion, Schiller Räuber 1, 2); grober harter Verweis. Mhd. vilz, ahd. filæ m.; dazu ndl. vilt n., ags.-engl. felt, schwed.-dän. filt n. Auch ins Roma- nische übergegangen(s. filtrieren). Von A. Erdmann Upsala skrifter 1, 3(1891) zu ahd. anevala, ags. anfilt«Amboßy, lat. pello«stoßend in Bewegung setzen» mit der Grundbedeu- tung Gestampftess» gestellt. Das Wort ist aber kaum von abg. pläst? f.«Filzo, lat. pilleus &Filzmützey, gr. nAoc m. Filz⸗ zu trennen. Vgl. aber Walde s. v. Spätmhd. vile ist auch cbäurischer, grober Mensch»(wegen der Kleidung des Bauern in Filz? daher mhd. vilzgebsr), woraus wegen des sprich- wörtlichen Geizes der Bauern die 2. Bed. hervorgegangen ist; die 3. Bed. erklärt sich vom Verb. filzen(s. u.) aus und erscheint auch schon im 16. Jh. 4 B. filzen, v.: zu Filz machen, mhd. vilzen«einen groben, derben Verweis geben»; eig. wohl«walken wie einen Filz, schlagen»(frühnhd., vgl. auch

ausfilæen). filzig, adj., früher filzicht, mhd. vilzeht, frühnhd. auch schon s. v. a. geizig- (Hans Sachs 19, 134). ZUS. Filzlaus, f., spätmhd. vilalas f.

¹Fimmel, m.(-S, Pl. wie Sg.): starker eiserner Keil der Bergleute; großer Hammer. Bei Agricola Bergwerkbuch(1557) 83 feim- mell, 1562 bei Mathesius Sar. 196² und 1594 bei Frischlin Nomencl. Cap. 110 Fimumel.

²Fimmel, m.(-S, Pl. wie Sg.): die männ- liche Hanfpflanze. Schweizerisch(auch Fim- melef.), bayr.-hess. Iuxemb. Femel, elsäss. Fœml, Feml. Aus lat. fémella f.«Weibcheny, dem Dim. von fémina f.«Weib». Man verwechselte nämlich vor der Erkennung des wahren Ge- schlechtes bei dem Hanfe die Geschlechter und hielt die männlichen Stengel, weil sie kleiner und zarter sind, für die Weibchen, diese dagegen, wie die für sie in der Schweiz übliche Benennung Mäsch, Mäschel außer Zweifel setzt, ursprünglich für die Männchen. Schon 1546 bei Bock 132 b Femel, 1561 bei Maaler Fimmel«kurtzer hanffy. Dazu engl. fimble-hemnp. 4 BL. fimmeln, v.: die eher reifenden männlichen Hanfstengel besonders ausrupfen(1561 bei Maaler fimlen); dann über- haupt tastend aussuchen, herausklauben usw. Dazu ndd. fimeln(fimmeln), ndl. femelen und fijmelen.

Finäle, n.(-S, Pl.-s): Schlußstück, bes. eines Musikstückes, einer Oper. Aus gleichbed. ital. finale. final als Adj. 1727 bei Sperander.

Finänzen, Pl.: Staatseinkünfte, Staatsver- mögen; Vermögen an Geld. Der Sg. Finanz nur noch in Zusammensetzungen, 2. B. Finanz- rat. Alternhd.(zu Ende des 15. Jh., im 16. und zu Anfang des 17. Jh.) Finanz f.«un- redliches Geldgeschäft, Wucherei, Wucher- kniff, Betrug,(noch 1727 bei Sperander Finantien callerhand Betrügereien und Unter- schleifey). Unter Einfluß von ital. finanza f. «Quittung», franz. finance f.«Barschaft» geht es mit dem bereits aus der 1. Hälfte des 14. Jh. mehrfach nachgewiesenen kölnischen Pl. ſinantie zurück auf mlat finantia f. öffent- liche Leistung, besonders an Geld», urspr. «Schlußleistungy, gebildet von dem Part. Präs. des von lat. finis m.«Ende, Endzweck» abgeleiteten romanischen Verbums finare c«be- endigen, aufhöreny, im Ital. s. v. a.«quit- tieren(eine Sache abschließen)», im Afranz. s. V. a. 4bezahleny». Unser heutiger Pl. Fi- nanzen hat mehr die Bed. des franz. Pl. finances, ital. finanze«staatseinkünftey. So bei