Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
523-524
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diese Mützen hergestellt werden. Neuere Entlehnung.

fesch, adj.: elegant und flott. Aus der Wiener Umgangssprache etwa seit den sieb- ziger Jahren vorgedrungen. Gekürzt aus dem seit den zwanziger Jahren des 19. Jh. verbreiteten engl. fashionable«fein, modisch?, abgeleitet von engl. fashion«Lebensart, Modes, das gleichen Ursprungs wie Fasson ist. Vgl. Ladendorf.

Fesen, m.(-s), auch Fese, f.: Getreide- hülse; Spelt, Dinkel. Mhd. vese, ahd. fesa f. Noch obd. Das Wort gehört zu aind. pindsti zerreibt), abg. piseno n.«Mehl», lat. pinsere cstampfen», gr. mricco«stampfe, schrotey.

Feser, s. Fechser.

1Féessel, f.(Pl.-n): von der Köte bis zur Krone des Hufes reichender Teil des Fußes beim Pferde. Mhd. vezzel m.(Lrec 7361 handschr. fissel), 1588 bei Seuter Roß- arzn. fissel und füuszl, dazu die koll. Bildung mhd. vizzeloch, viszlach n. Hinterbug des Pferdefußes), noch schweiz. fiüsloch. Im Ab- laut zu Fuß stehend.

2Fessel, f.(Pl.-n): hemmendes Band. Mhd. pezzel, ahd. fezzil m. Band, woran etwas getragen oder gehalten wirdy, namentl. das Schwert. Dazu ags. fetel m.«Schwert- gehenk», anord. fetill m. Binde, Schwert- gehenk», abgeleitet von fassen(s. d.). Das nhd. Fessel trat aber auch für ein älteres Fesser f.(z. B. noch bei Alberus Dict. i 4⁵) ein, das mhd. vezzer, ahd. fegzara f. lautet; dazu asächs. feter m.(im Pl. feterõôs), ndl. veter m.«Schnürriemenꝰ», ags. fetor f., engl. fetters Pl., anord. ſjõturr m. Fessel, Bandey. Dies stimmt in der Wurzel überein mit gr. nedn f. Fessel, Schlingey, lat. pedica f. «Schlinge?, compes f.«Fußfessely. Fessel in der jetzigen Bed. findet sich in Glossaren aus dem spätern 15. Jh., fehlt aber anfangs dem Obd. Bei Luther noch Mask., wie auch später häufig(selbst noch Adelung 1796 be- kannt), namentl. im Pl. die Fessel(Günther 299. 850). 4B L. fesseln, v. Dafür mhd. vezzern, ahd. fegzarön, ags. feterian, anord. fjötra; vessehn erst im 15. Jh.(1420 im Voc. Schröer).

Fest, n.(es, Pl.-e): mit Verherrlichung begangene Zeit. Mhd.(seit dem 13. Jh.) fest n., aus dem gleichbed. lat. festum n., auf das auch ndl. feest n., ital. festa, franz. féte f. zurückgeht. Das alte deutsche Wort ist Dalt, s. d. 431. festlich, adj. u. adv.,

bei Henisch 1616. Davon Festlichkeit, f., erst bei Adelung 1796. ZUS. Festtag, m., bei Luther.

fest, poetisch auch noch feste, adj. u. adv.: unbeweglich; unveränderlich; durch Zauber unverwundbar. Klternhd. oft vest geschrieben. Mhd. veste, ahd. festi, fasti; dazu asächs. fast, and. fesli, ndl. vast, ags. †œst, engl. fast, anord. fastr, schwed.-dän. fast, und weiter zu arm. hast festy. Vgl. noch Walde s. v. postis. Dazu fasten, s. d. Das Adv. lautet ahd. fasto, mhd. vaste, unser fast(s. d.), das aber in eine andre Bed. übergegangen ist. 48L. Feste, f.: Zustand des Festseins, dann bes. gegen feindlichen Angriff sichernder Ort; das Himmelsgewölbe. Mhd. veste, ahd. fest? f. «Festigkeit, befestigtes Schutzwerk», daneben in der 2. Bed. auch mhd. vesten, ahd. festina f. festen, v.: befestigen, mhd. vesten, ahd. festen, daneben auch mhd. vestenen, ahd. festinbn. Davon Festung, f., mhd. vestunge, häufiger vestenunge f., auch«Bekräftigung, Festigkeit, Grundfeste». festigen, v. Frühmhd. Festig- keit, f., mhd. vestecheit f.

Festivität, f.(Pl.-en): Festlichkeit. Aus lat. festzvitas(Gen. festawitãtis)«Vergnügen, Festlichkeity, abgeleitet von dem Adj. festrvas cvergnüglichy, von festus festlich, feierlichy, dessen Neutr. festum(s. Fesk) ist. Im 17. Jh.

festlich, Festlichkeit, Festtag, s. Fest.

Fete, f.(Pl.-/): Fest. Aus franz. fte f. (s. Fest). 4BL. fetieren, v.: jemand be- sonders gut bewirten; jem. ehren mit einem Fest. Beide bei Campe 1813.

Fetisch, m.(-es, Pl.-e): als Götze ver- ehrter Gegenstand der irdischen Natur. Aus franz. fétiche m., welches Wort namentlich durch die 1760 erschienene Schrift von Des Brosses Dau culte des dieuæ fétiches in Um- lauf kam; es geht zurück auf port. feitigo Zauber, Zaubermittely, eig.«künstlich», aus einem lat. facticius«pnachgemachty. Danach erscheint früher Fetisso oder Fetissus(1606 bei Hulsius Schiffahrten 7, 23).

fett, adj.: voll öliger Masse; gemästet, dick. Aus dem nd. fett, das seit dem 14. Jh. auch in md. Mundarten erscheint, namentl. im Obersächsischen, z. B. im Leipziger voc. opt. x 12(vet«pinguis»), auch im Fränk.(1469 im mrhein. voc. ex quo feyt, fet), dann von Luther gebraucht und durch ihn allgemein geworden. Eig. identisch mit feist(s. d.). Davon das substantivierte Fett, u.(Jes, Pl.-e). Die Redensarten sein Fett kriegen«tüchtig