Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
529-530
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529 Fickmühle

fillen 530

Nd., wo es schon im 16. Jh. erscheint, eben- so im Ndl., jetzt ndl. fxfalcken«Possen, Albern- heiten treiben). 43L. Fickfacker, m.: unbeständiger Mensch, Windbeutel(Bürger 225); Ränkemacher. Mnd. schon im 16. Jh. Davon Fickfackerei, f., bei Stieler 1691. Vgl. Fiæfax.

Fickmühle, f.(Pl.-n): im Mühlenspiel eine solche Stellung der Steine, daß man durch Offnung der teinen Mühle immer die andere schließen kann. Aus ficken chin- und herfahren) und Mühle zusammenges. Schon bei Keisersberg Seelenparad. 101 fichmül. Dafür auch Zoichmlhle.

Fideikommiß, n.(-Sses, Pl.-sse): durch Vermächtnis anvertrautes Gut zur Heraus- gabe an einen Dritten, der nicht selbst Erbe sein kann; unveräußerliches Stammgut. Aus lat. fideicommissum in der 1. Bed., eig. auf Treu(fides) und Ehrlichkeit Anvertrautes (commissum)». In der frühnhd. Rechtssprache.

fidél, adj.: lustig. Aus der Studenten- sprache. Zugrunde liegt lat. idélis«getreu. Die jetzige Bed. ist um 1750 in der Studenten- sprache üblich(auch bei Goethe Urfaust S. 23), vgl. Kluge Studentensprache 34, während 2. B. 1710 bei Nehring angeführt wird fidel«treu, aufrichtig, hold, ohne Falsch.

Fidibus, m.(Pl.-Sse): Papierstreifen zum Anzünden des Tabaks. Schon um die Mitte des 17. Jh. aufgekommen, scheint es urspr. Studentenausdruck, dessen Entstehen aber nicht sicher ermittelt ist; vgl. Kluge Stu- dentensprache 39. Nach M. Haupt Dat. Plur. von lat. fides«Saitev, entstanden durch Um- deutung von Horaz Od. 1, 36, 1 et ture ek fidibus juvat placare deos«mit Weihrauch und Saitenspiel die Götter besänftigeny.

Fidüz, n.: Vertrauen(in der Redensart: ich habe kein F. dazu). Norddeutsch, lu- xemb., hess., elsäss., schweiz. aus lat. fidãũcia f. Vertrauen.

Fieber, n.(s, Pl. wie Sg.): hitzige Krank- heit. Mhd. vieber, ahd. fehar n. Mit Ge- schlechtswechsel und aus lat. e hervorge- gangenem ie(wie span. fiebre, franz. fieure f.) aus dem gleichbed. lat. febris f., woraus auch ags. fefor n., engl. fever, schwed.-dän. feber m., wie auch das äülternhd. Feber n. Das urspr. deutsche Wort für Fieber ist Ritten G6. d.). 43. fleberhaft, adj. u. adv., bei Rädlein 1711. fieberisch, adj. u. adv., bei Ludwig 1716. flebern, v., spätmhd. viehern.

Fiedel, f.(Pl.-n): Geige, namentlich in

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

verächtlichem Sinn. Früher auch Fidel ge- schrieben, bei Luther Fiddel. Mhd. videle, ahd. fidula f.; dazu ndl. vedel, veel, ags. fideele, engl. fiddle, anord. fidla f., dän. fiddel. Wahr- scheinlich entlehnt und mit ital. viola, franz. viole f.(S. Violine) eines Ursprungs; als Grund- wort gilt mlat. vitaula f.«streichbares Saiten- instrument), das zu lat. vrtuläri«sich lustig gebärden» gehört. 4EL. fiedeln, v.: die Fiedel spielen, mhd. videlen. Davon Fiedler, früher auch Fiedeler(bei Goethe Faust 4339 Fideler) m., mhd. videlaere m. Z0S. Fiedelbogen, m., mhd. videlboge m.

fiedern, v.: Federn ansetzen, Federn woran befestigen. Bei Luther 5ddern, mhd. videren, ahd.(bei Notker) fideren, ags. ge- fiderian«befiedern, beflügelny». Abgeleitet von Feder(s. d.).

Fiek, m.(-S, Pl.-e): Eingeweidewurm; Wurm am Finger. Aus dem Núd., schon mnd. vi m. In Zesens Helikon 4. Aufl. Ix als fieg angeführt.

Fiekehen, ndd. Abkürzung von Sophie.

flepen, v.: schreien der Rehe; einen dünnen schwachen Ton von sich geben. Lautnach- ahmend.

Figür, f.(Pl.-en): Gestalt; Linienum- riß; Notengruppe mit bestimmter Anordnung; Wortbild; mhd. fignre, figür f., aus lat. iuura f.«Gestalt). 4 BL. figurieren, v.: im Bilde darstellen; vorbilden; mhd. figurieren. figürlich, adj. u. adv.: durch Übertragung auf dem Grund einer Ahnlichkeit angewandt. 1469 im Voc. ex quo figuerlich.

Filiãl, n.(, Pl.-e): Tochterkirche, Neben- kirche. Aus neulat. filiale, dem Neutr. des mlat. Adj. filialis ckindlich⸗, im Verhältnis der Tochter(filia) und des Sohnes(llius) zu Mutter und Vater stehend. Schon im 16. Jh.(1562 bei Mathesius Sarepta 195, von Gombert 8, 30 aus einem Schreiben Luthers von 1539 nachgewiesen). Filiäle, f.(Pl.-n): Zweiggeschäft, Nebenstelle. Im 19. Jh.

Filigrän, n.(-Lels): feine Arbeit aus Gold- und Silberfäden. Aus gleichbed. ital. filigräna f., zusammengesetzt aus lat. Tlam n.«Faden⸗ und gränum n.«Korny. Bei Campe 1813 filigrain.

fillen, v.: die Haut(das Fell) abziehen, schinden; wund geißeln. Nur noch ndd., wo schon mnd. mnl. villen, ehedem auch hd. ge- läufig, mhd. villen, ahd. fillen, abgeleitet von ahd.-mhd. vel«Fell⸗(s. d.).

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