Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
489-490
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489 Faden

Fahne 490

neben fat«närrisch, läppischy, von lat. fataus calbern, unschmackhafty kommt. Um 1700 entlehnt(Günther 457). Faden, m.(-s, Pl. Fäden): Faser zum Binden, Núhen, Weben;(Plur. wie Sing.) Maß der beiden ausgespannten Arme. Mit Abschwächung des m zu n(Fadem noch bei

Lohenstein Ibrahim 51, dagegen vaden schon

voc. opt. 13, 11) aus mhd. vadem, vademe, ahd. fadum, fadam m. in der 1. Bed.; dazu asächs. Plur. fathmös«beide Arme», ags. fœdm m. die umspannenden Arme, Um- armung, Schutz und Schirm, Schoß, Elle (Längenmaß des Unterarms)», engl. fathom als«Maß», anord. fadmr m.«beide Arme, Umarmung, Schoß⸗, auch das Lüngenmaß der ausgestreckten Arme», schwed. famn m. Busen, Lüngenmaß, dän. faun«Umarmung, Längenmaßy. Als Grundbed. ergibt sich Um- spannung der Armey, dann«dem entsprechen- des Längenmaß», die Bed.«Faser, Garnꝰ, eig. insofern es zur Abmessung dient, beschränkt sich auf das Deutsche, mnd. vadem hat diese Bed. und die von Längenmaß, ndl. vadem m. nur die letztere. Faden als Längenmaß ist aus dem Näd. ins ältere Nhd. eingedrungen. Das Wort ist(mit got. faba, mhd. vade f. «Zaun, Umzüunung»?) zu stellen zu gr. ne- rœvvbvor ausbreiten», eroxoc ausgebreitet?, lat. patéere«ausgebreitet sein, offenstehenꝰ, patulus«ausgebreitety». Der Plur. lautet schon spätmhd. uideme, bei Luther aber Faden, wie auch im 18. Jh. noch vorkommt(Hagedorn Fab. 5, Wieland Gold. Spieg. 4, 159). 4BL. fädeln, v., ursprünglicher fädmen(noch bei Frisch 1741 ausfäcmen, im j. Goethe 3, 261 abfädmen die Randfasern der Schoten ab- ziehenv, in den Werken 19, 39 geändert in abfädnen), mhd. vedemen; ahd. fadamön da- gegen ist cnähen». ZVS. fadenscheinig, adj.: von durchscheinenden Fäden, weil von Wolle oder Farbe entblößt. Von einem bei Keisersberg Brösamlin 2, 54 sich findenden gleichbed. Adj. fadenschein.

Fagött, n.(-es, Pl.-e): ein tieftoniges Blasinstrument, Baßpfeife. Aus ital. fagoftto, franz. fagot m., eig.«Reisigbündel», unbe- kannter Herkunft. Bei Henisch 1616.

Fähe, auch Fehe, f.(Pl.-n): weidmän- nisch) das Weibchen des Hundes, der vier- füßigen Raubtiere. Aus mhd. vohe, ahd. foha f.«Füchsin, im Voc. theut. 1482 i fochin, II7 b vohin, im Voc. 1419 vöhin. Vgl. Fohe.

fahen, v.: altertümlich für fangen(s. d.). 4BL. fähig, adj. u. adv.: eig.«fangend, fassend, in sich aufnehmend», dann ceiner Sache mächtig, zu etwas geschickty. Mhd. nur in gevghic«fähig», ahd. in widarfählg cwiderhallend»; häufig in der frühnhd. Rechts- sprache, auch von Luther zuweilen gebraucht, dann von Dasypodius 1537 und Maaler 1561 verzeichnet. 48L. Fähigkeit, f., bei Henisch 1616.

fahl, adj.: gelblich; gelblichgrau. S. falb. Mhd. val(flekt. valeoer)«bleich, gelb, blondy. ahd. falo(flekt. falauvér); dazu and. falu, ndl. vaal, ags. fealu, engl. falloso, anord. fölr. Zu lit. pavas«weibßlich gelb, abg. plavi«weißy, ferner lat. pallidus«bleich», pullus«dunkel?, gr. o¹c αweißlich, grauy, aind. palitäs«grauy. Mlat. falwus, ital. faloo, franz. fauve sind aus dem Deutschen entlehnt.

fahnden, v.: drauf aus sein zu fangen, zu verhaften. Mit Anlehnung an fahen zu- rückgehend auf ahd. fantön«durchforschen, aufsuchen, ausspüren», asächs. fandon, ags. fandian, afries. fandia«sucheny, wohl zu finden gehörend. Im Mhd. nicht nachzu- weisen, daher wohl aus dem Nd.(mnd. van- den«besuchen, aufsuchen», auch 1475 klevisch, 1599 bei Kilian 576 vanden«besuchen, einen Kranken besuchen», jetzt ndl. vanden ceine Wöehnerin besuchen») in die Kanzleisprache eingedrungen. 1788 bei Fulda vanden, fahn- den, bei Campe 1807 als obd. angeführt.

Fähndrich, s. Fähnrich.

Fahne, f.(Pl.-n): an einem Schaft be- festigtes Zeugstück als Zeichen irgendeiner Art; dem Ahnliches, die Strömung der Luftanzeigen- des bewegliches Blech; schlechtes Kleid. Mit Wechsel des Geschlechts aus mhd. vane, van m., nur md. auch f., ahd. fano m.«Fahney, urspr. «Zeugstück», was die Zusammensetzungen ougafano«Schweißtuch, Schleier», hantfano «Handtuch», tischfano Serviette, deutlich zeigen, während Fahne meist durch gundfano, eig.«Kampfzeichen»(daher franz. gonfalon m.) gegeben wird; dazu and. fano, ndl. vaan, afries. fona, asäãchs. fano m. noch«Tuch⸗, ags. fana m.(häufig gädfana), engl. fane, vané«Dachfahney, got. fana m. Zeugstück, Schweißtuch». Die Grundbed. Tuch liegt auch in dem Dim. Fähnchen n.«leichtes Frauen- kleidy vor. Gewöhnlich wird lat. pannas m. «Stück Tuch, Lappen, Binde», als verwandt angesehen. Doch ist das unsicher. Dagegen läßt sich abg. opona«Vorhang», ponjava f.