Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
525-526
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525 Fetthenne

Feuer 526

gescholten oder gestraft werdeny, Jemand sein Fett geben gehen vielleicht eig. auf die ausgeteilten Schläge, wie auch schmieren, abschmieren«prügeln», doch scheint zugleich eine Nachbildung des franz. donner â Quel- gu'un son fait jem. sein Teil geben, ihn abführeny vorzuliegen. 43L. Fette, f., bei Luther. fetten, v.: fett machen, mnd. vetten, dann bei Stieler 1691. fettig, adj., bei Luther. Davon Fettigkeit, schon im Md. des 14. Jh. vettikeit.

Fetthenne, f.: Bezeichnung des Haus- lauchs und andrer Pflanzen, bes. von sedum telephium. Schon im 16. Jh. Unklarer Her- kunft. Vgl. schweiz. feißti henne, schweiz. Id. 2, 1312.

Fettmännchen, n.: ehemalige kölnische ½ Stüber(2 ½ Pfennig deutscher Reichs- währung) geltende Kupfermünze. Volks- tümlich umgebildet aus der im 17. Jh. vor- kommenden Benennung Fettmönch, die von einem auf die Münze geprägten Brustbild eines wohlgenährten Kurfürsten herrührt.

Fetzen, m.(-s, Pl. wie Sg.): wovon abgerissenes Stück. Alternhd. Fetze(noch Lessing Nath. 2, 5), mhd. vetze m. Es ge- hört zu mhd. vaz n.(s. Faß), in der nach frühmhd. vagzen ckleiden, bekleiden» anzu- nehmenden Bed.«Kleid), anord. ſöt, Plur. Kleider). 4BL. fetzen, v.: in Fetzen reißen. Im 16. Jh.

feucht, adj. u. adv.: ein wenig naß. Mhd. viuhte, ahd. fühti, füht; dazu and. füht, ndl. vocht, ags. füht. Vielleicht zu anord. fjüka, st. v.«von dem Winde dahin getrieben werden, fliegen, stürmen, stöbern», fjäk n.«Schnee- gestöber?, füki m.«Gestank», dän. fog«Ge- stöber», daher engl. fog«dicker Nebel» oder mit Lidén Bezz. Btr. 21, 93 zu aind. papka- m. n.«Schlamm, Schmutz, Sumpfy und weiter zu got. fani«Schlammꝰ, s. Fenn, also aus funhtuz herzuleiten. Noch anders Osthoff Btr. 18, 247. 4 BL. Feuchte, f., mhd. viachte, ahd. fühti f. feuchten, v., mhd. viuhten, ahd. fühten, and. fühtian. Feuchtigkeit, f., mhd. viuhtecheit, vom Adj. vinhtec gebildet.

feudal, adj.: ein Lehen oder das Lehns- wesen betreffend; vornehm. Aus dem gleich- bed. mlat. feudalis, von dem im 9. Jh. vor- kommenden feudum, feodum n. Lehngut, Leheny, das mit eingeschobenem d(durch Anlehnung an allodiun?) aus einem ültern mlat. feum hervorging, daher ital. fio, prov. feu, afranz. fieu, nfranz. fief m.; zugrunde

liegt das got. faihu n.«Vvermögen, Haben, ahd. fihu, fehu n.«Vieh». Im 17. Jh. ent- lehnt. ZUS. Feudälrecht, n.: Lehnsrecht.

Feuer, n.(-s, Pl. wie Sg.): das leuch- tende und wärmende Element. Alternhd. Feur, mhd. viur, viuwer, ahd. fiur, älter fuir n.; dazu asächs.-afries. fiur, ndl. vncar, ags. fyr n., engl. fire, anord.(poet.) füry m., fFri n., got. dafür fön, Gen. funins. Uber- einstimmend mit gr. rop n., umbr. pir, arm. nur«Feuer. 43L. feurig, adj., mhd. viurec. feuern, v., mhd. viuren, ahd. viurén «feurig sein». Feuerung, f., spätmhd. vinrunge«Feuerz, mnd. varinge f. auch «Feuermaterialꝰ. ZUS. 1) mit Feuer-. Feuereifer, m., bei Luther(Hebr. 10, 27) fewereiuer. Feuerfalter, m.: Schmetter- ling mit feuerroten Flügeln, bei Nemnich. Feuerkugel, f.: Feuergeschoß. Im 16. Jh. Feuermauer, f.: Schornstein, 1517 bei Trochus P 2, auch bei Luther. Feuerprobe, f., in der Wendung die Feuerprobe bestehen, nach biblischem Bilde(z. B. Sprüche Sal. 17, 3) von der Läuterung des Goldes her- genommen. Feuerrohr, n., bei Comenius 1640. Feuerschiff, n.: Brander(so im DWB.); ein Schiff mit Feuer, um den Schiffen den Eingang in den Hafen anzuzeigen(in neuerer Zeit). Feuerspritze, f., 1586 bei Ruland dictionariolum 489 Feurspritzen(die erste in Deutschland wurde 1518 zu Augs- burg gebaut). Feuerstatt, Feuerstätte, f., mhd. viurstat«Herd, Brandstätte». Feuer- stein, m.: eine Quarzart, die zum Feuer- anschlagen diente. Schon mhd. viurstein m. Feuertaufe, f.: nach Matth. 3, 11, jetzt (noch nicht bei Adelung) auf das erste Uber- stehen der Gefahr im Feuer, im Kriege be- zogen. Feuerwehr, f., im 19. Jh. gebildet. Feuerwerk, n., spätmhd. virwere«Brenn- material, auch bei Luther; im ältern Geschütz- wesen bezeichnet feuwerwerck die Feuer- kugeln, Bomben, Pechkränze usw.y, z. B. bei Fronsperger 1, 109 fg., 2, 1382 fg., danach das Kunstfeuerwerk zur Lustbarkeit, schon bei H. Sachs 2, 391, Fronsperger 1, 111². Feuerwerker, m.: höherer Unteroffizier der Artillerie. Im 18. Jh. Feuerzauber, m.: Kunstfeuer. Im 18. Jh., aber erst durch R. Wagner wieder bekannt geworden. Feuerzeug, n., mhd. viurziuc m. n. 2) mit Feuers-. Feuersbrunst, f., bei Comenius1640, daneben im 17. Jh. Feuerbrunst. Feuersnot, f., mhd. viarnõt f.